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Beleidigte Sportvorstand Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt (SGE) einen Sky-Reporter?

Vor Pleite gegen den VfL Wolfsburg

Beleidigte Bobic einen Sky-Reporter? Das sagen die Beteiligten

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Beleidigte Sportvorstand Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt (SGE) einen Sky-Reporter? Das sagen die Beteiligten des Interviews zum Vorfall.

Frankfurt - Viel hätte nicht gefehlt und Jakob Moosbauer, den sie Jagge nennen, hätte den großen Fredi Bobic in die Knie gezwungen. Jakob Moosbauer geht normalerweise in der Kreisliga Passau auf Torejagd, 13 Buden in 16 Begegnungen hat er für den SV Hohenau gemacht, was eine mehr als passable Quote ist, und am Samstagabend stellte sich der 26-Jährige einem Millionenpublikum vor, an der Torwand des Aktuellen Sportstudios durfte er gegen den Sportvorstand der Frankfurter Eintracht antreten. Auch da hat er sich wacker geschlagen, der Kreisligastürmer, doch der 48 Jahre alte frühere Nationalspieler behielt mit zwei Treffern unten die Oberhand, Kollege Moosbauer konnte nur einen versenken. Nicht weiter tragisch.

Eintracht Frankfurt: Bobic zofft sich mit Reporter von Sky

Für den Eintracht-Sportchef war dieser knappe Sieg im ZDF das einzige Erfolgserlebnis an diesem Wochenende. Seine Mannschaft hatte es ein paar Stunden zuvor nicht geschafft, den Abstand nach oben zu verringern, die völlig verdiente 0:2-Niederlage gegen Wolfsburg hatte den Frankfurtern den Samstag gehörig verhagelt. 

Der fing für Fredi Bobic schon nicht besonders gut an, im Vorlauf der Partie hatte ihn der Pay-TV-Sender Sky, wie so häufig, zum Interview gebeten. Es ging noch einmal um David Abraham und seine siebenwöchige Sperre. Bobic ist des Themas so langsam überdrüssig, das ist zu spüren, und auf den Bezahlsender ist er ohnehin nicht gut zu sprechen. TV-Mann Marc Behrenbeck, 37, bekam das zu spüren.

Eintracht Frankfurt: Bobic verteidigt Abraham gegenüber Sky

„Ich glaube, das ist hart genug. Wenn du mal vier, fünf Wochen raus bist, viele Spiele verpasst, dann ist das hart für einen Spieler“, sagte Bobic und redete sich in Rage. „Am Anfang des Spiels haben wir eine Gedenkminute für Robert Enke und die tollen Worte von Teresa Enke im Hinterkopf und danach wollen wir einen Spieler schlachten.“ 

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Und schließlich: „Sky hat sich da auch nicht mit Ruhm bekleckert.“ Man muss wissen: Die Sky-Reporter sind gut geschulte Frontmänner, die sich nicht schnell einschüchtern oder ins Bockshorn jagen lassen.

Eintracht Frankfurt: Bobic soll Reporter von Sky beleidigt haben

Als das Rotlicht der Kameras erloschen war, soll der Eintracht-Sportboss laut „Bild“ den Journalisten mit den Worten: „Arschloch, mit dir rede ich nicht mehr“ beleidigt haben. Eine Darstellung, der alle Beteiligten widersprechen. Laut Eintracht-Version hat der Vorstand „sei leise, lass mich in Ruhe“ gesagt.

Der in Frankfurt geborene Behrenbeck selbst bekundete gestern: „Das Wort Arschloch oder Vergleichbares ist zu keinem Zeitpunkt gefallen. Für mich ist der Fall damit erledigt.“

Hintergrund des Zwists ist die Berichterstattung des TV-Senders, dessen Experte Dietmar Hamann unmittelbar nach der Attacke Abrahams gegen den Freiburger Trainer Christian Streich in der Livesendung wie folgt kommentierte: „Der Trainer ist heilig, so was habe ich noch nie gesehen.“ 

Eintracht Frankfurt sauer auf TV-Sender Sky - Bobic teilt aus

Der Frankfurter Abordnung stieß sauer auf, dass sich der frühere Nationalspieler als moralische Instanz in Szene setzte, aber in Australien selbst handgreiflich gegenüber seiner Lebensgefährtin geworden und zweimal verhaftet worden war. Selbst Sebastian Rode deutete im FR-Interview an: „Da haben sich Experten im Fernsehen zu Wort gemeldet, die selbst keine Unschuldslämmer sind.“

Fredi Bobic aber sollte dessen ungeachtet seine Öffentlichkeitsarbeit ein wenig überdenken. In letzter Zeit vergeht er sich in rauen-ruppigen Tönen, einer selbstgerechten Haltung und pauschaler Schiedsrichter-Schelte. Das hat der zweifache Manager des Jahres eigentlich gar nicht nötig.

Einen bitteren Abend erlebte auch Eintracht-Torwart Felix Wiedwald, der vor dem 0:2 übel patzte. Beim Spiel gegen Arsenal in London kommt es wieder einmal auf die Form von Filip Kostic an. Für den Verkauf des  Flügelspielers hat Eintracht Frankfurt eine Schmerzgrenze ausgerufen: Unter 50 Millionen Euro geht nichts. 

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