Eintracht-Comebacker Durm und Sow

Eintracht-Trainer Adi Hütter lobt: „Außergewöhnlich gut“

  • Ingo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Debütantenball im Stadtwald: Trainer Hütter setzt ein Zeichen und verhilft gleich vier Akteuren zu ihren ersten Startelf-Einsätzen. Die Spieler rechtfertigen das Vertrauen.

  • Gegen Leipzig stellt Adi Hütter die Mannschaft von Eintracht Frankfurt auf einigen Positionen um.
  • Besonders die Aufstellung von Erik Durm überrascht.
  • Aber auch die anderen Neuen wissen zu überzeugen.

Einen klitzekleinen Seitenhieb auf die Kritiker der vergangenen Woche hatte sich Eintracht-Trainer Adi Hütter dann doch nicht verkneifen wollen. Es sei „vielleicht mutig“ gewesen, den Tribünensitzer Erik Durm in diesem Spiel von Anfang an zu bringen, sagte der österreichische Coach, und reagierte damit süffisant auf jene, die ihm zuletzt Mutlosigkeit vorgeworfen hatten, allerdings ging es dabei um die Besetzung der Offensive.

Ordentlicher Auftritt: Erik Durm, Tribünensitzer a. D.

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter bringt Erik Durm

Erik Durm, vor ewig scheinenden Zeiten tatsächlich im Aufgebot der Weltmeistermannschaft von Rio, in die Startelf zu beordern, war allemal couragiert, zumindest überraschend. Der 28 Jahre alte gebürtige Pirmasenser, im Sommer 2019 ablösefrei vom englischen FC Huddersfield nach Frankfurt gekommen, spielte lange Zeit bei Eintracht Frankfurt überhaupt keine Rolle. In dieser Saison hatte es der Rechtsverteidiger kein einziges Mal geschafft, überhaupt in den mittlerweile 20 Mann umfassenden Kader zu gelangen. Seinen letzten Bundesligaeinsatz hatte Durm im Mai dieses Jahres, 14 Minuten durfte er bei der 2:5-Niederlage gegen den FC Bayern ran. Zuletzt in der Startelf stand er im Februar, beim 1:2 zu Hause gegen Union Berlin. Weiter weg von der Mannschaft war kein anderer Profi. Und diesem scheinbar längst Ausgemusterten schenkt Hütter sein Vertrauen.

Der Trainer hat das ja nicht aus einer Laune heraus getan. „Erik“, sagte er 50-Jährige nach der Partie gegen Leipzig, habe im Training „nicht nur gut, sondern außergewöhnlich gut trainiert“, seit Wochen schon, „das war auffällig“. Und wenn einer mit Leistung besteche, werde er seine Chance erhalten, „das gilt für jeden einzelnen Spieler“: Adi Hütter hat damit ein deutliches Signal gesetzt, vornehmlich an die Reservisten: Bleibt am Ball, bereitet euch so vor, als würdet ihr am Wochenende spielen. „Es ist kein gutes Zeichen für einen Profi, sich im Training hängen zu lassen“, betonte Hütter, er belohne gute, engagierte Arbeit während der Woche beim Üben.

Eintracht Frankfurt: Adi Hüter ist zufrieden zufrieden mit den Neuen

Erik Durm hat seine Sache in der neu formierten Viererabwehrkette nicht schlecht gemacht, zumindest defensiv nicht. Er hat ziemlich viele Zweikämpfe gewonnen, nur einen, den entscheidenden nicht. Vor dem 1:1 hatte er Flankengeber Angelino viel zu spät attackiert, prompt führte dessen Hereingabe zum Ausgleich. „Blöd“ sei das gewesen, sagte Durm, da habe „ich nicht optimal verteidigt“. Ansonsten heimste er für sein Debüt in der Anfangself einiges an Lob ein. Hütter: „Er hat seine Aufstellung gerechtfertigt.“

Der Frankfurter Trainer verblüffte darüber hinaus mit weiteren erstmaligen Startelf-Nominierungen. Dass Filip Kostic, Evan Ndicka, den Hütter als „tollen Spieler“ pries, und Aymen Barkok, prompt Torschütze zum 1:0, beim Anpfiff auf dem Platz standen, war, auch wegen der Änderung der taktischen Marschroute, mehr oder weniger logisch. Mit Djibril Sow im defensiven Mittelfeld war freilich nicht gerechnet worden. Der Schweizer blieb weitgehend unauffällig, ihm unterlief aber auch kein schwerwiegender Bolzen. „Mit allen, die ihr Startelf-Debüt gegeben haben, war ich sehr zufrieden“, fand Hütter. Und ein bisschen Stolz auf seinen Mut war auch dabei.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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