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Ein Foto, zwei Torschützen: Luc Castaignos (l) und Haris Seferovic klatschen ab.
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Ein Foto, zwei Torschützen: Luc Castaignos (l) und Haris Seferovic klatschen ab.

Eintracht Frankfurt

Castaignos schießt Eintracht ins Glück

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Bei der Rückkehr von Armin Veh zum VfB Stuttgart nimmt Eintracht Frankfurt drei Punkte mit. Neuzugang Luc Castaignos macht zwei Tore beim erlösenden 4:1-Erfolg in Stuttgart – einen Sieg, den Oczipka als „brutal wichtig“ einstuft.

Nach getaner Arbeit im Stuttgarter Glutofen war für den Frankfurter Torwächter Lukas Hradecky die Zeit gekommen, um sich ein wenig abzukühlen und zu erfrischen. „Ich glaube“, sagte der 25 Jahre alte Eintracht-Schlussmann, „heute kann ich mir mal ein Bier genehmigen.“ Dann strahlte er, der gute Torwart, er strahlte über beide Wangen. „Heute ist ein guter Tag.“

Eintracht Frankfurt hat einen Fehlstart abgewendet, aus dem Stotterstart ist binnen eines Spiels ein passabler Saisonauftakt geworden. Am Samstagnachmittag gewann der hessische Bundesligist seine erste Begegnung in dieser noch jungen Spielzeit, im Schwabenland siegte die Eintracht verdient mit 4:1 (2:1) beim VfB Stuttgart. Es war der erste Auswärtserfolg seit einer gefühlten Ewigkeit oder, genauer gesagt, seit November 2014.

Die Erleichterung im Lager der Frankfurter war entsprechend groß. „Das war brutal wichtig“, sagte Linksverteidiger Bastian Oczipka. „Das kann man nicht anders sagen.“ Mit dem Dreier in Stuttgart haben sich die Hessen Luft verschafft, sie können nun mit vier Punkten nach drei Begegnungen beruhigt und gut gestimmt in die anstehende Länderspielpause gehen. Für den VfB sieht das mit null Punkten auf Rang 18 anders aus. „Ich weiß, wie sich das anfühlt“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. „Das ist richtig Scheiße.“

Bruchhagen: Stuttgarter "haben overpaced"

Das klare Resultat konnte freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Frankfurter gerade im ersten Abschnitt ihre liebe Müh‘ und Not mit dem laufstarken Schwaben hatten. „Sie haben ein wahnsinniges Tempo an den Tag gelegt, es war aber klar, dass sie das nicht 90 Minuten werden durchhalten können“, sagte Trainer Veh, dessen Rückkehr nach Stuttgart doch weit weniger emotional verlief als angenommen. Im Grunde gab es gar keine Reaktion des Stuttgarter Publikums auf den Fußballlehrer, der in der vergangenen Saison beim VfB nach nur zwölf Spieltagen zurückgetreten war.

Auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen war der Meinung, dass die Stuttgarter ihr Pulver im ersten Abschnitt verschossen hatten. „Sie haben overpaced, sie haben mit solcher Vehemenz und solchem Druck gespielt“, da sei es nur allzu logisch und auch menschlich gewesen, dass sie diesem Aufwand Tribut zollen mussten. Zumal der VfB die meiste Zeit einem Rückstand nachlaufen musste.

Die Frankfurter, die im ersten Abschnitt große Probleme hatten und nie zu ihrem Spiel finden konnten, schlugen mit den wenigen guten Angriffen eiskalt zu. Nach einer Flanke von Oczipka verlängerte VfB-Verteidiger Adam Hlousek den Ball ins eigene Tor (11.), kurz vor dem Halbzeitpfiff schloss Neuzugang Luc Castaignos einen schnellen Gegenangriff über Makoto Hasebe und Haris Seferovic zum 2:1 ab (42.), in der Zwischenzeit hatte Daniel Didavi die Stuttgarter mit dem verdienten Ausgleich zurück ins Spiel gebracht (30.).

Die Eintracht hätte zu diesem Zeitpunkt allerdings auch im Rückstand liegen können, „2:1, 3:1 für den VfB wäre drin gewesen“, räumte der Frankfurter Torhüter Hradecky ein. „Wir haben zu viel klein-klein gespielt“, monierte Bastian Oczipka. Auch Trainer Veh fand, dass seine Mannschaft nur allzu selten „die richtige Lösung“ gefunden habe.

Ignjovski räumt auf

Was abermals auffiel: Von der Ballsicherheit, die Veh erwartet und die seine Spieler grundsätzlich auch haben, war wieder nichts zu sehen, da wurden viel zu viele Bälle hergeschenkt, die Kugel zu schnell abgegeben und in die Beine des Gegners gespielt. Gerade Makoto Hasebe war kein Stabilisator im Mittelfeld. „Er hatte nicht seinen besten Tag“, bemerkte Veh. Den hatte auch Rechtsverteidiger Timothy Chandler nicht, der gegen Filip Kostic gleich mehrfach das Nachsehen hatte. „Er kam nicht so zurecht“, monierte Veh.

Zur Halbzeit blieb Chandler, ohnehin am Knie angeschlagen, in der Kabine, genauso wie Kapitän Marco Russ, der über Probleme in den Adduktoren klagte. Für Chandler und Russ kamen Aleksandar Ignjovski und David Abraham. Es waren fast schon spielentscheidende Wechsel, denn beiden haben in der zweiten Hälfte stark gespielt und sorgten dafür, dass die Stuttgarter kaum mehr zur Entfaltung kamen. „Die zwei frischen Kräfte haben unserem Spiel gut getan“, analysierte Bruchhagen punktgenau.

Gerade Ignjovski fegte im defensiven Mittelfeld effektiv und raubeinig dazwischen, er trieb seine Mannschaft mit seiner Spielweise an, gewann zudem viele wichtige Bälle. „Diese Note im Spiel hatte uns gefehlt“, sagte Veh. „Wir waren nicht aggressiv genug.“ Die Schwaben hatten im zweiten Abschnitt kaum noch brauchbare Möglichkeiten, einmal rettete Keeper Hradecky nach einem Schuss von Tobias Werner noch „überragend“ (Veh), ansonsten war tote Hose im Stuttgarter Angriff. Der VfB hatte schlicht nichts mehr zuzusetzen. Und auch Pech, dass die entscheidenden Szenen allesamt gegen sie liefen.

Nach genau 67 Minuten war die Partie im Grunde entschieden, da holte VfB-Torwart Przemyslaw Tyton den Frankfurter Stürmer Castaignos im Strafraum von den Beinen – die Folgen waren für die Stuttgarter verheerend. Strafstoß und Platzverweis für den Schlussmann. Haris Seferovic verwandelte sicher, und auf den letzten Metern stellte abermals Neuerwerbung Castaignos den 4:1-Endstand her (87.).

Ein guter Anfang ist gemacht

Der Niederländer war ganz sicher der Mann des Spiels, erzielte zwei Tore und holte den Elfmeter raus. Viel besser geht es nicht, auch wenn der Angreifer spielerisch sicherlich noch zulegen kann. Trainer Veh lobte denn auch in verträglicher Dosis: „Der Junge weiß noch gar nicht, was in ihm steckt. Er hat jetzt mal was angedeutet, aber er kann und muss auch noch viel lernen.“ Ein guter Anfang ist gemacht. Für Castaignos. Und für Eintracht Frankfurt.

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