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Das Kapitel Thomas Schaaf ist beendet.

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Beste Lösung

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Das Missverständnis zwischen Eintracht Frankfurt und Thomas Schaaf ist beendet. Der 54-Jährige tritt von seinem Trainerposten zurück. Ein Kommentar.

Fast auf den Tag genau nach einem Jahr ist das große Missverständnis zwischen Eintracht Frankfurt und Thomas Schaaf beendet. Am Dienstagmorgen hat der 54 Jahre alte Fußball-Lehrer um Vertragsauflösung gebeten, der Klub entsprach seinem Wunsch. Im Grunde ist das für alle Beteiligten die beste Lösung. Das Unbehagen um Trainer Schaaf besteht ja nicht erst seit den letzten Wochen, schon sehr früh in der Saison haben Führungsspieler ihre Bedenken in der Chefetage hinterlegt. Die atmosphärischen Störungen waren unübersehbar. Schaaf hat es nicht geschafft, einen großen Teil der Spieler mit auf die Reise zu nehmen. Und auch wenn diese Saison mit einem neunten Platz und erstaunlichen 43 Punkten abgeschlossen wurde, herrschte ja nicht eitel Sonnenschein. Die grundsätzlichen Probleme waren lange bekannt, dem Aufsichtsrat, dem Vorstand, entsprechend weich waren die Bekenntnisse. Der versöhnliche Abschluss dieser Achterbahn-Saison ist in erster Linie der Mannschaft zu verdanken, die sich für die letzten drei Spiele „noch mal zusammenreißen“ (Kapitän Trapp) wollte.

Und man hätte die Schwierigkeiten mit Sicherheit in die neue Saison genommen. Dass sich ein alter Fahrensmann wie Schaaf gravierend ändert, dass er sich öffnet und einen anderen Zugang zu den Spieler sucht und findet, war nicht zu erwarten. Über kurz oder lang wäre es ohnehin zum Knall gekommen.

Thomas Schaaf hat spät, drei Wochen vor Saisonende, überhaupt erst realisiert, dass er allein auf weiter Flur steht. Die öffentliche Erklärung der Mannschaft, in der sein Name kein einziges Mal fiel, hat ihm zu denken gegeben. Seitdem wirkte er noch verschlossener, noch reservierter.

Dass der Mann, der 14 Jahre bei Werder Bremen mit Erfolg gearbeitet hat und die Usancen der Branche kennt wie kaum ein Zweiter, allerdings als Grund für die Trennung, „die unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und Unterstellungen“ zu seiner Person in den Medien vorgibt, ist geradezu absurd. Die Berichte in der FR, die der jetzt davonziehende Schaaf unter anderen meinte, sind nicht erfunden worden, sondern basieren auf sauberer Recherche, Hintergrundwissen und Informationen von Beteiligten und Spielern. Es ist keine Kampagne gefahren worden gegen einen gutwilligen Trainer. Man konnte aber sehen, spüren und hören, dass etwas nicht stimmte im Binnenverhältnis. Dass Schaaf wegen unbotmäßiger Presseartikel hinwirft, ist ein vorgeschobenes Argument. Es wäre auch nahezu lachhaft. Er ist vielmehr in Frankfurt nie richtig angekommen.

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