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Führungs-Duo: Marco Russ (links) und Alexander Meier.
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Führungs-Duo: Marco Russ (links) und Alexander Meier.

Eintracht Frankfurt

Veh bestimmt zwei allzu logische Anführer

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Alex Meier wird Eintracht-Kapitän, Marco Russ sein Vertreter. Für Armin Veh stand diese Entscheidung relativ schnell fest.

Am Wochenende weilte der verhinderte Eintracht-Torjäger Alexander Meier in Basel, um sein heilendes rechtes Knie noch einmal einer Untersuchung zu unterziehen und in der Reha an seinem Comeback zu arbeiten. An Ballarbeit ist zwar noch nicht wirklich zu denken, aber ansonsten verläuft der Genesungsprozess nach Plan. „Es ist alles okay, alles gut“, sagte der beste Torschütze der vergangenen Bundesligasaison.

Noch ein bisschen Auftrieb auf dem langen Weg zurück zur Normalität eines Fußballprofis hat der 32-Jährige am Freitag erfahren dürfen. Da klingelte nämlich bei Meier das Smartphone. Weil er gerade im Kraftraum schuftete, konnte er den Anruf nicht entgegennehmen, und auch als er sah, dass Trainer Armin Veh derjenige war, der versucht hatte, ihn zu erreichen, dämmerte ihm nichts. „Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm“, erzählte Meier. Nach dem Rückruf war er aber voll im Bilde. Armin Veh hatte ihm nämlich die freudige Nachricht zu überbringen, dass er erstmals in seiner Profikarriere der Mann mit der Binde sein und die Eintracht in Zukunft als Kapitän aufs Feld führen wird, wenn er denn wieder vollständig hergestellt ist.

„Es ist eine Ehre und ein tolles Zeichen vom Trainer“ kommentierte Meier. Marco Russ, der bis auf eine unglückselige Wolfsburger Episode stets für die Hessen spielte, wird Meiers Stellvertreter sein und auch jetzt seinen Platz einnehmen, bis der Mittelfeldspieler sein Comeback geben wird. Das wird sicherlich noch zwei, drei Monaten dauern.

Für Veh stand die Entscheidung, wie er ausführte, relativ schnell fest. „Alex hat es einfach verdient, und er hat jetzt auch die Reife, Kapitän zu sein.“ Meier sei ein verdienter, wichtiger Spieler, der dieses Amt gut und angemessen ausfüllen könne. In der Tat hat der beste Eintracht-Torschütze der vergangenen Jahrzehnte an Profil und Format gewonnen. Der in der Öffentlichkeit oft so einsilbig daherkommende Norddeutsche vertritt seinen Standpunkt intern mittlerweile sehr wohl mit Überzeugung und Hartnäckigkeit. Er scheut sich nicht, Missstände an- und Wahrheit auszusprechen, auch wenn sie vielleicht nicht bequem sind. Ein Lautsprecher wird Meier dennoch nicht. „Ich werde meine Art nicht ändern.“

„Alex soll sich kümmern“

Veh erwartet von seinem Spielführer schon eine gewisse Einflussnahme. „Er soll nicht nur die Binde tragen, sondern sich um die Mannschaft kümmern“, bekundete der Fußballlehrer. „Und das wird er tun.“ Schon damals, als Veh ihn zum Stellvertreter des früheren Kapitäns Pirmin Schwegler bestimmte, habe Meier seine Aufgabe in Abwesenheit des verletzten Schweglers prima umgesetzt. „Das hat er in einer schwierigen Phase richtig gut gemacht. Und das Amt hat ihn als Persönlichkeit wachsen lassen.“

Ob sich nun für Meier etwas ändern wird? Natürlich steht er jetzt besonders in der Verantwortung. „Aber wenn etwas schiefging oder mir aufgefallen ist, dann habe ich das auch vorher schon angesprochen.“ Das mache jeder ältere Spieler, „das sollte auch so sein.“ Im Übrigen sei das ja kein völliges Neuland, als die etatmäßigen Spielführer Schwegler oder auch letzte Saison Kevin Trapp länger verletzt ausfielen, habe das auch gut geklappt. „Da ist es ja auch nicht drunter und drüber gegangen.“ Im Grunde ist die Entscheidung, den von den Fans verehrten Meier zu befördern, nur logisch und konsequent. Das wäre es auch letztes Jahr schon gewesen, als Thomas Schaaf den dienstältesten Spieler aber überging und auf Torwart Kevin Trapp setzte. Und für Veh ist es auch „nur logisch“, dass Marco Russ Meier vertritt. „Er ist schon lange Eintrachtler und hat sich gut entwickelt. Er lebt seinen Sport sehr professionell.“ Den Mannschaftsrat bestimmen die Spieler selbst.

Russ wird die Mannschaft zu Beginn in der Bundesliga aufs Feld führen, auch im letzten Testspiel des Trainingslagers gegen den FC Fulham trug er schon die Binde. Die Eintracht siegte durch ein Freistoßtor von Haris Seferovic (37.) mit 1:0. Es war ein zähes Spiel, und Trainer Veh war nur froh, dass man alles schadlos überstanden hat. „Hauptsache, keiner hat sich verletzt.“

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