1. Startseite
  2. Eintracht

Eintracht Frankfurt: Bewährung für das Sorgenkind?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Kilchenstein

Kommentare

Die Eintracht im Training: Sam Lammers, Makoto Hasebe und Kevin Trapp (von links).
Die Eintracht im Training: Sam Lammers, Makoto Hasebe und Kevin Trapp (von links). © Jan Huebner

Trainer Oliver Glasner grübelt darüber, wie er die Abwehr von Eintracht Frankfurt dicht bekommt - vielleicht mit Hasebe oder doch mit Hinteregger?

Frankfurt – Es war dann doch nur eine – im Wortsinne – Schrecksekunde, dann ging es wieder weiter. Kevin Trapp, der Frankfurter Torwart, war am Mittwoch beim Trainingsspielchen des hessischen Bundesligisten mit Sam Lammers zusammengerasselt. Der niederländische Stürmer, mit der fehlenden Fortune, hatte einem zu kurzen Rückpass nachgesetzt und dabei unbeabsichtigt den Ballfänger schmerzhaft am Fuß getroffen, der mit einem Schrei zu Boden ging. Doch Trapp rappelte sich gleich wieder auf, zwar noch ein bisschen sauer, aber dann ging es auch schon weiter.

Das hätte dem Frankfurter Trainer Oliver Glasner gerade noch gefehlt: Wenn sich jetzt auch noch der Stammkeeper verletzt hätte. Ohnehin hat sich der österreichische Fußballlehrer in den zurückliegenden Tagen nach der ernüchternden 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg verstärkt Gedanken darüber gemacht, wie er die Eintracht-Abwehr endlich dicht bekommen könne. Eine gescheite Defensive ist die halbe Miete, das ist bekannt, und dass der letzte Frankfurter Gegner in der vergangenen Runde in die Champions League marschiert war, hatte auch mit der guten Abwehrarbeit zu tun, die Glasner seinerzeit seinem Ex-Klub vom Mittellandkanal verordnet hatte.

Eintracht Frankfurt: Zu viele Gegentore

Nur in Frankfurt will ihm das mit der Eintracht momentan noch nicht so richtig gelingen, 34 Gegentore sind ihm deutlich zu viele nach 22 Spieltagen, Nachbar Mainz 05 etwa hat zehn Buden weniger gefangen, Arminia Bielefeld als Tabellen-15. nur 29. Ihn ärgert vor allem, wie einfach die Opponenten oft zu ihren Toren kommen. Zudem blieb Kevin Trapp bislang erst zweimal komplett ohne Gegentore, beim 0:0 gegen Augsburg und beim 1:0-Sieg gegen Mainz, beides in der Hinserie. Mal ein torloses Remis über die Zeit zu bringen, wenn es vorne partout nicht laufen will, wie gegen Wolfsburg, gelingt den Hessen halt auch nicht.

Erschwerend hinzu kommt, dass Martin Hinteregger, lange Zeit ein verlässliches Bollwerk, derzeit der Mannschaft auch keine große Hilfe ist. Der Österreicher ist in eine veritable Krise gestolpert, ist sich selbst ein Rätsel geworden. Der 29 Jahre alte Publikumsliebling ist inzwischen zu einem Sicherheitsrisiko avanciert, so sehr, dass ihm Sportvorstand Markus Krösche und Trainer Glasner öffentlich verbal den Rücken stärken mussten. Insofern ist erfreulich, dass Routinier Makoto Hasebe, nur neun Tage nach seinem schweren Zusammenprall mit dem eigenen Torwart in dieser Woche wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen hat.

Eintracht Frankfurt: Hasebe eine Option für Spiel in Köln

Am Dienstag hatte der 38-Jährige einen ersten Versuch gestartet, er war am Ball, ging auch in die Zweikämpfe, schenkte sich vorsichtshalber nur das Abschlussspielchen. Am Mittwoch mischte er deutlich lebhafter mit, dirigierte seine Abwehr wie eh und je.

Gut möglich, dass Hasebe, der aus der Partie gegen den VfB Stuttgart eine Brustkorbprellung davongetragen hat, die später als Pneumothorax diagnostiziert wurde, für die Partie am Samstag beim 1. FC Köln (18.30 Uhr/ Sky) eine echte Option werden könnte. Er kehrte damit deutlich früher in den Kader zurück, als selbst die Eintracht anfangs geglaubt hatte, in einer ersten Mitteilung war ja noch von einer Zwangspause von mehreren Wochen die Rede. Ein Hasebe ist für die Frankfurter Mannschaft eminent wertvoll, weil er den Spielaufbau von hinten heraus organisiert. Entscheidend wird aber sein, wie sehr sich der Japaner in der Lage sieht, etwaige Schmerzen im Brustbereich zu tolerieren. Möglicherweise wird er eine Art Brustpanzer anlegen müssen, zumindest wird darüber nachgedacht,

Eintracht Frankfurt: Weitere Chance für Hinteregger

Aber natürlich ist auch denkbar, dass Glasner seinem Sorgenkind Hinteregger eine weitere Chance zur Bewährung einräumt. Der Fußballlehrer ist keiner, der einen Spieler schnell fallen lässt. Am Mittwoch im Training trug Hinteregger das gelbe Leibchen, ebenso wie die beiden Stammverteidiger Evan Ndicka und Tuta. Hasebe spielte im gegnerischen Team.

Dazu kommt: Am Samstag in Köln dürfte auch der gegnerische Angreifer perfekt zu Hinteregger passen: Anthony Modeste, die Kölner Lebensversicherung und Toptorjäger, der 14 der 34 Kölner Tore erzielte, ist einsatzbereit. An diesem Mittwoch hat sich der mit dem Coronavirus infizierte Stürmer freitesten können und eine erste Laufeinheit am Geißbockheim absolviert. Solche kopfballstarken Gegenspieler mit Gardemaß liegen eigentlich dem Frankfurter Stopper.

Während Kapitän Sebastian Rode am Mittwoch zwecks Belastungssteuerung eine individuellen Einheit im Proficamp absolvierte, funkte Stürmer Goncalo Paciencia Entwarnung. Gestern konnte Paciencia, der an einer leichten Zerrung im Oberschenkel laboriert, war am Mittwoch schon wieder laufend unterwegs war. Sollte der Portugiese dennoch ausfallen für das Wochenende, rückte vermutlich Sam Lammer, zuletzt auf die Tribüne verbannt, in den Kader. Einsatzfreudig ist er ja, wie Kevin Trapp bestätigen kann. (Thomas Kilchenstein)

Auch interessant

Kommentare