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Nach Aus in Belgien: Eintracht Frankfurt sucht neuen Klub für Hauge

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Von: Ingo Durstewitz

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Kurzes Gastspiel in Gent: Jens Petter Hauge.
Kurzes Gastspiel in Gent: Jens Petter Hauge. © Belga/Imago

Eintracht Frankfurt sucht einen neuen Verein für Stürmer Jens Petter Hauge. Der wurde bei seiner Leih-Station in Gent ausrangiert.

Frankfurt – Man kann selbst mit ganz viel Wohlwollen nicht behaupten, die norwegische Offensivkraft Jens Petter Hauge hätte in Belgien tiefe Spuren hinterlassen, nein, nicht mal leichte Abdrücke sind auszumachen. Der Spieler von Eintracht Frankfurt, der seit Sommer 2022 an KAA Gent entliehen ist, kam in der Jupiler Pro League genau neunmal zum Einsatz, aber nur ein einziges Mal stand er in der Startformation. Seine Bilanz: null Tore, null Vorlagen. Das ist, nun ja, ausbaufähig. Oder halt: hundsmiserabel.

In den vergangenen beiden Partien schaffte es der 23-Jährige nicht einmal mehr in den Spieltagskader – und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Denn Trainer Hein Vanhaezebrouck senkte nun den Daumen über Hauge. Er hat ihn aufs Abstellgleis geschoben, ihn ausrangiert. „Es wird eine Lösung für ihn gefunden werden“, sagte der 58-Jährige am Sonntag nach dem 2:1-Sieg gegen den KV Kortrijk.

Jens Petter Hauge von Eintracht Frankfurt – Spielpraxis dringend benötigt

Für Hauge und die Eintracht ist das eine unbefriedigende Situation. Denn eigentlich war der Skandinavier nach Belgien geschickt worden, um Spielpraxis zu sammeln und ins Laufen zu kommen, um Selbstvertrauen zu tanken, ja die schwere Zeit in Frankfurt hinter sich zu lassen, einfach unbelastet neu zu beginnen und durchzustarten. Und jetzt das. Wie also geht es weiter?

Klar ist, dass die Eintracht kein Interesse daran hat, Hauge ein halbes Jahr in Gent zu parken, ohne dass er Einsatzchancen hat. Dafür war er zu teuer, dafür bindet er zu viel Kapital, schließlich haben die Hessen für die Dienste des Akteurs rund zehn Millionen Euro nach Mailand überwiesen. Bisher ist der Gegenwert verschwindend gering. Und so ist auch keine Kompensation zu erwarten, nicht mal im Ansatz.

Hauge, das ist die einhellige Meinung, muss spielen. Unbedingt. Je häufiger, desto besser. Das ist in Gent nicht mehr möglich. Folglich werden die Hessen für ihren Stürmer eine Alternative suchen, eine Rückkehr nach Frankfurt ist kein Thema. Bei der Eintracht hätte er keine Chance zu spielen, das Team ist zu gefestigt und zu stark. Schon im Sommer war Hauge, ohnehin ohne Selbstvertrauen, abgefallen. Das war der Grund, weshalb ihm eine Luftveränderung empfohlen wurde.

Jens Petter Hauge von Eintracht Frankfurt: Leih-Station mit Nestwärme gesucht

Im Eintracht-Führungszirkel sind sie verwundert und auch verschnupft, wie die Belgier mit Hauge verfahren sind. Dem Spieler werden zwar gute Trainingsleistungen attestiert, doch Coach Vanhaezebrouck habe sich dazu entschieden, mehr auf die eigenen Talente zu setzen. Bleibt die Frage, weshalb Gent den Stürmer dann überhaupt ausgeliehen hat. Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass Hauge eine denkbar schwache Hinserie gespielt hat und im Herbst schon einmal vom Trainer angezählt wurde.

Der Angreifer wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch einmal verliehen werden, formal ist das möglich, weil er in dieser Saison nur für einen Klub (Gent) gespielt hat. Die Eintracht hofft auf einen guten Verein, der ihm Nestwärme bietet und Vertrauen schenkt. Denn Hauges größtes Problem, heißt es, seien seine Selbstzweifel, er sei mental zu labil und mache sich zu viele Gedanken. Hauges größter Gegner sei er selbst. (Ingo Durstewitz)

Unterdessen droht der Eintracht zum Rückrundenstart der Ausfall von Tuta. Dies könnte eine Kettenreaktion in der Abwehr zufolge haben.

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