FFC schlüpft unters Eintracht-Dach

Beginn einer neuen Ära

  • Frank Hellmann
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Lange wurde die Fusion vorbereitet, nun ist sie perfekt: Die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt gehen ab 1. Juli im Namen von Eintracht Frankfurt an den Start

Schon die markigen Worte in der Pressemitteilung bezeugen die Aufbruchsstimmung. „Eintracht Frankfurt und der 1. FFC Frankfurt besiegeln die seit Monaten vorbereitete Fusion und lassen damit im Herzen von Europa ein neues Zentrum im deutschen Frauen- und Mädchenfußball entstehen“: So lautete gleichlautend der von beiden Vereinen am Dienstagabend verschickte Text einer Mitteilung. Sätze, die Siegfried Dietrich, der bisherige FFC-Manager und Investor und künftige Generalbevollmächtige für den Frauenfußball unter dem Eintracht-Dach, noch häufiger herunterbeten wird. Hinter den Kulissen war seit Wochen an den Details der zuvor verabredeten Zusammenarbeit getüftelt worden: Vor allem die Unsicherheiten durch die Corona-Krise hatten die Vereinbarungen rund um die „Traumhochzeit“ (Dietrich) nicht einfacher gemacht.

Am Tag vor den Bundesliga-Spielen der Eintracht-Männer gegen den FC Schalke 04 und der FFC-Frauen bei der SGS Essen kamen die Eintracht-Vorstände Axel Hellmann, Fredi Bobic und Oliver Frankenbach sowie Vereinspräsident Peter Fischer auf der einen, und FFC-Macher Dietrich und Vorstand Jürgen Ruppel auf der anderen Seite zur Vertragsunterzeichnung zusammen. Somit tragen ab dem 1. Juli alle FFC-Teams den Eintracht-Adler auf dem Trikot. Die ersten beiden Teams, beheimatet in Bundesliga und Zweiter Bundesliga, werden in die Eintracht Frankfurt Fußball-AG integriert und tragen ihre Heimspiele weiter im Stadion am Brentanobad aus. Geplant ist, bis zu fünf Frauenteams in den fünf höchsten Frauen-Spielklassen für die Saison 2020/21 zu melden.

Gleichzeitig endet die Geschichte des reinen Frauenfußballvereins 1. FFC Frankfurt, der 1998 aus der Frauenfußball-Abteilung der SG Praunheim hervorging und mit sieben Meisterschaften, neun Pokalsiegen und vier Europapokalerfolgen Geschichte schrieb. Seitdem jedoch immer mehr Männer-Lizenzvereine in den Frauenfußball investierten, national vor allem der VfL Wolfsburg und Bayern München, war das Frankfurter Konstrukt nicht mehr in der Lage, um Titel mitzuspielen. Hellmann möchte den „einst herausragenden Standort in einem veränderten Wettbewerbsumfeld erhalten“. Dietrich freut sich auf „eine neue Ära“. Wenige Tage nach seinem 63. Geburtstag teilte der Impresario im deutschen Frauenfußball mit: „Klar, dass bei dem Übergang und den Emotionen rund um die letzten Auftritte im FFC-Trikot auch ein wenig Wehmut mitspielt, aber die Vorfreude auf neue Ziele und ein neues Zeitalter des Frankfurter Frauenfußballs überwiegen deutlich.“

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