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Eintracht Frankfurt

Bruno Hübner ist gefordert

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Bruno Hübner steht unter Druck. Für den Sportdirektor von Eintracht Frankfurt ist in der Trainerfrage die Gelegenheit gekommen, sein Profil zu schärfen und zu zeigen, was er drauf hat.

Am Freitag weilte der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner im Ausland, im europäischen, wie Pressesprecher Markus Jestaedt hinzufügte. „Und er sucht dort auch keinen Trainer.“ Der Termin war schon vorher ausgemacht, mit der tagesaktuellen Arbeit hatte die Reise nichts zu tun.

Aber es steht natürlich außer Frage, dass es in diesen Tagen und nächsten Wochen ganz entscheidend auf das Geschick und Gespür, auf den Sachverstand und das richtige Händchen des Sportmanagers ankommt. Zuallererst muss ein neuer Coach her, diese Personalie genießt beim Klub absolute Priorität, aber darüber „vergessen wir auch nicht, dass wir noch Spieler holen müssen“, sagt Jestaedt.

Einer wie Schwegler ...

Bruno Hübner ist nun gefordert. Er wird jetzt liefern müssen, wird eine Liste mit Namen und entsprechendem Profil erarbeiten, die dem von Eintracht Frankfurt favorisierten Trainertypus am ehesten entspricht. Klubchef Heribert Bruchhagen, der am Wochenende natürlich beim DFB-Pokal-Finale in Berlin vor Ort ist, wird dann den Daumen heben oder senken. Nicht ganz unbedeutend ist zudem, dass sich der Aufsichtsrat erst am übernächsten Montag neu konstituiert. Eine Meinung zum neuen Übungsleiter werden die Herren sicherlich auch haben.

Selbstverständlich wird der neue Trainer in Personalfragen eingebunden sein, er wird seine eigenen Wünschen und Vorstellungen haben. Deshalb ist die Spielerkabine erst einmal auf der Tagesordnung nach unten gerutscht, ohne deshalb vernachlässigt zu werden. „Wir haben schon Spieler im Kopf“, sagt Hübner.

Für den 54 Jahre alten Hübner ist jetzt auch die Gelegenheit gekommen, sein Profil zu schärfen und zu zeigen, was er drauf hat. Denn zuletzt ist der Mann aus Mainz-Kastell erstaunlich tief abgetaucht, er hielt sich zuletzt merklich zurück, verlegte sein Wirken fast gänzlich in den Hintergrund. Hübner hat sich aufgerieben, er wurde aus den eigenen Reihen, etwa zu Saisonbeginn vom scheidenden Aufsichtratsvorsitzenden Wilhelm Bender („werden nicht für Bemühungen bezahlt, sondern für Erfolge“) attackiert und ausgebremst. Er ist ein bisschen desillusioniert. Deswegen vielleicht ist er auch hinter dem breiten Rücken von Trainer Thomas Schaaf in Deckung gegangen.

Das geht jetzt nicht mehr. Hübner muss Kante zeigen, muss aktiv werden, muss das Team, das auch durch eine Reihe von Undiszipliniertheiten außerhalb des Platzes in dieser Runde aufgefallen ist, modellieren, muss an einigen Stellschrauben drehen. Klar, das Fundament steht, doch einige Dinge sind Hübner sauer aufgestoßen. Er möchte ganz gerne eine andere Mentalität in den Kader bringen. Viele Spieler seien nicht robust genug, kippen beim ersten Gegenwind aus den Latschen. Er wünscht sich mehr vom Schlag eines Stefan Aigner, Profis, die im Ernstfall die Ärmel aufkrempeln und dagegen halten. „Wir kennen unsere Schwachstellen“, sagt Hübner.

Stefan Reinartz, die erste Frankfurter Neuerwerbung, steht ein bisschen stellvertretend für den Typus Spieler, den die Eintracht sucht. Bodenständig, solide, deutsch, klar im Kopf. Und natürlich schaut Hübner nach Spielern, die die Fäden in die Hand nehmen können, die vorangehen, deren Wort in der Mannschaft Gewicht haben. Spieler, wie der im letzten Jahr zur TSG Hoffenheim abgewanderte Pirmin Schwegler einer war, der die Mannschaft führen kann. Erst unlängst hat der amtierende Kapitän Kevin Trapp im FR-Interview hervorgehoben, wie sehr Schwegler das Team geprägt hat: „Pirmin hat viel im Hintergrund gearbeitet, was wir alle nicht so mitbekommen haben.“ Für den Zusammenhalt des Teams war das enorm wichtig.

Zambrano-Deal wackelt

Ob Hübner in der Personalie Carlos Zambrano Erfolg hat, ist weitgehend offen. Zwar sei man weiterhin zuversichtlich, dass der Peruaner, derzeit in der Vorbereitung auf die Copa America in Chile, seinen Kontrakt bei Eintracht Frankfurt verlängert, aber Fakt ist auch, dass die Schweizer Agentur, die Rechte am Spieler hält, keinerlei Bewegung erkennen lässt. Bruno Hübner wird noch einige dicke Bretter bohren müssen.

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