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Prima Debüt für Almany Touré (re.).

Almany Touré

Kaltstart ins Glück

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Almamy Touré überzeugt gleich bei seinem Bundesligadebüt.

Almamy Touré, der neue Innenverteidiger der Eintracht, hat auch die Arbeit nach der eigentlichen Arbeit sehr souverän erledigt. Kaum hatte der Neuzugang seine ersten 90 Minuten für Eintracht Frankfurt sehr ordentlich hinter sich gebracht, war er in Hannover in die Mixed Zone geführt worden und musste Rede und Antwort stehen. Es gab allemal Grund für ein kurzes Gespräch, der 22-Jährige aus Mali gestaltete sein Debüt in der Bundesliga so, als „ob er schon ewig bei uns spielte“, wie Sportdirektor Bruno Hübner lobte.

Tatsächlich hat der Mann, der auch einen französischen Pass besitzt, allenfalls ein paar Minuten gebraucht, um im Spiel zu sein. Defensiv ließ er nichts anbrennen, er war gleich der zweikampfstärkste Spieler der Frankfurter Mannschaft, gewann 19 seiner direkten Duelle. Auch läuferisch war er stark, er spulte fast elf Kilometer ab, setzte zu 24 Sprints an und dass er Fußball spielen kann, hat er spätestens mit einem feinen Pass nach 23 Minuten auf Stürmer Ante Rebic unter Beweis gestellt.

Ohne Spielpraxis in die Partie

Die Leistung des neuen Mannes ist auch deshalb durchaus bemerkenswert, weil er – bis auf einige Kurzeinsätze – praktisch ein halbes Jahr bei seinem vorherigen Klub, AS Monaco, gar kein Fußball gespielt hat. Eine langwierige Oberschenkelblessur hat ihn auf Eis gelegt, dann hat er zu früh mit dem Training angefangen und fiel erneut aus. Den Rückstand hat er inzwischen aufgeholt. „Wir haben einen Spieler geholt, der eine große Zukunft hat“, lobte Trainer Adi Hütter. „Er ist ein Klassespieler“, wenn man bedenke, dass er ohne die Sprache zu können und fast ohne Training gleich so überzeugend aufgetreten war.

Almamy Touré kommt aus einer Fußballerfamilie. Vater Idrissa war ein sehr bekannter Profi in Mali, zwei seiner drei Brüder spielen ebenfalls professionell. „Mein Vater war ein großer Spieler in Mali, ich bin von klein auf in der Welt des Fußballs großgeworden“, sagt er.

Im Alter von fünf Jahren war die Familie nach Paris gekommen, sie lebten im Departement 93, ein Banlieue im Norden der Stadt, keine gute Adresse. Touré sagt, es habe für ihn keine Probleme gegeben. Denn er hatte den Fußball.

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