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Fahnenschwenker im Einsatz. Ioannis Amanatidis zeigt in Wilhelmshaven Flagge.
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Fahnenschwenker im Einsatz. Ioannis Amanatidis zeigt in Wilhelmshaven Flagge.

Erste Elf steht

Fit für den Bundesligaauftakt

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt wähnt sich nach einem leichten Sieg im Pokal gut gerüstet für Hannover 96. Die erste Elf für den Bundesligastart steht.

Eintracht Frankfurt wähnt sich nach einem leichten Sieg im Pokal gut gerüstet für Hannover 96. Die erste Elf für den Bundesligastart steht.

Zwei Tage später, bei der Kür beim öffentlichen Schautraining in der WM-Arena vor allenfalls 10.000 Zuschauern zur Saisoneröffnung, war die Pflicht schon fast vergessen. Der weitgehend unkomplizierte und unaufgeregte Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde war kaum noch ein Thema, aber so schnell wie Ioannis Amanatidis hatte keiner aus der Frankfurter Entourage den Trip an die Nordsee abgehakt. „Nach einer kleinen Schwächephase am Beginn haben wir uns gefangen und sind eine Runde weiter. Alles andere ist uninteressant“, sagte der Stürmer betont kühl. Mund abwischen und weiter gehts, soll das bedeuten, dabei fängt es jetzt doch erst richtig an. Die Bundesliga wartet, am kommenden Samstag gastiert Eintracht Frankfurt zum Start bei Hannover 96, und allgemein lautet der Tenor bei den Hessen: Wir sind bereit. Der Trainer Michael Skibbe umschreibt das so: „Wir sind genau da, wo wir zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison sein müssen.“

Tatsächlich sieht es so aus, als habe der Coach seine Formation für den Bundesliga-Auftakt gefunden. Die Mannschaft, die sich beim 4:0-Sieg gegen den Viertligisten SV Wilhelmshaven mühelos schadlos gehalten hat, dürfte auch jene sein, die in Niedersachsen beginnt. Es ist zudem die Mannschaft, die nach sechs Wochen Vorbereitung aktuell die beste ist, es ist eine durchweg logische Aufstellung. Zwar sagte Skibbe in Wilhelmshaven, die Mannschaft für Hannover könne sich noch ändern, aber diese Aussage dürfte allein der Motivation des umfangreichen Kaders Rechnung tragen.

Allein um die Personalie Chris gibt es noch ein kleines Fragezeichen. Der Brasilianer ist nach seiner Leistenoperation schneller als gedacht wieder fit geworden, er könnte gegebenenfalls noch ins Team rücken, auch wenn Skibbe gerade im Falle des verletzungsanfälligen Kapitäns nichts überstürzen will.

Die Würfel sind demnach auch im Sturm gefallen, die Sieger im Angreifer-Casting sind Halil Altintop und Amanatidis, nicht zufällig am Freitag auch unter den Torschützen. Von beiden hinterließ der Grieche den deutlich besseren Eindruck, er war laufend unterwegs und sprühte vor Tatendrang. „Ich habe tausendmal gesagt, wenn ich fit bin, spiele ich“, sagte der 28-Jährige, der dessen ungeachtet sichtlich „froh und glücklich“ war, im ersten Pflichtspiel seit seiner zweiten Knorpel-Operation gleich wieder getroffen zu haben. „Dazu hatte ich noch ein paar gute Szenen, das war okay.“ Das Team, sagte der Grieche weiter, „wird noch Spaß an mir haben“.

Gekas muss sich hinter Amanatidis und Altintop anstellen

Auch Altintop enttäuschte nicht, auch wenn er weniger zielgerichtet spielte (bis auf die Vorarbeit zum 1:0), aber durch seine Laufstärke ist er derzeit wertvoller für die Mannschaft als etwa Theofanis Gekas. Der Neuzugang muss sich im Augenblick hinten anstellen, als reiner Stoßstürmer geht er nicht die weiten Wege. „Es war eine enge Entscheidung“, sagte Skibbe später über die Stürmernominierung. Für Altintop hätten dessen „Torgefahr und die letzten guten Eindrücke in der Vorbereitung“ gesprochen, begründete der Fußballlehrer. Martin Fenin, der Vierte im Bunde, gehörte wegen Rückenschmerzen nicht zum Kader. Zudem funktionierte das Zusammenspiel zwischen Altintop und Amanatadis gleich ordentlich. „Ich bin mit der Ausgangslage in der Offensive sehr zufrieden“, sagte Skibbe über die Qual der Wahl.

Aber er weiß, dass künftig eine seiner Aufgaben es eben auch sein wird, den Kader – und speziell die Spieler im zweiten Glied – bei Laune zu halten, was bei 20 bundesligareifen Kickern keine leichte sein wird. Immerhin sind derzeit durchaus gestandene Spieler wie Ümit Korkmaz, Caio, die WM-Teilnehmer Gekas, Ricardo Clark oder auch Martin Fenin allenfalls zweite Wahl.

Was also hat diese Partie noch für Erkenntnisse geliefert? Eintracht Frankfurt ist spielerisch weiter gereift, man sieht das, wie gut der Ball in den eigenen Reihen läuft, wie er, meist nur mit einem Kontakt, zirkuliert. Da mag der SV Wilhelmshaven kein ernsthafter Gradmesser sein, und doch sind die Kombinationen, vornehmlich über die starke rechte Flanke allemal vielversprechend. Es stehen jetzt einfach mehr technisch versierte Spieler auf dem Feld, die wissen, was sie zu tun haben. „Das ist unsere Philosophie, wenn wir den Ball schnell laufen lassen, kommt auch ein Gegner in der Bundesliga nicht ran“, war Kapitän Patrick Ochs angetan.

Zum Prunkstück der Mannschaft aber könnte sich die Schaltzentrale im Mittelfeld mausern, wo Alexander Meier und Pirmin Schwegler die Fäden zogen und dies in einer Art und Weise taten, die Lust auf mehr machte. „Das ist schon ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagte Skibbe. „Wir haben einen sehr spielstarken Kader, haben eine gute Passsicherheit und wollen auch künftig mit viel Dynamik auf den Flügeln attackieren.“

Der Anfang also ist gemacht, eine Garantie dafür, dass sich auch der Erfolg einstellt, gibt es nicht. Skibbe weiß das: „Man kann sich auch den Finger in der Nase brechen.“ Und den Start an der Leine vermasseln.

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