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Stürmer für die Eintracht

Blind Date mit Djebbour

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Bundesligist Eintracht Frankfurt will den algerischen Nationalspieler ungesehen verpflichten. Von Ingo Durstewitz aus dem Trainingslager in Belek.

Der Himmel leuchtete stahlblau über der türkischen Riviera, die Sonne hatte leichtes Spiel, die Luft auf milde 20 Grad zu erwärmen. Das war so recht nach dem Geschmack von Heribert Bruchhagen, der in der kalten Nacht zuvor mächtig gefroren hatte, weil in seinem Zimmer die Heizung ausgefallen war. Am Morgen danach hellte sich die Laune des Vorstandsvorsitzenden der Frankfurter Eintracht aber merklich auf; das dürfte auch daran gelegen haben, dass er seinem fordernden und ungeduldigen Coach Michael Skibbe nach dem Training noch auf dem Platz eine gute Nachricht mit auf den Weg zum Mittagessen geben konnte. Denn der hessische Fußball-Bundesligist steht unmittelbar vor der Verpflichtung des so sehnlichst erwarteten Stürmers. Rafik Zoheir Djebbour heißt der Mann, der die Not im Frankfurter Angriff ein wenig mildern soll. Schon heute soll der 25-Jährige in Belek eintreffen.

Der algerische Nationalspieler stand bisher beim griechischen Spitzenklub AEK Athen unter Vertrag, dort kam er aber nicht mehr zum Zuge, weil er sich mit Trainer Dusan Bajevic überworfen hatte. Seither sucht er einen neuen Verein und war auch schon mit dem VfL Bochum in Verbindung gebracht worden. Bruchhagens Verhandlungen sind sehr weit gediehen, eine mündliche Zusage der Athener Verantwortlichen liegt vor, nun sollen die Modalitäten schriftlich fixiert werden. Die Eintracht will Djebbour zunächst für ein halbes Jahr gegen eine entsprechende Gebühr ausleihen, sich aber eine Option auf eine Weiterbeschäftigung sichern.

"Wir werden im Winter sicher nicht mehr ins Risiko gehen, da sind wir gebrannte Kinder", hatte der Eintracht-Boss zuletzt betont. Bruchhagen will partout vermeiden, noch einmal so einen Flop zu landen wie vor einem Jahr bei Nikola Petkovic. Der Linksverteidiger wurde damals nach dreitägigem Probetraining mit einem Dreieinhalbjahresvertrag ausgestattet. Heute weiß keiner mehr, warum.

Alles deutet darauf hin, dass Djebbour die Frankfurter verstärken wird. Der Algerier, der in Grenoble geboren ist, aus der Nachwuchsschule von AJ Auxerre stammt und auch den französischen Pass besitzt, muss auch nicht mehr vorspielen. "Es wird nicht mehr davon abhängen, welchen Eindruck er im Training hinterlässt", sagt Bruchhagen, der am Dienstag noch einmal betonte, dass er eigentlich den Senegalesen Mame Biram Diouf von Manchester United favorisiert hatte. Lange gingen die Bemühungen der Eintracht fast ausschließlich in diese Richtung, weil Chefscout Bernd Hölzenbein von Diouf "absolut überzeugt" war, wie Bruchhagen verriet. Der an den norwegischen Klub Molde FK ausgeliehene Stürmer musste aber zurück nach Manchester - und die Eintracht sich umorientieren.

Seither haben sich die Frankfurter Verantwortlichen intensiv mit dem 1,86 Meter großen Djebbour befasst, allerdings haben sie ihn nie live spielen sehen. Trainer Skibbe studierte die Offensivkraft mehrfach auf Video, zudem ließ er seine Kontakte zu algerischen Vertrauten spielen und tauschte sich eingehend mit Ewald Lienen aus, der den Spieler einst bei Panionios Athen trainierte. Dort schoss Djebbour in 47 Spielen 21 Tore, beim Nachbarn AEK kam er in 30 Partien auf acht Treffer. Gerade die Informationen des "geschätzten und erfahrenen Kollegen" Lienen haben Skibbe den Profi schmackhaft gemacht. "Alle Infos sind sehr aussagekräftig." Das schmälert die Angst, in etwa so danebenzuliegen wie vor Jahresfrist bei Leonard Kweuke, der die in ihn gesteckten Erwartungen niemals auch nur im Ansatz erfüllen konnte.

Skibbe war nach der großen Enttäuschung über die geplatzte Verpflichtung von Theofanis Gekas lange davon ausgegangen, keinen adäquaten Ersatz für die unpässlichen Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis (Knorpelschaden im Knie) und Martin Fenin (anhaltende Schmerzen nach zwei Leistenoperationen) zu finden. Nun hört sich der 44-Jährige recht zuversichtlich an, doch noch die erhoffte Verstärkung zu bekommen: "Das ist sicher eine gute, vielversprechende Lösung für uns." Djebbour sei ein "sehr guter Stürmer, der eine gute Schnelligkeit und gutes Kopfballspiel hat und mit beiden Beinen zum Abschluss kommen kann". Skibbe will Djebbour selbst ins Mannschaftsgefüge eingliedern, mit seinen Französischkenntnissen und notfalls "auch mit Händen und Füßen". Auf Dolmetscher vertraut er eher nicht. Sollte der Deal letztlich über die Bühne gehen, wäre das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Aus für Gastspieler Karlo Primorac, der in den bisherigen Einheiten auch nicht überzeugen konnte.

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