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Geschlaucht: Makoto Hasebe (Nr. 17), Kapitän der japanischen Auswahl, wirkt überspielt.
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Geschlaucht: Makoto Hasebe (Nr. 17), Kapitän der japanischen Auswahl, wirkt überspielt.

Makoto Hasebe

Ein alter Hase

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht-Trainer Armin Veh schickt den formschwachen Makoto Hasebe vor dem Spiel der Hessen gegen Borussia Mönchengladbach wohl in einen Kurzurlaub.

Am Donnerstag hat Makoto Hasebe vorzeitig das Training beenden dürfen. Er ist dann schnell in die Kabine gelaufen, so schnell, dass es eine Handvoll japanischer, meist weiblicher Kiebitze nicht mehr geschafft hatten, ein Bild mit dem Japaner zu knipsen oder ihm wenigstens ein paar freundliche Worte zuzurufen.

Und wie es aussieht, werden die Fans auch künftig auf ein wenig Nähe zu Makoto Hasebe verzichten müssen. Denn der Frankfurter Trainer Armin Veh will dem Spielführer der japanischen Nationalmannschaft eine schöpferische Pause geben, eine Auszeit. „Er soll ein paar Tage wegfahren, vielleicht in die Eifel, und ausspannen. Er muss mal pausieren. In seinem Alter braucht man das manchmal. Er ist ja sozusagen ein alter Hase.“

Kopf frei bekommen

Abstand gewinnen, den Kopf frei kriegen, mal an etwas anderes denken – mit dieser Therapie versucht Veh, die Blockade bei dem im Januar 32 Jahre alt werdenden Mittelfeldspieler zu lösen. „Ich habe mit ihm gesprochen. Wir entscheiden das beide“, sagte Veh. Aber vieles spricht dafür, dass Hasebe am Samstag im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht zum Kader der Hessen gehören wird und ein paar Tage aus dem Trainingsbetrieb herausgenommen wird. „Er muss wieder frisch werden“, sagt Armin Veh.

Tatsächlich wirkt der defensive Mittelfeldspieler in dieser Saison überspielt, ja matt und ausgebrannt. Dazu gesellen sich bei ihm selten gesehene, fast hanebüchene Abspielfehler. In dieser Runde hat der Japaner im Grunde nur im Spiel gegen den 1. FC Köln richtig überzeugt, ansonsten war er nur ein Schatten seiner selbst. Das mag auch dran gelegen haben, dass er anfangs auf dem ungewohnten Posten des rechten Verteidigers spielen musste. Aber auch in der Raute fühlte sich der abseits des Platzes stille Japaner eher unwohl. Seine Fehlerquote ist in dieser Runde deutlich zu hoch.

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Und das weiß der belesene, intelligente Hasebe auch ganz genau. Er ist ja keiner, der die Realität schön reden würde. Gerade die älteren, erfahrenen Spieler nahm er jüngst in die Pflicht, die müssten mehr machen – und nahm sich dabei ausdrücklich nicht aus der Verantwortung: „Für mich gilt das auch. Ich habe zu viele Fehler gemacht im Spiel“, räumte er ein. Sein Anspruch ist auch ein ambitionierter: Er möchte Chef sein, möchte die Mannschaft mit seiner Routine führen, will voran gehen. In der letzten Saison zählte er noch zu den ganz verlässlichen Stützen. Da war er die ordnende Hand im Mittelfeld, da strukturierte er das Frankfurter Spiel. Davon ist er derzeit meilenweit entfernt.

Dazu kommt, dass Hasebe alle vier Wochen gewaltige Reisestrapazen auf sich nehmen muss. In dieser Länderspielwoche etwa spielte der 91-malige Nationalspieler erst im Oman (gegen Syrien), dann in Teheran gegen Iran. Dazu kommt, dass sich die Auswahl stets in Japan trifft und von dort aus fliegt. Im September reiste Hasebe nach Tokio und ebenfalls in den Iran. Das alles schlaucht, und gerade, weil der Japaner schon so lange dabei ist, bleiben derartige Strapazen nicht in den Kleidern stecken. Auch bei einem Musterprofi nicht.

Seferovic ist fit

In der Vergangenheit hat Armin Veh seinen älteren Spielern immer mal wieder eine Trainingseinheit erlassen, damit sie durchschnaufen und regenerieren können. Bei Makoto Hasebe scheint jetzt nur noch eine schöpferische Pause zu helfen.

Für ihn könnte erstmals in dieser Saison Johannes Flum ins Team rücken, der auf seinen Einsatz brennt. In den vergangenen eineinhalb Jahren ist Flum eher selten zu einem Einsatz gekommen, auch jetzt ist noch nicht sicher, ob er spielt. Das hängt in erster Linie vom System ab, das Veh wählt. Sollte der Coach zur Raute greifen, wäre Flum im Team und Stefan Aigner draußen.

Als einigermaßen sicher gilt, dass Haris Seferovic wieder in die erste Elf rückt. „Haris ist fit“, sagte Veh am Donnerstag, und kalauerte hinterher: „Er hat ja keinen Haarriss.“ Auch der Stürmer selbst, zuletzt noch ein wenig hin-und hergerissen, signalisierte, spielen zu können. Und weil auch Carlos Zambrano wieder in Frankfurt ist, wenn auch mit einstündiger Verspätung und am Donnerstag nicht am Mannschaftstraining teilnahm, hat Trainer Veh bei der Besetzung der Innenverteidigung die Qual der Wahl.

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