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Nicklas Bendtner (re.) am Dienstag vor der Eintracht-Geschäftsstelle.
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Nicklas Bendtner (re.) am Dienstag vor der Eintracht-Geschäftsstelle.

Eintracht Frankfurt

Bendtner-Transfer kaum zu stemmen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der dänische Nationalspieler Nicklas Bendtner verhandelt mit der Eintracht in Frankfurt, doch eine Verpflichtung des Superstars scheint nur schwerlich möglich.

Der dänische Nationalspieler Nicklas Bendtner verhandelt mit der Eintracht in Frankfurt, doch eine Verpflichtung des Superstars scheint nur schwerlich möglich.

Am Dienstag hat die Stürmersuche bei Eintracht Frankfurt plötzlich und ohne Vorwarnung noch einmal mächtig Fahrt aufgenommen. Aus Dänemark sickerte durch, dass sich Nicklas Bendtner am Montagabend gemeinsam mit seinem Berater Tom Brookes in Kopenhagen in ein Flugzeug gesetzt hat und Richtung Frankfurt geflogen ist. Diese Information ging der FR am Dienstagmorgen zu. Demnach hat der 25-Jährige die Sportliche Leitung der Eintracht um ein Treffen gebeten, um abschließende Verhandlungen zu führen. Zudem wolle er sich das Stadion im Stadtwald und die Trainingsbedingungen genauer ansehen. Wer glaubte, es handele sich um eines der unzähligen Bendtner-Gerüchte der vergangenen Tage, sah sich schwer getäuscht: Der dänische Nationalspieler war tatsächlich in Frankfurt, am Vormittag fand er sich auf der Geschäftsstelle in der Arena ein, gegen 14 Uhr war das Treffen mit Sportdirektor Bruno Hübner wieder beendet. Bendtner, dunkle Sonnenbrille, blaues Sakko, aufgekrempelte Hose und schicke Stiefeletten, schlappte mit seinen beiden Beratern aus den Büros, schwang sich auf den Beifahrersitz des wartenden, dunklen VW-Tiguans und brauste Richtung Autobahn davon. Sehr viel spricht nicht dafür, dass er noch mal wiederkommen wird nach Frankfurt.

Gesamtpaket kaum zu stemmen

Bendtner war am Dienstag auf eigenen Wunsch nach Frankfurt gereist, um sich ein genaues Bild von Klub, Stadion und Umfeld zu machen. Nach einer intensiven Unterredung mit Manager Hübner, einem kurzen Plausch mit Vorstandschef Heribert Bruchhagen und einem „Blick in die Augen“ (Hübner) von Trainer Armin Veh hatte sich der Spieler von Arsenal London zu den Hessen bekannt. „Er hat signalisiert, sich Eintracht Frankfurt gut vorstellen zu können“, betonte Sportchef Hübner. Und umgekehrt? Der Bundesligist würde den streitbaren Starspieler gerne unter Vertrag nehmen, doch das Gesamtpaket ist, wie zu vernehmen ist, kaum zu stemmen. „Man weiß um die Komplexität der Geschichte“, sagte Sportdirektor Hübner. „Jetzt liegt es an uns. Wir müssen prüfen, ob es finanziell machbar ist.“ Offenbar ist es das nicht. Offiziell will sich die Eintracht bis Donnerstag Zeit geben, um darüber zu befinden. Doch eine frühere Absage an den Spieler würde nicht überraschen.

Ein Transfer dieser Größenordnung kommt für den Überraschungs-Sechsten wohl ein, zwei Jahre zu früh. In London streicht der 1,94-Mann vier Millionen Euro im Jahr ein, in Frankfurt hätte er sich, wie zu hören war, mit 2,8 Millionen beschieden. Auch das ist für die Eintracht nicht drin, deren Topverdiener Pirmin Schwegler und Alexander Meier kommen auf maximal 1,8 Millionen Euro. Mit dem abgebenden Klub von der Insel hat das nichts zu tun. „Mit Arsenal gibt es keine Probleme“, bekundete Hübner. Schon in der vergangenen Woche war er nach London gereist und hatte mit „Gunners“-Trainer Arsene Wenger die Modalitäten abgeklärt. Die sollen machbar gewesen sein. Das Salär des Dänen ist es wohl eher nicht.

„Super Eindruck gemacht“

An der Persönlichkeit des nicht als pflegeleicht bekannten Bendtners soll es nicht liegen, dass der Transfer wohl eher nicht zustande kommen wird. „Er konnte diese Vorbehalte entkräften“, sagte Hübner nach dem Gespräch. Der dänische Nationalspieler habe einen „super Eindruck“ hinterlassen, er habe sich „hochanständig benommen“. Überhaupt, findet Hübner, sei es „ein Riesenschritt von Bendtner“, dass er die Eintracht gebeten habe, zu persönlichen Gesprächen kommen zu dürfen. Der Manager wertet es auch als Zeichen der anderen Wahrnehmung der Eintracht, dass ein Kaliber wie Bendtner sich für die Frankfurter entschieden hat. „Er war gut informiert über unsere Mannschaft, er weiß, wie wir Fußball gespielt haben. Er könnte sich das gut vorstellen.“

Die Frage, die man sich, fernab der wirtschaftlichen Vertretbarkeit, ohnehin stellen muss: Hätte eine Verpflichtung überhaupt Sinn gemacht? Bendtner hat seit Wochen nicht trainiert, mit seiner Karriere ging es zuletzt stetig bergab. Er wäre zudem nach Srdjan Lakic und Neuzugang Joselu der dritte klassische Mittelstürmer. Und ob sich ein Starspieler mit seiner Vita klaglos auf die Bank setzen würde, ist eher zweifelhaft. Zumal Veh stets betont, dass die Eintracht nur eine Chance habe, wenn der Teamgedanke wieder stark ausgeprägt sein wird. Bendtner hätte überdies das Gehaltsniveau gesprengt.

Kadlec weiter im Gespräch

Nun bleibt Vaclav Kadlec noch in der Verlosung. Der Tscheche von Sparta Prag gilt ohnehin als absoluter Wunschspieler von Trainer Veh. Zumal der Nationalspieler auch kein Stoßstürmer ist, sondern sehr wohl auch mal über die Flügel kommen kann. Einen Angreifer dieser Art wünscht sich Veh, das macht auch mehr Sinn.

Doch die Schwierigkeit bei Kadlec: Sparta denkt nicht daran, den 21-Jährigen ziehen zu lassen – obwohl die Hessen eine Einigung mit dem treffsicheren Angreifer (14 Tore in 26 Spielen) erzielt haben. Die Prager Verantwortlichen würden den 2014 auslaufenden Vertrag ihres Topspielers am liebsten verlängern. Präsident Daniel Kretinsky ist ein schwerreicher Unternehmer, der Sparta dauerhaft in der Champions League etablieren will. Er will Kadlec nicht hergeben. Die Schmerzgrenze soll bei vier Millionen Euro liegen. Die Frage wird sein, was passiert, wenn die Prager merken, dass ihr Toptorjäger ab 2014 sowieso für die Eintracht stürmen und er dann ablösefrei gehen wird. Das könnte sie womöglich zu einem Umdenken veranlassen.

Die Eintracht bleibt bei Kadlec am Ball. Spätestens im nächsten Jahr wollen die Hessen den hoch veranlagten Stürmer unter Vertrag nehmen, auch ein Transfer im Winter ist denkbar. Am liebsten wäre es den Machern aber in dieser Saison. Die Wechselperiode endet am 31. August.

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