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Frankfurts Gelson Fernandes (rechts) und Gladbachs Nico Elvedi kämpfen um den Ball.
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Frankfurts Gelson Fernandes (rechts) und Gladbachs Nico Elvedi kämpfen um den Ball.

Gladbach - Eintracht

Boateng trifft, Eintracht siegt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Kevin-Prince Boateng schießt den alles entscheidenden Treffer im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach und macht damit einen Fehler gut. Der Sieg der Frankfurter im Borussia-Park ist alles in allem verdient.

Fredi Bobic, der frühere Stürmer, hatte natürlich vollstes Verständnis für das Missgeschick des Stürmers Kevin-Prince Boateng. „Da bist du so in der Bewegung, da ziehst du halt durch.“ 47 Sekunden waren da gerade gespielt, als der Ball zum ersten Mal im Gladbacher Netz zappelte, Boateng hatte getroffen, aus ganz kurzer Entfernung. Dummerweise stand der 30-Jährige im Abseits. Noch dümmer freilich war, dass der Ball auch ohne Zutun von Boateng ins Tor gegangen wäre. Der Schuss von Mijat Gacinvic wäre haarscharf neben dem Pfosten in den Kasten gerollt, doch weil Boateng den Fuß noch dazwischen hielt, erkannte Schiedsrichter Robert Kampka (Mainz) den Treffer zu Recht nicht an. Boateng nahm den Torklau auf die leichte Schulter. „Das wäre auch zu einfach gewesen. Das wäre das einfachste Tor in meiner Karriere gewesen. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen.“

Kevin-Prince Boateng hatte natürlich leicht reden. 13 Minuten später war es der ehemalige ghanaische Nationalspieler, der den alles entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg der Frankfurter Eintracht bei Borussia Mönchengladbach markierte. Nach einem weiten Einwurf von Jetro Willems ließ Sebastien Haller den Ball prallen, Boateng traf mit einem Schuss aus der Drehung. „Da habe ich meinen Fehler wieder gutgemacht.“ Dass es das einzige Tor in dieser kurzweiligen Partie bleiben sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner. „Wir hätten zwei, drei Tore mehr schießen müssen“, sagte Vorstand Fredi Bobic hinterher.

Erster Eintracht-Sieg der Saison

Der Sieg der Frankfurter im Borussia-Park, der erste in dieser Saison, war alles in allem verdient. Vor allem dank einer erstaunlich guten ersten halben Stunde, als die Hessen Spiel und Gegner komplett unter Kontrolle hatten. „Das war der beste Fußball, den wir in dieser Saison gespielt haben“, fasste Torwart Lukas Hradecky zusammen.

Tatsächlich passte da schon ziemlich viel zusammen. Das Mittelfeld wirkte aggressiv, klaute viele Bälle, störte die Gladbacher bereits im Spielaufbau. Das Umschaltspiel klappte, die Eintracht setzte viele Impulse, machte Druck. „Die Gladbacher wussten da nicht so recht, wie ihnen geschah“, sagte Trainer Niko Kovac zufrieden, der den am Knie verletzten Makoto Hasebe durch Carlos Salcedo ersetzte, der in der Dreierkette spielte und seine Sache trotz einiger Wackler im Großen und Ganzen ordentlich machte.

Das einzige Manko war: Die Eintracht versäumte es, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Sebastien Haller, der – so lange die Kraft reichte – viele Bälle hielt, hatte die eine oder andere Schussmöglichkeit, traute sich aber nicht, zum Abschluss zu kommen. „Wir hätten den Sack früher zumachen müssen“, tadelte Fredo Bobic sanft, der dessen ungeachtet höchst zufrieden war mit dem Auftritt der Eintracht in Gladbach. „Für ein Auswärtsspiel war das in Ordnung, Gladbach ist ja keine Laufkundschaft. Wir haben nicht viel zugelassen.“

In der zweiten Halbzeit freilich ließ sich die Eintracht immer mehr zurückfallen. Gladbach erhöhte den Druck, schaffte es aber nicht, gefährlich zu werden. Allenfalls einen Weitschuss von Nationalspieler Lars Stindl (55.) musste Torwart Lukas Hradecky parieren, mehr ließ die Eintracht nicht zu. Dass die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten klar feldüberlegen waren, nahm Bobic gelassen. „Dann macht man halt hinten eine Abwehrschlacht.“

In der Tat stellte die Eintracht im zweiten Abschnitt das Fußballspielen nahezu komplett ein. Sie verlagerte sich allein auf die Absicherung des eigenen Tores, schlug die Bälle einfach nur nach vorne und verteidigte vielbeinig und engagiert. Das sah nicht besonders gut aus. Auch wirkte es so, als gingen die Eintracht-Profis nach gut einer Stunde gehörig auf dem Zahnfleisch. Manager Bruno Hübner vermutete, dass die Spieler im Bemühen, „die zwei ersten Spiele zu korrigieren, ein wenig überdreht haben“. Auch müssten sich einige der neuen Akteure erst noch an die Intensität in der Bundesliga gewöhnen. Kovac indes wollte dies so nicht stehen lassen. „Wir haben einiges auf den Rippen und sind körperlich auf einem Top-Niveau.“ Doch konditionelle Mängel waren unübersehbar.

Gedenken an den verunglückten Abdelhak Nouri

Mit vier Punkten nach drei Spielen hat Eintracht Frankfurt den Holperstart nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg ausgebügelt. Der Auftakt sei gelungen, sagte Schütze Boateng, „das ist alles sehr, sehr positiv. Wenn wir nächsten Samstag auch noch Augsburg schlagen, ist das ein sehr guter Start.“

Sein Tor bejubelte Kevin-Prince Boateng auf eine sehr spezielle Art: Er hob sein Trikot und zeigte ein T-Shirt mit dem Namen des schwer verunglückten Abdelhak Nouri und dessen Nummer 34. Der Spieler von Ajax Amsterdam hatte bei einem Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen eine Herzattacke erlitten, bei der er schwerste und bleibende Hirnschäden davon getragen hatte. „Das ist eine Tragödie, das hat mich sehr bewegt“, sagte Boateng, der Nouri nicht persönlich kennt, zu seiner Aktion. Das T-Shirt will er die ganze Saison tragen. „Ich werde für Nouri und seine Familie beten.“

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