Will seine Dribbelkünste gewinnbringend für die Eintracht einbringen: Aymen Barkok.
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Will seine Dribbelkünste gewinnbringend für die Eintracht einbringen: Aymen Barkok.

Eintracht-Rückkehrer Aymen Barkok

„Da wird man anders im Kopf“ - Warum bei der Eintracht jetzt alles anders wird

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Aymen Barkok ist nach zweijähriger Leihe zurück bei Eintracht Frankfurt und will seine Chance im Team von Adi Hütter nutzen. Es dürfte seine letzte sein.

  • Aymen Barkok ist nach zweijähriger Leihe wieder zurück bei Eintracht Frankfurt
  • Barkok will seine letzte Chance bei der SGE nutzen
  • Die Leihe zu Fortuna Düsseldorf sieht Barkok trotz wenig Spielzeit als Lehre

Frankfurt - Ganz ans Ende des Vormittagstrainings setzte Adi Hütter noch mal eine gemeine Laufeinheit. Eine Meile mussten die Berufsfußballer der Eintracht zurücklegen, also rund 1,6 Kilometer, nicht im Zuckeltrab, sondern auf Zeit in zügigem Tempo. Immer schön im Kreis herum. Das ist zwar keine Distanz, die ein Hochleistungssportler nicht locker bewältigen könnte, und doch steht es auf der Spaßliste eines Fußballers nicht besonders weit oben. Aymen Barkok, der Rückkehrer, hat die Laufarbeit ohne zu murren hinter sich gebracht. „Anstrengende Läufe gehören in der Vorbereitung dazu“, sagt der 22-Jährige, als er eine Dreiviertelstunde später frisch geduscht zum Pressegespräch antritt. Auch da gibt sich der Rastelli in Fußballschuhen keine Blöße.

Barkok, auf den Bolzplätzen in der Frankfurter Nordweststadt sozialisiert, machte einen aufgeräumten, gewachsenen Eindruck. Aus dem schüchternen Knaben ist ein erwachsener Mann mit Dreitagebart geworden, dem der Schalk zwar noch immer aus den Augen blitzt, der aber doch reflektierter rüberkommt als zu seinen Anfangszeiten in Frankfurt, als er vorschnell zum neuen Stern am Firmament und zu „unserem Juwel“ (Ex-Trainer Niko Kovac) hochgejazzt wurde.

Aymen Barkok zurück bei Eintracht Frankfurt: Platte rein, Platte raus

Zwei Jahre verdingte sich der Straßenkicker auf Leihbasis bei Fortuna Düsseldorf, man kann nicht behaupten, dass seine Stippvisite im Rheinland eine Erfolgsstory gewesen wäre. So ziemlich das Gegenteil ist der Fall. Der Frankfurter Bub, ein sogenanntes Eigengewächs, das fußballerisch am Riederwald geformt wurde, kam nie ins Rollen, erst stoppte ihn eine Knieblessur, vor Beginn der abgelaufenen Spielzeit verletzte er sich schwer an der rechten Schulter, eine Art Totalschaden – Operation, Reha, mehr als vier Monate Pause. „Ich war“, sagt er rückblickend, „fast ein Jahr verletzt.“

Und als er wieder genesen war, kam der Trainerwechsel von Friedhelm Funkel zu Uwe Rösler, was für den Edeltechniker einer mittleren Katastrophe gleichkam, weil Rösler nicht auf ihn setzte – auch dann nicht, als die Bundesliga den Re-Start wagte. Da war für Barkok klar, dass er die alte Saison abhaken und sich auf die neue konzentrieren würde, weshalb er sich die eingesetzte Platte aus der Schulter herausoperieren ließ, um in der Vorbereitung in Frankfurt wieder angreifen zu können. Den Abstieg der Fortuna verfolgt er folglich aus sicherer Entfernung. Die Zeit in Düsseldorf möchte der Deutsch-Marokkaner dennoch nicht missen, „lehrreich“ nennt er sie. Er sei als Mensch gereift. „Ich war auf mich alleine gestellt, das hat mich geprägt, da wird man anders im Kopf, denkt anders.“

Letzte Chance für Aymen Barkok bei Eintracht Frankfurt

Umso größer ist die Freude, wieder in seinem Revier zu sein, in Frankfurt, der Heimat, bei der Familie, die ihm so viel bedeutet. „Ich bin happy, fühle mich pudelwohl“, bekundet er und grinst wie ein Honigkuchenpferd. Er ist stolz, den Adler auf der Brust zu tragen. „Es gibt nichts Schöneres, als gebürtiger Frankfurter seinen Verein und seine Stadt zu repräsentieren.“

Er sei gut aufgenommen worden, so viele neue Gesichter seien nicht dabei, okay, das Trainerteam, aber das habe ihn „super“ aufgenommen. Barkok nimmt einen neuen Anlauf, kämpft um seine zweite Chance, in Frankfurt ist es sicher seine letzte. Die will er mit aller Macht nutzen, auf Teufel komm raus, egal wie. Genau deshalb erteilt er schon im Voraus einer abermaligen Leihe eine Absage: „Für mich kommt das nicht infrage.“

Eine Rückmeldung, wie er sich bisher geschlagen habe und welches seine Perspektiven sind, nein, die habe er noch nicht bekommen, aber die richtige Vorbereitung habe ja erst vor zwei Wochen begonnen, da sei es für jedwede Signale noch zu früh. Barkok aber hat ein gutes Gefühl, obwohl er weiß, dass der Konkurrenzkampf groß ist. Dem stellt er sich. Er wolle sich reinhauen, alles geben, alles versuchen, „um dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen, wen er aufstellt – mehr kann ich nicht tun.“

Pechsträhne von Aymen Barkok bei Eintracht Frankfurt soll enden

Barkok hofft inständig, dass seine Pechsträhne endet und er seinem Beruf verletzungsfrei nachgehen kann. Aktuell ist er guter Dinge, „Ich fühle mich wohl, bin zu 100 Prozent fit, meine Laufwerte sind gut, meine Schulter auch. Mir fehlt nur der Spielrhythmus.“ Genau den sollte er in Düsseldorf bekommen. Hat nicht geklappt.

Er hat in den beiden Testspielen gegen Monaco und Eindhoven ganz ordentliche Leistungen gezeigt, aber keine Bäume ausgerissen. Er weiß das nur zu gut. Der Trainer habe nach den Erfahrungen aus der Vorsaison aber erst einmal Wert auf Kompaktheit gelegt, führt der Profi aus, „das war auch meine Aufgabe“. Und doch muss er sich mehr einbringen, darf seine Stärken, die Unbekümmertheit und Frechheit, nicht gänzlich in ein taktisches Korsett zwängen lassen. „Ich bin einer, der ins Dribbling geht. Jetzt ist der Zeitpunkt, Aktionen zu zeigen“, urteilt er treffend. „Ich will meine Spielweise einbringen. Ich weiß, dass ich offensiv ein paar Akzente setzen muss. Aber das kommt noch, das verspreche ich.“

Derweil will Lionel Messi unbedingt den FC Barcelona verlassen. Wir fragen uns: Messi und Eintracht Frankfurt, warum denn eigentlich nicht?

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