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Familienbande: Rafael Santos Borré mit Schwiegermutter Rosario (links) und Ehefrau Ana.
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Familienbande: Rafael Santos Borré mit Schwiegermutter Rosario (links) und Ehefrau Ana.

Auf Torejagd mit Schwiegermama

Eintracht Frankfurt: Neuer Stürmer Borré legt los

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der neue Frankfurter Angreifer Rafael Santos Borré will sich im zweiten Anlauf durchsetzen.

Frankfurt - Es kommt nicht so häufig vor, dass Profis bei ihrer ersten Präsentation beim neuen Klub die halbe Sippschaft mitbringen. Bei Rafael Santos Borré Maury, der am Freitag (23.07.2021) in einer VIP-Lounge des Stadions von Eintracht Frankfurt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war es aber genauso, vielleicht war es nicht die halbe Sippschaft, aber: Ehefrau Ana, Töchterchen Guadeloupe, Schwiegermama Rosario, die Nanny natürlich, Berater und Assistentin sowie der eine oder andere, ebenfalls verbandelt mit dem neuen Offensivspieler der Eintracht, immerhin kolumbianischer Nationalspieler, ein selbstbewusster, aufgeweckter, offener junger Mann - und wahrlich nicht auf den Mund gefallen.

Ehe die Verwandtschaft zur mentalen Stärkung Platz genommen hatte, hatte der 25 Jahre alte Borré die Pressekonferenz schon eröffnet - auf Deutsch: „Ich freue mich, hier zu sein“, sagte er, ehe er dann wieder ins vertraute Spanisch wechselte, nicht ohne zu versprechen, möglichst rasch die neue Sprache zu lernen.

Rafael Santos Borré Maury ist heiß auf Eintracht Frankfurt

An diesem Donnerstag war der nur 1,74 Meter große, eher filigrane Neuzugang in Frankfurt gelandet, deutlich früher als erwartet. Noch am 10. Juni spielte er für Kolumbien in der Copa America im Spiel um Platz drei gegen Peru (3:2). Er hat vier von fünf Copa-Partien bestritten, spielte gegen Brasilien, Uruguay und Argentinien, er ist fit, zehn Tage hat er nur pausiert im Kreise der Familie, konditionell hat er nichts eingebüßt. Auf die neue Herausforderung in Frankfurt ist er heiß, die Stadt gefalle ihm sehr, der erste Eindruck sei vielversprechend. Auch die „menschliche Qualität“ der handelnden Personen sei einer der Gründe für seinen Wechsel gewesen.

Rafael Santos Borré, der die familiäre, gleichwohl internationale Atmosphäre der Eintracht schätzt, hat sich im Vorfeld intensiv beschäftigt mit seinem neuen Klub, bei dem er bis 2025 unterschrieben hat. Er hat mit Jhon Cordoba und James Rodriquez telefoniert, Landsleute aus Kolumbien, die die Bundesliga bestens kennen. Sie hätten ihm erklärt, wie hier der Hase läuft, wie in der Liga Fußball gespielt wird und auf was es ankommt. „In der Bundesliga will ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen“, sagt Borré, er hoffe, sich auch als Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein erstes Kennenlern-Gespräch mit Trainer Oliver Glasner ist ebenfalls schon geführt, am Samstag (24.07.2021) wird er sich im Stadion das Testspiel der Eintracht gegen Racing Straßburg ansehen, am Montag stehen medizinische Tests auf dem Programm, am Dienstag wird er erstmals mit den neuen Kollegen trainieren. Aber er wisse natürlich schon, wie Glasner die Hessen spielen lassen will, offensiv und mit viel Pressing. „Das ist für mich nichts Neues.“

Impfen legt los

Eintracht Frankfurt kann bei der Generalprobe für die neue Saison am Samstag, 31. Juli, (15.30 Uhr), mit einer Rekordkulisse von 10 000 Zuschauern rechnen. Das Frankfurter Gesundheitsamt genehmigte einen entsprechenden Antrag für das Testspiel gegen AS St. Etienne. Vor dem Hintergrund, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankfurt zwischenzeitlich über den Wert von 35 gestiegen ist, dürfen lediglich 5000 Fans (mit negativem Test) in die Arena. Die übrigen 5000 Personen müssen geimpft oder genesen sein. In den Auslegungshinweisen zur hessischen Corona-Schutzverordnung steht nämlich, dass Geimpfte und Genese nicht zählen. „Das ist ein erster guter Kompromiss in die richtige Richtung“, sagte Eintracht-Justiziar Philipp Reschke. Es würde sich also lohnen, sich impfen zu lassen.

Die Eintracht hat zudem geplant, zum ersten Heimspiel am 21. August gegen FC Augsburg 25 000 Fans ins Stadion zu lassen - sofern die Inzidenz bei unter 35 liegt. Momentan liegen die Werte in Frankfurt laut RKI bei rund 40. Wie sich die Lage bis zum Auftakt in knapp vier Wochen entwickelt, kann keiner vorhersehen. Es könnten auch ganz andere Regeln gelten. kil

Rafael Santos Borré, in Barranquilla in der Karibik geboren, soll bei der Eintracht die Schnelligkeitsdezite im Angriff beheben. Er ist nicht als zentraler Mittelstürmer gedacht, einen solchen Spielertypus will der Klub noch verpflichten. Borré „ist der Spieler, der das Tempo und die Tiefenläufe mitbringt, die wir verstärkt haben wollen“, sagte Trainer Glasner dieser Tage am Rande des Trainings. Sportvorstand Markus Krösche, der sich gemeinsam mit Chefscout Ben Manga sehr um den Angreifer mit internationalem Format bemüht hat, glaubt, dass Borré der Eintracht „mit seinem Torinstinkt und seiner Treffsicherheit helfen“ werde. Der Spieler selbst sieht sich als „hängende Spitze, der zwischen den Linien spielt“.

Eintracht Frankfurt: Joveljic vor Wechsel

Borré, der mit der Rückennummer 19 auflaufen wird, ist fußballerisch bei Deportivo Cali (Kolumbien) groß geworden. Nach einem unglücklichen Abstecher nach Europa, wechselte er nach Buenos Aires, beim argentinischen Spitzenverein River Plate hat er in 149 Pflichtspielen 56 Tore erzielt, in der abgelaufenen Saison scheiterte River Plate in der Copa Liberdatores erst im Halbfinale am späteren Sieger Palmeiras.

Rafael Borré hat schon einmal versucht, in Europa Fuß zu fassen. 2015 ging er von Cali zu Atletico Madrid, weil ihm die kolumbianische Liga nicht gut genug war. Er wurde bald an Villareal ausgeliehen, fand sich aber in Spanien nicht zurecht und kam nur auf 17 Einsätze in La Liga. „Ich war damals sehr jung“, sagte er jetzt, „die Reife hat mir gefehlt“. Zudem sei der Sprung von der kolumbianischen Liga nach Spanien seinerzeit ein zu großer gewesen. Mittlerweile sei er bei River Plate zu „einem besseren Spieler gereift“, auch persönlich habe er sich weiter entwickelt. „Jetzt komme ich mit einem ganz anderen Gesicht nach Europa. Hier werde ich meine eigene Geschichte schreiben.“

Und wie es aussieht, wird einer seiner potenziellen Konkurrenten das Feld räumen. Laut Medienberichten steht Stürmer Dejan Joveljic vor einem Wechsel in die MLS, zu den Los Angeles Galaxy. Wie es heißt, sollen die US-Amerikaner bereit sein, 3,5 Millionen Euro Ablöse zu zahlen. Nicht schlecht für einen, der gar keine Rolle spielt. (Thomas Kilchenstein)

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