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Wolf tunnelt Jonathan de Guzman und trifft zum 2:1-Zwischenstand.

Eintracht Frankfurt

Ausgerechnet Wolf

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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt wird vom eigenen Ex-Spieler in Dortmund auf die Bretter geschickt.

Im Hochglanzvereinsheft von Borussia Dortmund verriet Seitenwechsler Marius Wolf, dass er schon von Kindesbeinen an ein glühender BVB-Anhänger gewesen sei und das schwarzgelbe Trikot als kleiner Bub trug. Aber auch an Eintracht Frankfurt hat der Ex, wie sollte es anders sein, nur beste Erinnerungen. Die Zeit werde er nie vergessen und wolle sie nicht missen, „mit mir ist gut umgegangen und gearbeitet worden“. Er ist auch ganz gut ausgebildet worden, und das demonstrierte der 23-Jährige am Freitagabend, als er seine früheren Kollegen mit einem Rechtsschuss auf die Bretter schickte.

Nach 73 Minuten, es stand 1:1, die Eintracht schnupperte am Punkt, zimmerte Wolf den Ball zum 2:1 ins Frankfurter Tor. Die Vorentscheidung. Er ballte die rechte Faust ganz leicht, doch jubelte sehr dezent – aus Respekt vor seinem Ex-Verein. „Ich wollte unbedingt mein erstes Tor für Dortmund machen. Ein bisschen schade, dass es gegen die Eintracht war.“, sagte Wolf bei Eurosport. Es war dennoch bezeichnend, dass Wolf, einer der Helden vom Mai, der sich den DFB-Pokal tätowieren ließ, diese Partie in Dortmund entschied, den 3:1-Endstand besorgte Paco Alcacer (88.). Die Eintracht hatte sich wacker geschlagen, aber die letztlich erwartete Niederlage kassiert. „Natürlich ist das Ergebnis enttäuscht. Gefühlt hat Dortmund dreimal aufs Tor geschossen und dreimal getroffen“, sagte Eintracht-Keeper Kevin Trapp.

Trainer Adi Hütter hatte eine durchaus erstaunliche Aufstellung gewählt: Er beorderte gleich zwei Spieler in die Startformation, die eigentlich gar nicht mehr bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stehen sollten: Simon Falette und Marco Fabian, beide aufrechte Mitglieder der unsäglichen Trainingsgruppe zwei, die vor knapp zwei Wochen nach Schließung des sommerlichen Transferfensters wieder aufgelöst wurde.

Falette und Fabian spielen

Es lässt tief blicken, dass der neue Fußballlehrer gleich zwei Akteure aus dieser zusätzlichen Gruppe nun wieder eingebunden hat und ihnen das Vertrauen schenkte. Das zeigt zum einen, welch Schnapsidee es war, diese Fußballer temporär auszugrenzen, weil sie ja offenbar doch nicht so schlecht und sehr wohl befähigt sind, in der deutschen Premiumklasse ihren Mann zu stehen. Sicherlich haben sie, im Gegensatz zu den erneut nicht für den Kader nominierten Leidensgenossen Marc Stendera und Branimir Hrgota, auch schnell wieder eine Bewährungschance bekommen, weil die Liste mit versehrten und gesperrten Profis schon sehr früh in der Saison recht lang ist.

Gleich acht Profis fehlten gestern Abend in Dortmund, kurzfristig musste auch der Israeli Taleb Tawatha passen, für ihn verteidigte Falette hinten links und bekam es nicht selten mit Marius Wolf zu tun. Falette zeigte, wie auch Fabian, im Rahmen seiner Möglichkeiten eine ordentliche Leistung.

Die Eintracht war im wie immer vollbesetzten Dortmunder Fußballtempel mit der erwarteten Einstellung ins Spiel gegangen. Die in weiß gewandeten Spieler rackerten eifrig und nimmermüde, sie verstellten Wege und Lücken, sie warfen sich tapfer in jeden Ball, liefen die Borussen immer wieder an, sie hechelten von einem Schwarz-Gelben zum nächsten – was zur Folge hatte, dass sie im Laufe der ersten Halbzeit schon zwei Kilometer mehr als die Dortmunder abgespult, aber dafür nur 34 Prozent Ballbesitz hatten. Sie rannten die meiste Zeit nur hinterher, mit dem Ball am Fuß wussten sie nicht so viel anzufangen, was ebenso erwartbar war wie die tadellose kämpferische Einstellung.

Das defensive Mittelfeld mit Lucas Torro und Gelson Fernandes traut sich nicht,  das Spiel zu eröffnen, sich Bälle abzuholen, um die eher kreativ angehauchten Spieler wie Filip Kostic, Mijat Gacinovic oder Marco Fabian in Szene zu setzen. Generell bleibt festzuhalten, dass drei richtige Fußballer in einer Mannschaft schlichtweg zu wenige sind, zumal Mittelstürmer Sebastien Haller vorne völlig in der Luft hing und kaum einen Ball festmachen konnte.

Und doch war es nicht so, dass die Eintracht sich völlig einigelte, sie versuchte zumindest, immer wieder mal ein paar Nadelstiche zu setzen, sie lieferte ein ordentliches Spiel ab – in etwa das, was man erwarten konnte, wenn man kein völlig realitätsfernes Anspruchsdenken hat.

Offensivaktionen gelangen aber im Kern nur dann, wenn Danny da Costa über rechts Dampf machte oder ein Spieler wie Gacinovic die Füße im Spiel hatte. Nach sechs Minuten spielte er einen klasse Pass in die Tiefe zu seinem Landsmann Kostic, der Roman Bürki mit einem Vollspannschuss prüfte. Der seltsam uninspiriert wirkende BVB seinerseits tat sich enorm schwer, das Angriffsspiel ließ die nötige Präzision vermissen, um einen unangenehmen Gegner wie das Ensemble aus dem Hessischen aus den Angeln zu heben. Das führte dazu, dass Eintracht-Torhüter Kevin Trapp lange Zeit einen geruhsamen Abend verbringen durfte. Die Torschussstatistik zur Halbzeit: 3:2 für die Westfalen. Dummerweise war einer davon drin, okay, es war nicht mal ein richtiger Schuss, aber das dürfte den Borussen so ziemlich schnurzegal gewesen sein.

Nach einem Eckstoß stocherte nämlich der Dortmunder Innenverteidiger Abdou-Lakhad Diallo die Kugel ins Netz, Keeper Trapp konnte zuvor nur abklatschen. Es war ein merkwürdiger Treffer (36.), irgendwie symptomatisch für das doch eher niveauarme Spiel.

So ging es auch im zweiten Abschnitt weiter, in dem die Dortmunder überraschenderweise aber noch weniger machten und einen Gang zurückschalteten, im Grunde die Führung nur noch verwalteten. Das sollte sich rächen, weil die Eintracht ihre Chance witterte, nach eine Flanke von da Costa erzielte der Franzose Sebastien Haller sein drittes Saisontor (68.). Irgendwie auch aus dem Nichts.

Der Ausgleich reizte die Platzherren aber, und dann war es ausgerechnet Marius Wolf, der die Eintracht mit seinem Schuss aus acht Metern auf den Boden schickte (73.). Knockout durch einen der Pokalsiegerhelden vom Mai – auch dies passte zu diesem Abend in Dortmund.

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