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Chris vor Wechsel nach Wolfsburg

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Chris Maicon Hening auf Wanderschaft?
Chris Maicon Hening auf Wanderschaft? © Rhode

Alles deutet darauf, dass die Eintracht einen guten Spieler verliert - für 1,5 Millionen Euro Ablöse. Chris Maicon Hening spielt seit 2003 in Frankfurt. Das Problem: Weil er oft verletzt war, hat er nur 90 Spiele absolviert.

Von THOMAS KILCHENSTEIN UND INGO DURSTEWITZ

Der VfL Wolfsburg buhlt sehr intensiv um Chris Maicon Hening, den defensiven Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt. Nach Informationen der FR steht der 29-jährige Brasilianer, der noch einen Vertrag bis 2009 besitzt, unmittelbar vor einem Wechsel in die VW-Stadt. Felix Magath, Geschäftsführer, Manager und Trainer in Personalunion, will Chris unbedingt verpflichten.

Am Mittwoch soll sich der Berater des Spielers, Roger Wittmann, Inhaber der Agentur Rogon, bereits mit Frankfurts Klubchef Heribert Bruchhagen treffen, um den angedachten Wechsel zu besprechen. Dem Vernehmen nach hat Chris eine Klausel in seinem Arbeitspapier, nach der er für 1,5 Millionen Euro vor der Zeit gehen kann. Diese Option wollen Wittmann und Chris offenbar ziehen. Am Freitag soll sich der Spieler endgültig entscheiden.

Chris befindet sich derzeit noch mit den Frankfurtern auf Mallorca und war gestern, genauso wie Trainer Friedhelm Funkel, für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Klubchef Bruchhagen, am Montag von der FR zur Wechselabsicht befragt, gab sich ahnungslos: "Davon weiß ich nichts." Schon vor Wochen sickerte bei Eintracht Frankfurt durch, dass es schwer werden würde, Chris zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen. Chris' Berateragentur Rogon hat den Spieler schon in der Vergangenheit auf dem Markt angeboten.

Chris spielt seit 2003 bei der Eintracht. Weil er extrem verletzungsanfällig ist, hat der Defensivspieler in fünf Jahren nur 90 Spiele absolviert, in den vergangenen beiden Spielzeiten ganze 23. Wenn er freilich fit war, gehörte er meist zu den besten Spielern. "Wie wichtig Chris für unser Spiel ist, hat man jetzt gesehen", sagte Trainer Funkel, als die Eintracht zuletzt in die Krise schlidderte.

Aus Sicht des Spielers macht ein Wechsel durchaus Sinn: Mit bald 30 Jahren wäre es vermutlich die letzte Gelegenheit, noch einmal einen Kontrakt zu deutlich verbesserten Bezügen zu ergattern. Und für den VfL Wolfsburg spielt Geld keine Rolle. Zumal Chris bislang nicht zu den bestbezahlten Akteuren der Eintracht zählt.

Chris löste in Frankfurt in der Vergangenheit mehrfach Wirbel aus. Weil er im Sommer 2004 einen weiteren Vertrag beim brasilianischen Provinzklub SC Prudentopolis unterzeichnet hatte, verurteilte ihn der Weltverband Fifa zu einer Strafe von 300 000 Dollar. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte das Urteil im Juli 2005. "Ich habe kein Geld. Ich kann nicht zahlen. Da kann ich mich erschießen", sagte Chris damals. Der Klub gewährte ihm daraufhin ein Darlehen.

In dieser Saison bestritt Chris zehn Spiele und schoss ein Tor - beim 2:2 beim VfL Wolfsburg.

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