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Interview mit Patrick Ochs

"Bin nicht der Typ, der sich selbst lobt"

Eintracht-Spieler Patrick Ochs über seine neue Position und weshalb er sich in der Offensive wohler fühlt.

Herr Ochs, in der Frankfurter Rundschau waren Sie am Montag in der Elf des Tages, das Fachmagazin Kicker kürte Sie zum Spieler des Spiels in Nürnberg. Da macht das Zeitunglesen Spaß, oder?

Ja, klar, das ist nicht unangenehm. Ich bin auch durchaus zufrieden mit meiner Leistung, das ist schon in Ordnung.

Jetzt sind Sie aber arg defensiv.

Was soll ich denn großartig erzählen? Ich bin nicht der Typ, der sich selbst lobt. Das liegt mir fern. Das können andere gerne machen. Aber ich tue es nicht.

Nun gut, es fällt auf, dass Sie oft, sehr oft beteiligt sind, wenn es brandgefährlich wird für den Gegner. Bekommen Sie das während eines Spiels bewusst mit?

Nein, das merkt man erst hinterher, wenn man sich das Spiel noch mal im Fernsehen anschaut. Aber es ist natürlich schön zu wissen, dass die Mitspieler einen suchen, auch weil sie wissen, dass dabei etwas Gefährliches herauskommen könnte. Ich denke, ich kann mich bei meinen Vorlagen aber noch verbessern. Oder auch im Abschluss. Nehmen Sie das Ding gegen Nürnberg nach einer halben Minute (Ochs schoss den Ball in aussichtsreicher Position über das Tor; Anm. d. Red.). Da habe ich total versagt. Der muss rein. Und im Training mache ich den auch rein. Da bin ich mir einhundertprozentig sicher. Da hätte ich einfach draufhalten müssen, und das Ding wäre drin gewesen. Aber okay, irgendwie hat mich da der Alex Meier noch irritiert, aber das soll keine Entschuldigung sein.

Wie sehr kommt es Ihnen entgegen, eine Position weiter vorne spielen zu dürfen?

Ich war schon immer ein offensiver Verteidiger, ich habe immer den Vorwärtsgang eingelegt, also immer offensiv gedacht. So habe ich meine Rolle als rechter Verteidiger schon immer interpretiert. Ich wollte nie nur da hinten bleiben. Das ist nicht mein Ding. Es gab kein Spiel, in dem ich nicht nach vorne marschiert bin. Jetzt muss ich halt nicht mehr so extrem nach hinten arbeiten, nur noch einschieben, Räume zulaufen, aber das gehört ja sowieso dazu. Die Versetzung nach vorne hat mich, wenn man das so sagen will, einen Schritt nach vorne gebracht.

Weil der Weg nach vorne nicht so weit ist?

Auch das, ganz klar. Aber ich habe auch gezeigt, dass ich flexibel einsetzbar bin. Auch im defensiven Mittelfeld habe ich schon meinen Mann gestanden. Aber da vorne fühle ich mich schon wohl. Das sieht man ja auch an den nackten Zahlen. Bei mir stehen jetzt in 14 Spielen vier Torvorlagen und ein Treffer zu Buche, in der vergangenen Saison habe ich in 30 Spielen drei Tore vorbereitet. Das sagt doch schon alles.

Waren Sie überrascht, als Trainer Michael Skibbe Sie in Berlin da vorne rechts auf den Flügel aufgeboten hat?

Nein, ich hatte schon in München ein Stück weiter vorne gespielt, gegen Bochum im rechten Mittelfeld, das war also der logische Schritt. Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich nur auf diesen Schachzug gewartet.

Sie haben Ihre Chance ja auch prompt genutzt, sogar gleich ein Tor gemacht, die wichtige Führung.

Ja, ich habe die Chance genutzt, aber nicht nur wegen des Tores. Ich war zur richtigen Zeit voll da und habe das Vertrauen gerechtfertigt. Das war wichtig, denn wenn ich da versagt hätte, hätte es geheißen: "Da vorne, das kann der Ochs doch nicht."

Sie stehen nun auch mehr im Fokus, weil Sie häufiger da sind, wo es brennt. Kommt Ihnen das womöglich auch bei Ihren Ambitionen zugute?

Was meinen Sie?

Sie haben immer mit der Nationalmannschaft geliebäugelt...

Also, zu diesem Thema möchte ich mich nicht mehr äußern.

Weshalb?

Es bringt doch nichts. Durch Reden schafft man es nicht. Dazu sage ich nichts mehr.

Vielleicht können Sie uns dann zumindest erklären, weshalb die Eintracht besseren Fußball spielt. Weil die Mannschaft jetzt womöglich offensiver denkt?

Nein, wir haben früher schon offensiv gedacht, wir haben es nur nicht so umsetzen können.

Warum kann es das Team jetzt umsetzen?

Weil wir es jetzt besser können, ganz einfach. Wir üben es im Training permanent. Das sind jetzt auch Automatismen, die greifen. Nehmen Sie das letzte Spiel in Nürnberg, da waren wir ja nicht überragend, aber wir hatten das Spiel in der Hand, weil wir richtig Fußball spielen, weil wir den Ball laufen lassen. Das liegt natürlich auch daran, dass wir gute Spieler dazu bekommen haben. Pirmin Schwegler etwa ist ein ganz wichtiger Spieler für uns mit seiner Ballsicherheit und Übersicht.

Der fällt jetzt erst mal lange aus.

Das ist bitter. Aber das ist auch eine Chance für andere Spieler. Wir haben schon sehr viele Nackenschläge wegstecken müssen, denken Sie jetzt an das Karriereende von Christoph Preuß. Das ist ganz bitter für ihn, er hat so lange für sein Comeback gekämpft. Das geht uns Spielern sehr nahe.

Dafür hat das Team ja auch eine Verstärkung bekommen.

Halil Altintop ist ein sehr guter Spieler, der uns mit seiner Erfahrung wieder ein Stück weiter voran bringt. Er ist ein Spieler, der schnell ist und Tore schießen kann. Genau so einen Stürmer brauchen wir.

Interview: Ingo Durstewitz

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