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Hat eigentlich alles, was ein guter Verteidiger braucht: Almamy Touré.
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Hat eigentlich alles, was ein guter Verteidiger braucht: Almamy Touré.

SGE

Eintracht Frankfurt: Almamy Touré im Kampf gegen seine Aussetzer

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Almamy Touré fliegt bei Eintracht Frankfurt unterm Radar, dabei hat er durchaus Potenzial zum Stammspieler – wäre da nicht sein Hang zum Konzentrationsfehler.

Frankfurt - Auf einmal tauchte er vorne auf, ganz weit vorne. Auf leisen Sohlen hatte er sich in den Strafraum geschlichen, täuschte, tänzelte, und sodann rauschte die Kugel heran, perfekt getreten von Flankengott Filip Kostic, und er stand goldrichtig, fuhr das rechte Bein aus, volley mit der Innenseite und – zack – drin das Ding. 2:1 kurz vor Schluss im finalen Saisonspiel gegen den SC Freiburg, Torschütze für Eintracht Frankfurt: Almamy Touré, das Phantom. Sapperlot.

Den Verteidiger hatte niemand mehr auf der Rechnung, nicht für das letzte, bedeutungslose Spiel gegen die Breisgauer, das letztlich 3:1 endete, aber auch ganz generell nicht. Seit Anfang März war der 25-Jährige unpässlich, ein Sehnenriss zwang ihn zum Zuschauen. Die Saison, hieß es, sei gelaufen. Doch dann kam er noch mal zurück, gutes Heilfleisch hat der Franzose mit malischen Wurzeln, und Ex-Coach Adi Hütter gönnte dem Abwehrmann noch ein paar Minuten – nicht etwa Jetro Willems oder sogar dem furios gestarteten und brachial abgestürzten Luka Jovic. Beide, das war klar, würden den Verein verlassen, und da verteilte der Fußballlehrer lieber noch ein paar Geschenke an die Jungs, mit denen er lange zusammengearbeitet hatte und die eine Zukunft bei der Eintracht haben. Touré sagte Dankeschön.

Ansonsten flog er in den zurückliegenden Monaten völlig unterhalb des Radars, parkte irgendwo auf dem Abstellgleis. Das lag nicht nur an seiner langwierigen Verletzung, die damals die meisten nur mit einem gleichgültigen Schulterzucken zur Kenntnis nahmen. Der Rechtsfuß spielte in diesem Jahr nur eine untergeordnete Rolle. Das war zu Saisonbeginn anders, da hatte Hütter den veranlagten Spieler fest eingeplant, in sechs der sieben ersten Partien stand er in der Startelf. Nicht immer wusste Touré dabei zu überzeugen, der Trainer geriet gar in Erklärungsnot, warum er den Rechtsfuß immer wieder aufstellte.

Eintracht Frankfurt: Auftakt in Dortmund

Die Begründung war gleichsam simpel wie nachvollziehbar: Touré bringe alles mit, was einen gutklassigen Spieler auf diesem Niveau auszeichnen müsse: Schnelligkeit, Zweikampfstärke, Technik und Übersicht. Der Knoten, glaubte Hütter, werde schon platzen. Es sei eine Frage der Zeit, man müsse nur etwas Geduld haben und Vertrauen schenken. Er platzte aber nicht, der Knoten, im Gegenteil.

Seine größte Schwäche konnte Touré nie abstellen: den Wankelmut, die Aussetzer, die kapitalen Böcke. Immer wieder macht ihm die mangelnde Konzentrationsfähigkeit einen Strich durch die Rechnung, diese Sekunden des Abschaltens, die auf diesem Niveau nicht selten bestraft werden. So wie beim 2:2 in Stuttgart im November, als er gleich zweimal patzte. Hütter nahm ihn vom Feld und setzte ihn fortan auf die Ersatzbank. Nur zweimal stand er seitdem noch in der Anfangsformation. Bruder Leichtfuß im Abseits.

Auch im Hinblick auf die neue Spielzeit, die sehr ambitioniert in Dortmund beginnt, anschließend aber machbare Aufgaben gegen Augsburg, in Bielefeld und gegen Stuttgart bereithält, steht der Defensivspieler nicht im Fokus. Es ist ziemlich ruhig geworden um den früheren Profi der AS Monaco.

Er gilt nicht, wie sein Landsmann Evan Ndicka, als Verkaufskandidat, der die Kassen füllen könnte. Er gilt aber genauso wenig als Spieler, auf den vollends gesetzt wird. Wenn von den rechten Verteidigern die Rede ist, wird in erster Linie an Rückkehrer Danny da Costa gedacht, der ohne den ungeliebten Ex-Coach wieder durchstarten will. Oder an Erik Durm, der sich in der zurückliegenden Runde festgebissen hatte. Oder an Timothy Chandler, den Dauerbrenner, den man nie abschreiben sollte.

Und wer über die Besetzung des rechten Innenverteidigerpostens schwadroniert, der spricht über den jungen Tuta, der seine Sache nach dem Abgang von Kapitän David Abraham nicht herausragend, aber ganz gut machte. Oder über den alten Haudegen Stefan Ilsanker, der im Deckungsverbund seine besten Spiele machte. Aber Almamy Touré? Ach ja, stimmt, der ist ja auch noch da. Dabei hat er durchaus Potenzial zum Stammspieler.

Eintracht Frankfurt: Besser in der Abwehrmitte

Vielleicht ist die Position in der Innenverteidigung besser für ihn, weil die Aufgabe nicht so komplex ist wie die auf dem Flügel. Touré hat zwar Offensivdrang und schon in Monaco rechts außen gespielt, aber als stürmender Verteidiger muss er doch im Wechselspiel zwischen Offensive und Defensive viele Entscheidungen treffen. Die Aufgabe in der Mitte ist klarer strukturiert, womöglich könnte er seine Aufmerksamkeit länger hochhalten. Gelingt das nicht, fallen die Gegentore allerdings noch schneller.

Interessant wird das Ganze, wenn sich Coach Oliver Glasner, wie von ihm favorisiert, für eine Viererkette entscheidet. Dann hätte er zwei absolute Topspieler für die Position in der Innenverteidigung links: Evan Ndicka und Martin Hinteregger. Oder aber der Trainer besetzt die Zentrale mit beiden Linksfüßern. Für Almamy Touré wäre das eher suboptimal.

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