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Eintracht-Talent Max Besuschkow (li.) durfte gegen Seattle (im Bild Clint Dempsey) nur die erste Hälfte ran.
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Eintracht-Talent Max Besuschkow (li.) durfte gegen Seattle (im Bild Clint Dempsey) nur die erste Hälfte ran.

Eintracht Frankfurt

Mit Biss, aber ohne Haller

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht erkämpft sich ein respektables 1:1 gegen Seattle, doch ob der stürmende Franzose nachreisen darf, ist noch unklar.

Eigentlich, so ließ es zumindest die Eintracht verlauten, hätte Neuzugang Sebastien Haller am Samstag zur Mannschaft nach Seattle stoßen sollen. Das wurde dann mal wieder nichts, das Frankfurter Testspiel gegen die einheimischen Sounders vor immerhin 40 000 Zuschauern fing ohne ihn an und ging ohne ihn zu Ende und endete schiedlich-friedlich 1:1 (1:1).

Vor Montag, ließ Trainer Niko Kovac am Samstag ausrichten, werde Haller sicher nicht in die USA reisen. Das ist aber auch alles andere als sicher. Es würde nicht weiter verwundern, wenn der Franzose den Trip in die Staaten komplett verpassen wird. Sein Fehlen soll, wie man hört, nichts mit einem ungültigen Reisepass zu tun haben, sondern mit der verweigerten Einreisegenehmigung. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Fakt ist, dass die US-Behörden da nicht zimperlich und auch recht unbeweglich sind. Wer durch den elektronischen Genehmigungstest (ESTA) gerasselt ist, hat keine guten Chancen, im Nachgang zugelasssen zu werden. Dass der Stürmer in den kommenden Tagen Grünes Licht erhalten wird, ist nicht gänzlich ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

Intern haben die Verantwortlichen schon länger um die Problematik gewusst, doch offenbar hat die zwischengeschaltete Agentur geglaubt, eine Lösung finden zu können. Bislang vergeblich. Haller soll in Frankfurt, wie Trainer Kovac aus dem fernen Nordamerika via Eintracht-Homepage mitteilte, zweimal täglich trainieren. „Er hat noch keine Flüge gemacht, von daher kann er Vollgas geben.“ Mannschaftstraining ist allerdings nur schwerlich zu ersetzen – zwecks Integration und Spielpraxis wäre es ohnehin wichtig gewesen, wenn der 23-Jährige den Trip hätte mitmachen können.

Der Eintracht-Tross indes hat schon einige tausend Flugmeilen gesammelt, und für den Coach ist maßgebend, wie die Spieler die Strapazen aus den Beinen schütteln können. „Wir müssen beobachten, wie sich die Jungs nach den langen Flügen fühlen.“

Vielversprechende Ansätze

Am Samstag haben die Hessen im ersten Freundschaftsspiel um zwölf Uhr mittags einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. In Seattle gegen die Sounders, den amtierenden MLS-Meister, kamen sie bei brütender Hitze zu einem Remis. Branimir Hrgota (29.) hatte die Eintracht nach Zuspiel von Timothy Chandler (der von Neuzugang Luka Jovic geschickt wurde) in Führung gebracht, Seattle-Stürmer Clint Dempsey besorgte den Endstand (44.).

Mittelfeldspieler Gelson Fernandes hatte den Ball vorher mit einem schlampigen Pass im Mittelfeld abgegeben, schon zuvor war dem unsicheren Schweizer ähnliches passiert, da hätte es auch um ein Haar geklingelt. Gerade ihn dürfte Kovac gemeint haben, als er monierte: „Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit zu viele Ballverluste in der Mitte im Spielaufbau.“ Der Trainer begründete diese Fehler mit der Müdigkeit. „Sie spielt eine große Rolle.“

Insgesamt war der Fußalllehrer mit dem ersten Auftritt seines neuformierten Teams durchaus zufrieden: „In Anbetracht der langen Reise und der kurzen Vorbereitungszeit war es ein ordentlicher Test. Nach einer Woche kann man nicht mehr erwarten“, analysierte Kovac. Als „größtenteils gut“ wertete der 45-Jährige die Darbietung seines Ensembles, das, wie es in den USA so üblich ist, mit einigem Tamtam   empfangen wurde. Vor der Partie etwa präsentierten Fahnenträger der Army, Navy und Air Force die deutsche Flagge, auch die Nationalhymne durfte nicht fehlen.

Mit der Einstellung zum Spiel war Kovac  zufrieden. „Die Jungs mussten kämpfen und beißen bei der Hitze und auf dem ungewohnten Kunstrasen.“ Der Gegner stehe zudem mitten in der Saison, doch seine Elf habe sich „gut gewehrt“, mehr sei nun mal nicht drin gewesen.

Und gerade im ersten Durchgang zeigten die Frankfurter recht vielversprechende Ansätze, Andersson Ordonez, Max Besuschkow oder auch Hrgota kamen zu ganz brauchbaren Möglichkeiten. „Wir haben das gut und geduldig herausgespielt, nicht mit langen Bällen“, lobte Kovac.

Erst im zweiten Abschnitt ging der Eintracht so ein bisschen die Puste aus, was an den Bedingungen und auch an den Wechseln gelangen haben dürfte. Seattle kam besser ins Spiel, und Torwart-Lukas Hradecky musste manches Mal seine absolute Klasse aufblitzen lassen. Herausragend gerade seine Parade gegen den Kopfball aus Nahdistanz von Victor Mansaray, den der Keeper wie eine Katze aus dem Ecke kratzte (83.). Hut ab.

Nicht zum Einsatz kamen die lange verletzten Makoto Hasebe und Marc Stendera, sehr wahrscheinlich werden sie auch in den beiden folgenden Testpartien gegen San Jose und Columbus nicht mitwirken. „Wir müssen die Belastung sukzessive steigern“, sagte der Coach. „Makoto macht Fortschritte, darüber sind wir sehr froh. Aber wir gehen kein Risiko ein.“

Ein bisschen Zeit und Praxis auf diesem Niveau brauchen zudem die beiden Youngster Renat Dadashov und Nelson Mandela. Kovac stellte klar, dass beide noch keine Alternativen für die Bundesliga sind. „Sie werden bei uns mittrainieren, sollen lernen und reinschnuppern. Ein Training bei den Profis ist etwas ganz anderes als in der A-Jugend.“

Nach der Partie ging es für die Eintracht direkt weiter nach San Diego. In Chula Vista schlägt sie für vier Tage ihr Quartier auf. Weniger anstrengend dürfte es kaum werden.

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