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Gelb steht ihm auch gut: Eintracht-Torwart Lukas Hradecky, im Visier von Borussia Dortmund.
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Gelb steht ihm auch gut: Eintracht-Torwart Lukas Hradecky, im Visier von Borussia Dortmund.

Wechselbörse

Bewegung im Poker um Hradecky

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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BVB buhlt wohl um den Eintracht-Torwart. Geht Mascarell zu Real und Hrgota nach Göteborg?

In den vergangenen Tagen und Wochen ist es verdächtig ruhig um den Frankfurter Torwächter Lukas Hradecky geworden. Der 28-Jährige verrichtete seine Arbeit im Eintracht-Kasten ganz unaufgeregt, sachlich, seriös, meistens war er voll auf der Höhe, hielt das, was er halten konnte, und manchmal noch etwas mehr. Am Samstag in Stuttgart war das anders, da zögerte er einmal beim Herauslaufen, stoppte ab, zog wieder an, doch das ist meistens der Bruchteil einer Sekunde, der einem Schlussmann dann fehlt. So war es auch in Bad Cannstatt, VfB-Stürmer Daniel Ginczek konnte den Ball an ihm vorbei spitzeln und in der Mitte drückte ihn Erik Thommy nach einer verunglückten Rettungstat von Marco Russ über die Line. Die Entscheidung. 

Hradecky strebt Wechsel an

Es war natürlich kein kapitaler Bock, den der finnische Nationaltorhüter da geschossen hat, aber im Normalfall hätte er den Ball geklärt, bevor er überhaupt scharf geworden wäre. An Lukas Hradeckys genereller Klasse gibt es dennoch keinen Zweifel. 

Dass es ruhig um ihn geworden ist, liegt in erster Linie an seiner Vertragssituation, die eigentlich nicht kompliziert, aber für die Eintracht nicht besonders prickelnd ist. Der Kontrakt des Keepers läuft nach dem Ende dieser Saison aus, was bedeutet, dass er den Verein ablösefrei verlassen und andernorts richtig abkassieren kann. Das ist auch der Plan des Hradecky-Clans, der einen Wechsel anstrebt. 

Nun kommt so ein bisschen Bewegung in den Poker. Wie der „Kicker“ berichtet, denkt Borussia Dortmund daran, den Eintracht-Keeper aufzunehmen. Erste Gespräche sollen bereits geführt worden sein. So ganz ausgereift scheint die Idee noch nicht, die BVB-Verantwortlichen wollen demnach noch überlegen, ob sie vielleicht nicht doch eher einen Torwart verpflichten sollen, der dem bisherigen Stammkeeper Roman Bürki zwar Druck macht, ihm aber nicht gleich den Rang abläuft. Hradecky würde hingegen sicher nicht als Ersatzmann nach Dortmund wechseln, er hat den Anspruch, Nummer eins zu sein. Dieses Selbstverständnis hat er sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren erarbeitet. Auch in Leverkusen fällt sein Name immer mal wieder. Sollte Bernd Leno die Werkself verlassen, wäre Hradecky die erste Option. Der Finne mit slowakischen Wurzeln würde, wie man hört, gerne in der Bundesliga bleiben, in die finanzstarke Premier League zieht es ihn überraschenderweise nicht so richtig.

Für den Torwart ist die Situation nicht einfach, weil er in Frankfurt einen immens hohen Stellenwert innehat und sehr beliebt ist. Er fühlt sich wohl, doch hat er im Sommer die Chance, richtig viel Geld zu verdienen. Bislang gehört er zurzeit zu den Geringverdienern im Kader, streicht per annum rund 800 000 Euro (exklusive Prämien) ein. Das ist für Bundesligaverhältnisse eher wenig, in der Premiumklasse liegt das Durchschnittsgehalt bei rund zwei Millionen Euro. Die Eintracht bot rund drei Millionen Euro. Diese Offerte hat die Hradecky-Partei um Vater Vlado, gleichzeitig sein Berater, abgelehnt. Die Frankfurter zogen daraufhin ihr Angebot zurück. „Wir hatten sehr viel Geduld, aber irgendwann mussten wir sagen: ,Jetzt reicht’s: Nimm das Angebot an oder lass‘ es. Er hat es gelassen. So ist das im Fußball“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. 

Die Verantwortlichen haben sogar Verständnis für den wechselwilligen Keeper. „Er denkt jetzt vielleicht auch mal an sich, will einen großen Vertrag ergattern, weil er bisher in seiner Karriere nicht so gut verdient hat. Das ist legitim. Er ist auch in einem Alter, in dem man nicht mehr so lange spielen wird. Das muss man verstehen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. 

Hradecky ist dieses ewige Pokerspiel ein wenig unangenehm, weshalb der stets meinungsfreudige Schlussmann auch Medientermine auf ein Minimum begrenzt. Wenn er dann doch was sagt, wie nach dem Sieg in Wolfsburg im Januar, als er bezüglich seiner Situation verlauften ließ: „Es ist alles geöffnet“, wird dieser eine Satz tagelang hin und her und wieder zurück interpretiert. Da schweigt er lieber. 

Auf den Tag der Abschieds vorbereitet

Die Frankfurter haben sich auf den Tag des Abschieds vorbereitet. „Wenn er gehen sollte, werden wir eine gute Lösung finden. Im Sommer wird viel Bewegung in den Torwartmarkt kommen, viele Verträge laufen aus. Das war im vergangenen Jahr anders“, sagte Manager Hübner. Dem Vernehmen nach hat die Eintracht bereits einen Ersatzmann an der Angel. Der Name Marwin Hitz fällt immer mal wieder, ist aber wenig wahrscheinlich, auch der Kölner Torwart Timo Horn wurde diskutiert. Immer wieder genannt wird auch Frederik Rönnow. Der 25-Jährige war Nachfolger von Hradecky beim dänischen Spitzenklub Bröndby IF, als der Finne zur Eintracht wechselte. 

Und auch ein anderer Spieler könnte im Sommer die Pferde wechseln. Laut der spanischen Zeitung „AS“ steht Omar Mascarell vor einer Rückkehr zu seinem Stammverein Real Madrid. Der spanischen Champions-League-Sieger hatte sich eine Rückkaufoption in Höhe von vier Millionen Euro zusichern lassen. Die Eintracht ist von dieser neuen Entwicklung bisher nicht in Kenntnis gesetzt, die „AS“ ist allerdings eine Real Madrid nahestehende und für gewöhnlich gut informierte Sportzeitung. 

Real, heißt es, wolle Mascarell zurückholen, weil das komplette Mittelfeld wegen der WM einen Gutteil der Saisonvorbereitung verpassen wird: Toni Kroos, Casemiro (Brasilien), Luka Modric, Mateo Kovacic (beide Kroatien) und Isco (Spanien) wären betroffen. Im Gegenzug soll die Eintracht ein Auge auf Real-Mittelfeldmann Marcos Llorente, 23, geworfen haben. Das Eigengewächs gilt als großes Talent, kam in dieser Saison aber nicht wie erhofft zum Zug, in 15 Pflichtspielen brachte er es auf eine Einsatzzeit von 773 Minuten. Die Geschäftsbeziehungen zwischen Real und der Eintracht gelten nicht erst seit den Deals mit Omar Mascarell und Jesus Vallejo als ausgesprochen gut. 

Womöglich kommt auch in die Causa Branimir Hrgota Bewegung: Der schwedische Spitzenklub IFK Göteborg hat vorgefühlt, ob ein Wechsel möglich sei. In Schweden ist das Transferfenster bis Anfang April geöffnet, und der Stürmer, der derzeit bei der Eintracht keine Rolle spielt, will sich unbedingt zeigen, um seine Chancen auf die WM mit Schweden nicht gänzlich schwinden zu sehen. 

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