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Obenauf: Rafael Santos Borré (links) im Freudentaumel.
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Obenauf: Rafael Santos Borré (links) im Freudentaumel.

SGE

Eintracht Frankfurt verpflichtet Silva-Ersatz: Borré und die Bürde

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht holt den Kolumbianer als Ersatz für den abgewanderten Topstürmer Silva – doch die 28 Tore sollen ihn nicht erdrücken.

Frankfurt - Eine Überraschung ist es nicht mehr, aber nun zumindest offiziell und also perfekt: Eintracht Frankfurt verpflichtet den kolumbianischen Nationalspieler Rafael Santos Borré. Der 25 Jahre alte Stürmer kommt ablösefrei vom argentinischen Spitzenverein River Plate Buenos Aires und unterschreibt einen Vertrag bis 2025. Jährlich streicht der Angreifer dafür rund zwei Millionen Euro ein, womit er gewiss nicht zu den Topverdienern zählt. Dafür erhält er eine Antrittsgage von 2,5 Millionen Euro.

„Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ist es für uns ein sehr guter Transfer“, sagt Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche. „Er wird uns mit seinem Torinstinkt und seiner Treffsicherheit helfen. Wir sind froh, einen Spieler mit internationalem Format gewonnen zu haben.“

Eintracht Frankfurt: Aufregende und turbulente Tage für Borré

Es sind aufregende und turbulente Tage für Borré, der zurzeit gar nicht weiß, wo ihm der Kopf steht. Mit seinem Heimatland rockt er gerade die Copa America in Brasilien, erstmals seit 2016 ist Kolumbien wieder ins Halbfinale eingezogen, wo es in der Nacht zum Mittwoch auf Lionel Messi und Argentinien trifft. Vor 20 Jahren gewannen Los Cafeteros zum ersten und einzigen Mal den Titel. Jetzt steht das Land wieder Kopf – und Borré ist mittendrin. Vom weiteren Turnierverlauf hängt auch ab, wann der Mittelstürmer in Frankfurt aufschlägt. Die Nationalspieler erhalten allesamt drei Wochen Sonderurlaub.

Es ist nicht das erste Auslandsengagement für den Südamerikaner, von 2015 bis 2017 stand der quirlige Akteur beim spanischen Topklub Atletico Madrid unter Vertrag, schaffte aber den Durchbruch nicht und wurde zwischenzeitlich an den FC Villarreal verliehen. Damals war der aus Barranquilla stammende Mann noch nicht stark und erwachsen genug für das Abenteuer Europa, nun will er es im zweiten Anlauf unbedingt und mit aller Macht schaffen. „Er ist ein sehr interessanter Spieler, der bereits Erfahrungen im europäischen Klubfußball sammeln konnte“, sagt Markus Krösche.

In Argentinien reifte er zum Spitzenspieler, machte in 149 Spielen 56 Tore (19 Vorlagen). Mit River Plate schaffte der Rechtsfuß 2018 das Kunststück, die Copa Libertadores, die südamerikanische Champions League, zu gewinnen. Nun folgt der nächste Karriereschritt.

Eintracht Frankfurt - Ziel: Mehr Torschützen

Borré soll den nach Leipzig abgewanderten Toptorjäger André Silva nicht eins zu eins ersetzen. Der von Kadermanager Ben Manga entdeckte und wärmstens empfohlene Profi ist ein anderer Spielertyp, mit 1,74 Meter ohnehin das Gegenteil von einem klassischen Brecher im Sturmzentrum. Er ist eher ein wuseliger Angreifer, antritts- und handlungsschnell, einer, der nicht lange fackelt und gerne mit dem ersten Kontakt abschließt. Borré bringt – im Gegensatz zu Silva – die nötige Grundschnelligkeit mit und erfüllt damit ein wichtiges Kriterium der neuen Sportlichen Leitung. „Wir wollen mehr Tempo und Tiefgang“, sagt Trainer Oliver Glasner. „Borré ist ein Spieler, der das erfüllt.“

Natürlich weiß niemand so genau, ob der Kolumbianer seine zweite Chance in Europa nutzen wird, ob er mit der Kultur und Mentalität zurecht kommt, ob er nun tatsächlich durchstarten wird. Allzu großen Druck wollen ihm die Verantwortlichen nicht aufbürden und ihn keinesfalls als Silva-Nachfolger anpreisen. „André hat 28 Tore gemacht und acht Assists gegeben – da kannst du doch jetzt nicht sagen, wir holen einen neuen Stürmer, den stellen wir rein und der macht auch so viele Tore. Das funktioniert nirgends“, sagt Coach Glasner und stellt explizit klar: „Wir wollen ihm nicht die 28 Tore umhängen und sagen: ‚So, die musst du jetzt auch machen.’“ Die Aufgabe bestünde vielmehr darin, Lösungen zu finden, „andere Spieler torgefährlicher zu machen, Abläufe zu finden, um Spieler in Abschlusspositionen zu bringen“. Das Ziel sei ganz klar umrissen: Das Toreschießen „auf mehrere Schultern verteilen“.

Da kommen die Kreativen Amin Younes und Daichi Kamda ins Spiel, die „mit ihren Steckpässen“ die anderen Offensivkräfte in Position und zum Erfolg bringen sollen. Und auch Filip Kostic, der um jeden Preis gehalten werden soll, wofür es aber, wie der Trainer richtig anmerkt, keine Garantien gebe. Glasner geht fest davon aus, mit dem serbischen Nationalspieler in die Saison zu gehen, weshalb er sagt: „Wir werden Spieler brauchen, die seine Flanken verwerten können, weil seine Flankenqualität außergewöhnlich gut ist.“ Das spricht klar dafür, dass die Eintracht einen weiteren Stürmer, einen anderen Typen aber, holen wird. Favorit auf den Posten: Randal Kolo Muani, FC Nantes, 22, 1,87 Meter groß.

Eintracht Frankfurt: Touré wieder verletzt

Aber auch die Offensiven aus den eigenen Reihen bringt der Österreicher in Position: Goncalo Paciencia sei ein klassischer „Strafraumstürmer“, Ragnar Ache eher einer, der „Tiefgangprofil“ mitbringe, Rückkehrer Dejan Joveljic komme mit der „Visitenkarte“ von 17 Toren in Wolfsberg. „Es gibt mehrere Optionen, das schauen wir uns an.“ Die Tendenz geht klar zu einer externen Lösung. Das ist auch richtig so.

Mit seinen ersten Tagen in Frankfurt ist der 46-Jährige absolut einverstanden, mehr als das, Glasner wirkt fast ein wenig euphorisiert. Alle seien „super- engagiert und super-nett“, die Mannschaft mache einen „sehr, sehr positiven Eindruck, sehr offen, ich bin schwer beeindruckt“. Makoto Hasebe wählte er, wie viele Trainer vor ihm, als Beispiel. „Wenn wir ein Tor brauchen, sprintet er los. Er ist sich mit fast 38 nicht zu schade, ein Tor zu tragen. Das zeigt seinen super Charakter.“

Nur Almamy Touré, auf den Glasner richtig gespannt war, bereitet ihm etwas Sorgen. Der Verteidiger ist mal wieder verletzt, wieder die Sehne im Oberschenkel, dieses Mal vorne, nicht hinten. Ausfallzeit unklar. (Ingo Durstewitz)

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