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Wirtschaftliche Situation

Bruchhagen plädiert für Gelassenheit

Die Premier League wirft mit Millionen um sich und die ganze Bundesliga fragt sich, wie man darauf reagieren soll. Mit Gelassenheit, rät der am Saisonende scheidende SGE-Chef Heribert Bruchhagen. Die wirtschaftliche Situation bei der Eintracht schätzt Bruchhagen als solide ein.

Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat für einen gelassenen Umgang mit der finanziellen Übermacht der englischen Premier League plädiert. „Wir sollten dem Fetisch Premier League nicht nachjagen“, sagte der 67-Jährige am Montag bei einem Pressegespräch zur wirtschaftlichen Situation des Fußball-Bundesligisten. Bedingt durch den sehr pay-tv-orientierten Fernsehmarkt in Großbritannien und die weltweite Verbreitung der englischen Sprache habe die Premier League einen Wettbewerbsvorteil, der nicht aufzuholen sei. „Das ist ein ungleicher Kampf, den wir nicht gewinnen können und den wir gar nicht erst aufnehmen sollten“, meinte Bruchhagen.

Der Eintracht-Chef empfiehlt den deutschen Clubs stattdessen, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Wir sollten unser Augenmerk weiter auf Seriosität und Vernunft legen“, sagte er. „Die Bundesliga ist ein sensationell gutes Produkt. Fakt ist: Manchester City hat einen höheren Lizenzspieleretat als Bayern München – aber noch nie das Halbfinale der Champions League erreicht.“

Fakt ist aber auch: Die immer ungleichere Verteilung der nationalen wie auch internationalen TV-Gelder trifft in der Bundesliga gerade einen Mittelklasse-Club wie Eintracht Frankfurt besonders hart. Die SGE wächst Schritt für Schritt – aber sie kann dies lange nicht so schnell und gewaltig tun wie ein Verein, der regelmäßig in der Champions League vertreten ist. „Die große Frage lautet: Wie können wir in der Tabelle steigen, wenn die Clubs vor uns immer noch mehr und mehr kriegen“, meinte Bruchhagen.

Ganz konkret hat die Eintracht Frankfurt Fußball AG in der abgelaufenen Saison einen Verlust von 6,1 Millionen Euro gemacht. Dies erklärt sich vor allem durch den kostspieligen Umbruch der Mannschaft, der nach dem Weggang von Leistungsträgern wie Sebastian Rode, Pirmin Schwegler oder Sebastian Jung nötig geworden war. Da die Eintracht in der Spielzeit davor bedingt durch ihre Teilnahme an der Europa League aber einen Überschuss von mehr als neun Millionen Euro erwirtschaftet hatte, lässt sich dieses aktuelle Minus verschmerzen. „Unser Plan für die neue Saison 2015/16 sieht vor, erstmals in der Geschichte von Eintracht Frankfurt die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro zu überschreiten“, erklärte der neue Finanzvorstand Oliver Frankenbach. Gerechnet wird mit einem Umsatz von 101,8 Millionen Euro.

„Wir sind kerngesund“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann. „Wir haben keine Schulden, wir haben keine Einnahmen vorab verfrühstückt und haben keine Abhängigkeiten von irgendeiner Erlösquelle.“ Hinzu kommt aber auch: Die Eintracht ist noch bis 2020 an einen Vermarktungsvertrag und einen Stadionnutzungsvertrag gebunden, die Hellmann jeweils „eklatante Bremsklötze“ nennt. Und das Stadion ist bei fast jedem Heimspiel ausverkauft. Das bedeutet: „Wir sind bei den klassischen Einnahmequellen an einer Wachstumsgrenze angelangt.“

Um trotzdem mit finanzstarken Clubs wie 1899 Hoffenheim, Bayer Leverkusen oder bald auch RB Leipzig mithalten zu können, „müssen wir anfangen, unsere Investitionspolitik etwas offensiver zu führen“, meinte Hellmann. Noch in diesem November will der Verein Genussscheine an einen geschlossenen Kreis von Gönnern und Freunden der Eintracht ausgeben. Davon verspricht sich der Club einen Erlös von rund zehn Millionen Euro.

Eine weitere Möglichkeit: Spieler für viel Geld weiterzuverkaufen. „Das Beispiel Kevin Trapp hat gezeigt, dass das gut funktionieren kann“, sagte Hellmann. Ihren Torwart und Kapitän veräußerten die Frankfurter in der Sommerpause für mehr als neun Millionen Euro an Paris St. Germain.

Das Fazit: Die ungleichen finanziellen Verhältnisse in der Liga „machen uns nicht mutlos, sondern aktiv aggressiv“, sagte Bruchhagen. (dpa)

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