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Ankurbler aus der Autostadt

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Von: Frank Hellmann

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Lob vom Chef für Aster Vranckx. Foto:
Lob vom Chef für Aster Vranckx. © dpa

Mittelfeldrackerer Aster Vranckx ist auch in der Krise und trotz Kruse einer, der bienenfleißig am Umschwung werkelt.

Viel, wenn nicht sogar alles, hat sich beim VfL Wolfsburg in den vergangenen Tage um Max Kruse gedreht. Mehrwertspieler wie ihn gibt es halt nur wenige, und auch wenn der Hoffnungsträger gar nicht so viele tolle Dinge angestellt hat, um das Schlusslicht Greuther Fürth 4:1 zu schlagen, wird sich der Fokus auch im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt auf den 33-Jährigen richten. Trainer Florian Kohfeldt will bereits einen Stimmungsumschwung festgestellt haben: „Du kommst anders in die Kabine.“

Einer, der dort fast immer gute Laune verbreitet, war vergangenen Samstag mit zwei Treffern wichtiger als Altstar Kruse: Jungspund Aster Vranckx, eine acht Millionen Euro teure Neuerwerbung vom vergangenen Sommer, die sich zur Stammkraft hochgearbeitet hat. „Aster ist einer der positiven Lichtblicke bei uns. Ein unbekümmerter Junge, der einfach rausgeht und Fußball spielen möchte“, lobt Sportdirektor Marcel Schäfer. Gute Statur und top Fitnesswerte prädestinieren den 19-Jährigen dafür, sich gefühlt in jeden Zweikampf zu stürzen – so wie es in seinen Anfangszeiten auch der Frankfurter Sebastian Rode zu tun pflegte.

Mit 19 Jahren schon weit

Schäfer findet, dass die Niedersachsen ohne den forschen Belgier nicht können, um die Krisensymptome endgültig abzuschütteln: „Was in unserer Situation hilft: Er will den Ball, er lässt sich auch nicht runterziehen, wenn es insgesamt nicht so läuft. Er scheut keinen Zweikampf, läuft und arbeitet viel – dabei macht er auch den einen oder anderen Fehler, was in seinem Alter aber auch nicht ungewöhnlich ist.“

Mitunter geht er nämlich noch zu überhastet, zu ungestüm zu Werke, findet auch der Sportdirektor: „Er hat noch extrem viel Potenzial, daran arbeiten wir mit ihm gemeinsam. Er passt in unsere Entwicklungskultur.“ Tatsächlich ist Vranckx einer, der genau wie der einsatzbereite Neu-Nationalspieler Lukas Nmecha eigentlich den Wolfsburger Weg verkörpert. Profis mit Perspektive in der Autostadt besser zu machen, um sie dann auf die Reise in die schillernden Großstädte zu entlassen.

Dass der robuste Mittelfeldmann bei anhaltender Entwicklung nicht seinen bis 2025 laufenden Vertrag erfüllt, ist logisch. Erst recht, weil Schäfer im Rückblick erkannt, dass der ausgebliebene Umbruch im Kader im vergangenen Sommer wohl der größte Fehler war, der in seinen Verantwortungsbereich fiel. Ohne die Talfahrt in der Hinrunde hätte der Klub ja gar nicht Max Kruse verpflichten müssen.

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