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Verweigerter Zweikampf: Ayhan (re.) lässt Amiri gewähren.
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Verweigerter Zweikampf: Ayhan (re.) lässt Amiri gewähren.

Eintracht Frankfurt

Als Ayhan den Zweikampf verweigert

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Lauter Schlüsselszenen: Die Saison der Eintracht im Rückblick. Das Heimspiel gegen Hoffenheim am 29. Spieltag steht symbolisch für die Saison der Eintracht.

Es gibt eine Szene in dieser Saison, die so gnadenlos wie keine andere verdeutlicht, wo es bei Eintracht Frankfurt in dieser abgelaufenen Runde am meisten hakte. Diese Szene steht symbolisch für all das, was typisch ist für einen künftigen Absteiger. Es ist die Szene im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim, 9. April, 29. Spieltag. Es ist ein Schlüsselspiel gegen den Abstieg. Die Gäste aus Hoffenheim (28 Zähler) stehen vor der Partie um einen Punkt besser da als die Eintracht (27 Zähler), ein Sieg der Hessen und die Kraichgauer wären überflügelt.

Es ist kein gutes Spiel. Von beiden Mannschaften nicht. Die Nervosität ist mit Händen zu greifen. Hoffenheim, angeleitet vom blutjungen Trainer Julian Nagelsmann – oder „Nagelmann“, wie der Eintracht-Coach Niko Kovac den Novizen in der Pressekonferenz nennt –, ist vielleicht noch ein Spur schwächer als die Eintracht.

Stendera hechelt hinterher

Das Spiel plätschert so dahin, ohne dass Nennenswertes passiert. Nach einer knappen Stunde treffen beide Trainer folgenschwere Personalentscheidungen. Kovac muss Carlos Zambrano verletzungshalber ersetzen, für ihn kommt Kaan Ayhan (57.), vier Minuten später wechselt Nagelsmann den jungen Nadiem Amiri ein. Ein Wechsel, der die Partie entscheiden sollte.

Keine 60 Sekunden später hat Marc Stendera den Ball. Stendera ist nicht viel gelungen bis dahin, er hat schon ein paar Bälle leicht verloren, das eine oder andere Mal Glück, dass er die Kugel behaupten darf. Aber in dieser 62. Minute attackiert ihn Amiri, gut 30 Meter in der Hoffenheimer Hälfte. Und Stendera verliert dieses Duell Mann gegen Mann. Er verliert es so klar, als wenn im Garten ein Vater seinem Filius den Ball wegspitzeln würde. Amiri nimmt Stendera den Ball einfach ab, mühelos, leichtfüßig, wie selbstverständlich.

Und zieht einen unwiderstehlichen Sprint Richtung Frankfurter Tor an. Stendera hechelt dem davonrennenden Deutsch-Afghanen hinterher. Stendera, man sieht es genau, holt alles aus sich raus, er rennt so schnell er kann, er schnauft und pumpt, aber er bleibt immer zwei, drei Meter hinter dem flinken Amiri. Es ist ein hilfloser, fast bemitleidenswerter Versuch, den Hoffenheimer irgendwie noch einzuholen, aber Stendera schafft es nicht. Er ist viel zu langsam.

Was die Szene vollends ins Groteske abgleiten lässt: Der just eingewechselte Ayhan greift ebenfalls nicht ein, er scheut den Angriff auf den Stürmer, er attackiert ihn nicht, obwohl Amiri immer bedrohlicher aufs Frankfurter Tor stürmt und der Verteidiger sich ihm schon längst hätte in den Weg stellen müssen. Doch Ayhan geht nicht in den Zweikampf, keiner weiß, warum. Dabei ist er doch ausgebildeter Verteidiger, sogar U21-Nationalspieler der Türkei, doch er weicht mehr und mehr zurück, ängstlich – bis Nadiem Amiri gar nicht anders kann, ausholt und den Ball von der Strafraumgrenze ins Tor schießt. Es ist das 0:1, die Vorentscheidung. In der Schlussminute erzielt Hoffenheim noch das 2:0. Und Eintracht Frankfurt, vorletzter Tabellenplatz, steckt ab da richtig tief im Abstiegsstrudel. Ums Haar wären sie tatsächlich abgestiegen. Allein ein Unentschieden gegen Hoffenheim hätte gereicht zum direkten Klassenverbleib.

Kaan Ayhan hat danach nie wieder für Eintracht Frankfurt gespielt und ist nach Schalke zurückgekehrt. Marc Stendera reißen im zweiten Relegationsspiel Kreuzband und Außenmeniskus.

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