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Nagelsmann nach Niederlage gegen Eintracht Frankfurt: „Verdient oder nicht, ist relativ scheißegal“

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Von: Ingo Durstewitz

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Bayern-Trainer ist nach erster Pleite bedient: „Ob verdient oder nicht, ist relativ scheißegal“

München – Julian Nagelsmann, neuerdings in einer sehr bunten, sehr grellen und sehr gewagten Retro-Trainingsjacke mit drei Streifen unterwegs, ist ein schlechter Verlierer. Das weiß man mittlerweile, das sagt er selbst über sich.

Entsprechend düster blickte der Trainer des FC Bayern nach der ersten Niederlage in einem Pflichtspiel mit seiner Mannschaft drein, 1:2 zu Hause gegen Eintracht Frankfurt, bis dato sieglos in der Bundesliga. Nagelsmann hatte Mühe, die Contenance zu bewahren, was ihm nach der „vermeidbaren und besonders schmerzhaften“ Pleite aber trotzdem gelang. Nur einmal, als er sich selbst die Frage stellte, ob die Niederlage in Ordnung gehe oder nicht, wurde er etwas unwirsch: „Ob verdient oder nicht, ist relativ scheißegal.“

Eintracht Frankfurt schlägt den FC Bayern München

Verdient oder nicht war aber gar nicht die Frage, natürlich hätten die Münchner dieses Spiel nicht verlieren müssen, fast alle statistischen Erhebungen sprachen für sie, vor allem die der Torschüsse: 20:5. Und auch die Vielzahl an hochkarätigen Einschussmöglichkeiten. „Ich fand das Spiel jetzt nicht großartig anders als die Spiele in den letzten Wochen“, sagte Nagelsmann. „Nur das Ergebnis ist ein anderes.“ Ergebnisse sind aber nun mal entscheidend.

Und doch ist dieser Auftritt keiner, der Anlass zur Sorge gibt oder um etwas Grundsätzliches zu hinterfragen. Die Bayern scheiterten in erster Linie an ihrem Unvermögen und ihrer miesen Chanceverwertung, aber auch an Eintracht-Keeper Kevin Trapp, der eine Weltklasseleistung zwischen den Pfosten zeigte. „Wenn wir unsere Chancen nutzen“, behauptete Nationalspieler Thomas Müller, „kann es auch 3:1, 4:1 ausgehen und dann singen wir wieder Super-Bayern. So ist es nichts mit Super-Bayern.“ Das ist wohl so.

Fußball: Bundesliga, FC Bayern München - Eintracht Frankfurt, 7. Spieltag, Allianz Arena. Trainer Julian Nagelsmann vom FC Bayern München gestikuliert am Spielfeldrand.
FC Bayern München - Eintracht Frankfurt: Trainer Julian Nagelsmann vom FC Bayern München gestikuliert am Spielfeldrand. © Matthias Balk/dpa

Eintracht Frankfurt: Bayern München betreibt Chancenwucher

Und so wurden die Bayern am Ende „bestraft“ für ihren Chancenwucher, wie der ziemlich bediente Nagelsmann konstatierte. Doch die vergebenen Torchancen waren nur das eine. „Wir waren sowohl in der Offensive als auch in der Defensive nicht effektiv“, bemängelte Müller. Die Eintracht hatte nicht viele, aber sehr gute Chancen und auch noch etliche Kontergelegenheiten, die sie schlampig ausspielte. Das schmeckt Nagelsmann gar nicht.

„Wir haben Dinge nicht richtig gemacht, die wir auch in den letzten Wochen nicht richtig gemacht haben“, betonte er, will heißen: Die „Staffelung“ stimmte nicht, das Loch in der Mitte war zu groß, um es bei Kontern zu stopfen. Die Eintracht habe „zu viel Umschaltraum“ gehabt, zu viel Platz und Zeit auf der Sechserposition. Genau darauf hatten die Frankfurter spekuliert. „Es gibt viel aus den letzten drei Spielen rauszuziehen, wie wir Dinge besser machen können“, sagt Nagelsmann, der die „maximale Schärfe“ vermisste. Leichter wird es für die Bayern nicht, in knapp zwei Wochen kommt es zum Spitzenspiel bei den punktgleichen Leverkusenern. Eine Standortbestimmung. (dur mit dpa/SID)

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