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Presse gegen Eintracht: Ingo Durstewitz (links) im Zweikampf gegen Manuel Hiemenz von der Fußballschule.

Wüste Söhne

Ausgekontert

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Erneut wird beim traditionellen Kick der Popelschreiberlinge gegen die Obermuftis von der Eintracht das Geschehen von skandalösen Schiedsrichterentscheidungen und Spielmanipulationen überschattet.

Es soll Tage geben hier in der Wüste, da verliert die Sonne den Kampf gegen die Wolken. Aus denen fallen dann tatsächlich Tropfen hinab auf die Erde. Regen ist hier ungefähr so spektakulär wie in der Heimat eine sechswöchige Hitzewelle mit, sagen wir, 37,8 Grad. Es kübelt hier nicht so oft, so ein-, zweimal im Jahr. Gestern war so ein seltener Tag. Freunde, ich kann Euch sagen, ruckzuck stand hier alles unter Wasser, der Vater der Gazelle war kurz vorm Absaufen. Doch dann, pünktlich zum Höhepunkt des Tages, vertrieb die Sonne die Wattebäuschchen am Firmament. Gut gemacht.

Mit der Erfahrung der Kreisliga

Auch in diesem Jahr haben wir wüsten Söhne den Fehdehandschuh aufgenommen, wir waren wild entschlossen, es ihnen zu zeigen, den Obermuftis von der Eintracht: Herri, Axel, Bruno, Oka, Charly, Preußi, Philip und noch so junges Gemüse, das sie sich eingekauft hatten, diese hochdekorierten Superhelden von einst, damit sie eine Chance haben im Spiel der Eintracht-Allstars gegen uns. Popelige Schreiberlinge, die gerne mal den Freibad-Maradona geben. Okay, eigentlich sind wir auch ziemliche Granaten, denen die große Karriere in der Bundesliga nur verwehrt blieb wegen der vielen Knieverletzungen und den Verlockungen des Lebens. Weiber, Suff und Gesang. Denn sonst, klar, sonst wären wir auch alle groß rausgekommen, wären da gewesen, wo einst dieser Charly war und der Oka und der Preußi und der Bruno. Ganz sicher. Also Talent hatten wir ja schon. Der eine oder andere meinte trotzdem, es sei nicht ganz fair gewesen, dass wir also gegen die Jungs antreten mussten, die zusammen ganz genau 1038 Bundesligaspiele auf dem Buckel haben. Pfft, wurscht, wir haben mindestens genau so viele Kreisligaeinsätze vorzuweisen.

Wir haben die großen Jungs also auch gleich schön laufen lassen. Okay, eigentlich haben sie uns laufen lassen, aber wir haben gekontert. 1:0, 2:1, 3:2. Eigentlich waren wir immer in Führung. 5:3 stand es irgendwann. Für uns. Das Ding schien gelaufen. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Es kam, man muss das so sagen, zu internen Reibereien. Hinzu kam eine befremdliche Spielweise des Gegners. Nicht, dass sie getreten hätten, nein, aber das haben sie uns vorgeworfen. Sie haben lamentiert und geschauspielert, den Schiri eingeschüchtert und die zweite Hälfte schnell um zehn Minuten verlängert. Kein Wunder, dass sie noch gewonnen haben, 7:5 zum Schluss, aber da waren wir schon in Unterzahl. Deren Anführer Herri war da gar nicht mehr dabei, er humpelte mit einer schweren Zerrung vom Platz. „Nicht schlimm“, sagte er tapfer. „Ist kein Kreuzbandriss.“ Nächstes Jahr ist er wieder am Start. Dann gibt’s Revanche. Wartet es ab.

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