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Nass gemacht: Auf Führungsfigur Kevin-Prince Boateng ruht die Hoffnung der Eintracht.
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Nass gemacht: Auf Führungsfigur Kevin-Prince Boateng ruht die Hoffnung der Eintracht.

Eintracht Frankfurt

Auswärts schläft?s sich besser

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Trainer Adi Hütter wird die Eintracht körperlich auf ein Topniveau bringen müssen. Dieses Mal wird übernachtet.

Es gibt eine ganz ulkige Statistik, wonach die Spieler von Eintracht Frankfurt bei der Weltmeisterschaft in Russland mit ihren jeweiligen Länderteams die meisten Punkte aller Bundesligaklubs eingefahren haben. Mehr als Dortmund, viel mehr als Bayern und noch viel mehr als Schalke. Eintracht-Profis sind also quasi unschlagbar, erst recht auf internationalem Parkett. Klare Sache.

Die „FAZ“ wollte sich dem Phänomen gar analytisch nähern, die Frankfurter Akteure, folgerte das Blatt, „zehren dabei von dem festen Fundament ihrer Bundesliga-Arbeit“. Das ist nun vielleicht ein klitzekleines bisschen übertrieben. In Wahrheit haben vier der sieben Frankfurter WM-Fahrer noch keine einzige Minute gespielt, Luka Jovic (Serbien), Gelson Fernandes (Schweiz), Marco Fabian (Mexiko) und der neue Torhüter Frederik Rönnow (Dänemark) warten auf ihren ersten Turniereinsatz.

Sehr viel weiter sind da Makoto Hasebe, der eine tragende Rolle bei der Nationalmannschaft Japans einnimmt und sie als Kapitän anführt, Carlos Salcedo, der eisenharte Titan, der sich für die mexikanische Auswahl aufopfert, und natürlich Ante Rebic, der sich in der Form seines Lebens befindet und für Kroatien in Russland genauso groß auftrumpft wie für die Eintracht im Pokalfinale gegen die Bayern.

Der 24-Jährige, der beim 3:0-Erfolg gegen Argentinien die Führung erzielte und nach einem Tritt auf den rechten Fuß ausgewechselt wurde, gab nun via „Goal.com“ Entwarnung. Die Verletzung sei zwar sehr schmerzhaft, „aber nichts Ernstes“.

Der selbst nicht als zimperlich bekannte Rebic beschwerte sich im Nachgang übrigens wortreich über das angeblich fehlende Fairplay der Südamerikaner und ihre ständigen Provokationen. Das führte sogar dazu, dass er auf einen Trikottausch mit Superstar Lionel Messi verzichtete: „Ich wollte es für einen Freund holen, er ist großer Messi-Fan. Aber ich hatte einen schlechten Eindruck von den Argentiniern, deshalb wollte ich es nicht mehr.“ Wer, zum Himmel, ist schon Messi?

Viele seiner Frankfurter Kollegen gratulierten Rebic zu seinem mitreißenden Auftritt, natürlich drückte auch Eintracht-Leitwolf Kevin-Prince Boateng seinen Respekt via Twitter aus: „Rebicccccccc brudaaaaaaaa“.

Boateng wird sich in genau einer Woche beim Trainingsauftakt der Eintracht am Stadion einfinden, der 31-Jährige befindet sich schon wieder in Deutschland und bereitet sich, wenn man so will, auf die Vorbereitung vor. Boateng will gut präpariert in die präsaisonale Phase gehen, um sich körperlich auf ein Topniveau zu bringen. Die Führungskraft, ein Mann für die großen Spiele, wird sich im Laufe der langen Runde mit vielen Partien dennoch seine Pausen nehmen, in der vergangenen Saison gewährte ihm Ex-Trainer Niko Kovac immer wieder mal Ruhephasen.

Auch Adi Hütter, der neue Coach, wird an diesem Sonderstatus nicht rütteln. Boateng ist ein wichtiger Faktor, eine Säule für diese Mannschaft, zumindest in den entscheidenden Momenten. Alle Spiele wird der ausgebuffte Profi sicher nicht absolvieren, zumal ja seine Knie nicht mehr taufrisch sind.

Adi Hütter hat einen minutiös getakteten Trainingsplan ausgearbeitet. Die richtige Steuerung ist eine große Kunst, gerade vor dieser Spielzeit, die einige Fallstricke bereit hält. Klar ist, dass die WM-Fahrer einen entsprechenden Sonderurlaub in Anspruch nehmen dürfen, was bedeutet, dass sie auch das am 7. Juli beginnende achttägige Trainingslager in den USA verpassen werden. Ein Problem, das selbstverständlich nicht nur die Eintracht hat.

Europa kostet Körner

Hütter wird sein Pensum klug dosieren und die Belastungen genau austarieren müssen. Die Eintracht-Spieler werden auf eine harte Vorbereitung zusteuern. Das ist unabdingbar. Zum einen ist der neue Coach bekannt dafür, dass seine Mannschaften stets über Fitness und Körperlichkeit kommen. Auch Vorstand Axel Hellmann gab bereits die Losung aus: „Wir wollen der Linie der Kampfmannschaft treu bleiben und weiter auf Mentalität und Willen setzen.“

Zum anderen muss Adi Hütter sein Team auf die zusätzlichen Auftritte auf europäischem Terrain einstellen. Da wird die Mannschaft automatisch Körner lassen, die richtige Balance zwischen Belastung, Erholung und Anspannung muss gefunden werden. Umso wichtiger ist, dass der Grundstock gelegt ist und sich die Spieler auf einem guten körperlichen Fundament bewegen.

In den Englischen Wochen ist es sicherlich problematisch, dass kein geregelter Trainingsbetrieb mehr möglich ist. Spiele im Dreitagesrhythmus bedeuten auch, dass taktische, fußballspezifische Feinheiten oft auf der Strecke bleiben. Da geht es vor allem darum, die körperliche und geistige Frische so schnell wie möglich wieder herauszukitzeln. Das ist schwer genug. Es wird überdies an Hütters Trainerteam sein, die Mannschaft so zu präparieren, dass ihr im Saisonendspurt nicht die Puste ausgeht. Das war in den vergangenen beiden Jahren der Fall, was zum einen an Kovacs permanenten Anforderungen im Höchstbereich lag, aber auch der kräftezehrenden Spielweise geschuldet war.

Und: Natürlich sind es gerade die Reisestrapazen, die für die Eintracht zum Bumerang für die Liga werden können. Bei den letzten Europapokalauftritten entschied sich die Sportliche Leitung gemeinsam mit dem damaligen Trainer Armin Veh dazu, nach den Auswärtsspielen noch in der Nacht zurückzufliegen, um wenigstens ein paar Stunden im eigenen Bett zu verbringen. Das hat sich im Nachhinein als großer Fehler herausgestellt, der fehlende Schlaf samt Nachtflug laugte die Spieler zu sehr aus. Harter Abstiegskampf war die Folge.

Die Verantwortlichen haben daraus gelernt: In der kommenden Europapokalsaison wird die Mannschaft vor Ort übernachten und erst am nächsten Tag zurückreisen. Eine kluge Entscheidung.

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