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Amin Younes soll künftig das Spiel von Eintracht Frankfurt prägen.
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Amin Younes soll künftig das Spiel von Eintracht Frankfurt prägen.

SGE

Amin Younes soll künftig das Spiel von Eintracht Frankfurt prägen

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt: Kreativmann Amin Younes arbeitet mit seinem Spezi schon vor dem Trainingsauftakt an seiner Form.

Eintracht - Passend zur EM-Zeit ist er ins DFB-Dress geschlüpft. Schwarze Stutzen, schwarze Hose, graues Trainingsshirt, den Adler auf der Brust. Und er kam kräftig ins Schwitzen. Dauerläufe (anstregend), Intervallläufe (sehr anstrengend), Hanteltraining (sehr, sehr anstrengend). Solch eine Vorbereitung auf die Vorbereitung ist wahrlich kein Pappenstiel. Den Ball, den besten Freund fast aller Kicker (einzelne grob veranlagte Kugelwegtreter mal ausgenommen), spürt man da selten am Fuß.

Amin Younes, Frühjahresrückkehrer in die deutsche Nationalmannschaft, hätte am liebsten verzichtet auf diese Schinderei mit seinem belgischen Spezi Ibe Vermeulen, früher Profikicker, heute Personal Coach und guter Kumpel von Younes. Der Profi von Eintracht Frankfurt wäre dann doch gerne dabei gewesen bei Jogi und seinen Jungs. Bundestrainer Löw hätte ihn auch wunderbar aufs Feld schicken können im Spitz-auf-Knopf-Spiel am Mittwochabend gegen die Ungarn, gerade für die finalen Minuten, in denen Esprit und Finesse gefordert waren. Überraschende Haken, wilde Dribblings, unvorhergesehene Aktionen. Spezialitäten von Amin Younes. Bloß: Bundes-Jogi entschied sich für andere Profis, statt Younes für den jungen Jamal Musiala vom FC Bayern, gerade volljährig, der zwar in der Bundesliga das Spiel seiner Meistermannschaft lange nicht so sehr prägt wie etwa Younes das der Eintracht, der aber deutlich mehr DFB-Perspektive besitzt. Und, auch das gehört zur Wahrheit: Musiala hat prächtig geliefert, er war gegen Ungarn so etwas wie der Co-Held (neben Leon Goretzka).

Nun war es ja nicht so, dass sich Joachim Löw bei der Nominierung aus bösem Willen gegen Younes entschieden hat, es gab gute Gründe, den 27-Jährigen lieber in den Sommerurlaub als zum Sommerturnier zu schicken. Die Endphase der Bundesligarunde war aus Sicht des achtfachen Nationalspielers sehr bescheiden. Erst der Ärger mit Ex-Eintracht-Trainer Adi Hütter beim Spiel in Dortmund, anschließend die Verbannung auf die Bank, gefolgt von Kurzzeiteinsätzen. Dazu eine leichtere Blessur und das auch damit verbundene Frankfurter Abrutschen von den Champions-League-Rängen. Alles in allem: Hätte besser laufen können.

Eintracht Frankfurt: Glasner freut sich auf Younes

Für die Eintracht indes dürfte Younes‘ Nichtberücksichtigung von Vorteil sein, der gebürtige Düsseldorfer kann kommende Woche beim Trainingsauftakt unter dem neuen Coach Oliver Glasner mitwirken. Nach einer Saison der Höhen (Frankfurter Spielveränderer in den Wintermonaten, Weltklasseleistung gegen Bayern) und Tiefen (Ausbootung, Corona-Infektion, Verletzungen) könnte Younes in seiner zweiten Saison für die Hessen noch wichtiger werden als er ohnehin ist.

Trainer Glasner, das hat dessen Chef, der neue Sportvorstand Markus Krösche, unlängst schon mal ausrichten lassen, schätze solche fintenreichen Kreativleute wie Younes sehr, die noch dazu auf dem Flügel und im Zentrum flexibel einsetzbar sind, die in mehrere Systemen ihren Platz finden, weil sie eben das Spiel mit dem Ball beherrschen.

Eintracht Frankfurt: Keine Eile bei Vertragsangelegenheiten

Zwischenzeitlich kolportierte der Boulevard einen möglichen Wechsel von Younes nach Dubai, der vonseiten der Eintracht aber natürlich keinen Sinn ergeben hätte und damit auch so ziemlich vom Tisch ist - wenn er überhaupt jemals drauf war. Younes soll ein wichtiger Teil der Mannschaft bleiben, zumal Daichi Kamada, der zweite Spielmacher im offensiven Mittelfeld, erneut recht offen über einen möglichen Klubwechsel schwadroniert hat. Ohnehin bevorzugte es Übungsleiter Glasner bisher, eher mit einem Zehner statt deren zwei spielen zu lassen. Er gilt da aber nicht als festgelegt, sondern passt sich den Gegebenheiten, also der Kaderzusammensetzung, an.

Für Amin Younes, der bis zum Saisonende vom SSC Neapel ausgeliehen ist und dort nie vorbeigekommen war am italienischen EM-Star Lorenzo Insigne (irgendwie nachvollziehbar), besitzen die Hessen eine Kaufoption. Etwa 2,5 Millionen Euro müssen sie hinblättern für eine feste Verpflichtung, ein guter Deal, für den keine Eile besteht. „Die Kaufoption kann innerhalb des Leihzeitraums gezogen werden. Es macht keinen Sinn, sie jetzt zu ziehen, weil uns der Spieler auch dann faktisch erst ab dem 1. Juli 2022 gehören würde“, erläuterte Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach kürzlich. Amin Younes wird also kommende Woche nicht in London das DFB-Dress gegen England überstreifen, sondern im Stadtwald das der Eintracht. Und: Er wird dabei topfit sein. (Daniel Schmitt)

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