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Eintracht-Spieler Rode: "Wir können nicht täglich sechs, sieben Stunden trainieren – dafür ist der Fußball zu komplex."
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Eintracht-Spieler Rode: "Wir können nicht täglich sechs, sieben Stunden trainieren – dafür ist der Fußball zu komplex."

Diskussion mit Eintracht-Spielern

"Andere trainieren deutlich mehr"

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der Triathlet Daniel Unger spricht mit den Eintracht-Profis Rode und Butscher über Training und Verdienst - und bringt die Fußballer zum Staunen.

Die Veranstaltung in einer heimeligen Loge der Frankfurter Arena dauerte schon länger als ein Fußballspiel, als Sebastian Rode erneut das private Zwiegespräch suchte. Und vom einstigen Triathlon-Weltmeister Daniel Unger noch mal wissen wollte, wie viel Kraft denn konkret sein Wettkampf koste.

Es kommt nicht oft vor, dass Fußballprofis selbst so wissbegierig sind, aber offensichtlich hatte der vom Ausrüster vermittelte Treff zwischen dem Ausdauersportler Unger und den Eintracht-Spielern Rode und Heiko Butscher seinen Zweck mehr als erfüllt. „Es ist schön zu wissen, was andere Sportler für ihr Geld leisten müssen, die deutlich mehr trainieren als wir“, gab der U-21-Nationalspieler Rode zu.

Ihm und Butscher stand der Mund offen, als der am 7. Juli beim Ironman Frankfurt auf der Langstrecke debütierende Unger erzählte, was er just beim Trainingslager auf Lanzarote als Wochenprogramm abgespult habe. „25 Kilometer Schwimmen, 700 Kilometer Radfahren, 130 Kilometer Laufen. Trainingszeit 35 Stunden.“

Trainingszeit der Fußballer überschaubar

Die Berufsfußballer in Frankfurt erledigen dagegen derzeit eher überschaubare Pflichten. Die typische Trainingswoche: Sonntag Auslaufen, Montag frei, Dienstag zwei Einheiten, von Mittwoch bis Freitag je eine mit 70, 75 Minuten Inhalt. Rode ergänzte pflichtschuldig, „dass ich für mein Knie zusätzlich noch was im Kraftraum und Stabi mache.“

„Ich beschwere mich bestimmt nicht über unsere Arbeitszeiten“, erklärte Butscher, „aber wir können auch nicht täglich sechs, sieben Stunden trainieren – dafür ist der Fußball zu komplex.“ Der 32-Jährige räumte ein, „dass wir unter der Woche recht viel Freizeit haben.“ Er hat das allerdings auch schon anders erlebt: „In Freiburg hatte Robin Dutt auch schon mal den Acht-Stunden-Tag eingeführt, und wir mussten den ganzen Tag auf dem Vereinsgelände verbringen.“ Und Butscher kann sich im Breisgau an Belastungen erinnern, „in denen wir 15-mal 1000 Meter gelaufen sind.“

Unter Armin Veh sei vor allem die Vorbereitung sehr hart gewesen, „da kamen wir im Trainingslager auch auf fünf, sechs Stunden am Tag.“

Dass der Quervergleich nur bedingt zulässig ist, verdeutlichte Unger mit seinen Erfahrungen aus dem letzten Freizeitkick. „Wenn ich mal eine Stunde Fußball spiele, habe ich drei Tage Muskelkater. Beim Fußball geht mehr der Punk ab.“

Dass der Hype um die Kicker-Branche nebenbei dazu führt, dass Fußballer für ihre Leistungen ein Vielfaches dessen kassieren, was beispielsweise Triathleten verdienen, will der mit Mario Gomez befreundete Oberschwabe („Ich habe als Kind beim FC Mengen Fußball gespielt, er um die Ecke beim FV Bad Saulgau“) nicht beklagen. Der 35-Jährige: „Bei mir reicht das Geld für heute und morgen, aber nicht für übermorgen. Aber das ist so okay.“ Unger ist übrigens als Zwölfjähriger vom Fußball zum Triathlon gewechselt, „weil ich beim 1000-Meter-Lauf immer der Erste war.“

Aber nicht jeder laufstarke Fußballer kommt für den Sportartenwechsel infrage; Rode schloss ihn trotz des anregenden Dialogs mit einem angehenden Ironman sogar aus. Der 22-Jährige: „Ich bin ein so schlechter Schwimmer, dass ich bestimmt auf halber Strecke untergehen würde.“

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