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Letzter internationaler Auftritt bisher: Eintracht-Urgestein Marco Russ beim Europapokalspiel in Porto im Februar 2014.
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Letzter internationaler Auftritt bisher: Eintracht-Urgestein Marco Russ beim Europapokalspiel in Porto im Februar 2014.

Eintracht Frankfurt

Alles eine Frage des Zasters

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt wappnet sich für den Europapokal und steht vor dem Problem, die Leistungsträger zu halten.

Der Andrang ist enorm, die Begeisterung ungebrochen – und die Eintracht-Homepage mal wieder zusammengebrochen. Schuld daran ist das Frankfurter Blind Date, das es gleich in dreifacher Ausführung zu gewinnen gibt, also die Auftritte des hessischen Bundesligisten mit europäischem Anstrich, sprich: Die drei Heimspiele der Gruppenphase der Europa League.

Gestern fiel der Startschuss, da konnten sich die Stehplatzdauerkarten-Inhaber um die drei im Paket angebotenen Tickets bemühen - doch der Server gab alsbald den Geist auf, und die Eintracht informierte in dürren Worten: „Achtung! Zurzeit sind leider zu viele Benutzer auf unserem System. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.“ Vielleicht heute.

Das Besondere an der Aktion: Die Gegner stehen noch gar nicht fest, sie werden erst am 31. August in Monaco ausgelost. Dann wird auch klar sein, wann die Heimpartien ausgetragen werden. Der erste Spieltag wird am 20. September, der letzte am 13. Dezember ausgespielt, die drei Tickets kosten zwischen 45 und 168 Euro, damit sind sie nach Angaben der Eintracht bis zu 20 Prozent günstiger als im Einzelverkauf. Die Preise sind insgesamt sehr moderat gehalten, sollte ein absoluter Topgegner nach Frankfurt kommen, würden die Eintrittskarten im Einzelverkauf erheblich teurer werden.

Der Klub geht davon aus, dreimal ein ausverkauftes Stadion vermelden zu können. Und die Eintracht hofft auf zumindest einen attraktiven Gegner, der auch auswärts eine Reise wert ist. Der Verein würde wieder zu einer Art Pilgerfahrt aufrufen, um nach Vorbild Bordeaux mit mehr als 10 000 Fans ein Ausrufezeichen in Europa zu setzen.

Die Herangehensweise der Eintracht an diese Festspiele ist auf allen Ebenen klar geregelt und wird von allen Verantwortlichen mitgetragen: „Wir wollen durch die Gruppe marschieren“, hatte Sportvorstand Fredi Bobic angekündigt. Und auch der neue Trainer Adi Hütter stellte klar: „Ich sehe die Europa League nicht als Belastung, sondern als Freude und Herausforderung.“

Zugunsten der Bundesliga will die Eintracht die internationalen Auftritte nicht vernachlässigen, was absolut richtig ist und in Frankfurt, das sich so sehr nach europäischen Lustreisen sehnt, nicht vermittelbar wäre. Da unterscheidet sich die Eintracht in ihrer Haltung von Vereinen wie Hertha BSC oder TSG Hoffenheim, die sich 2017 beide bis auf die Knochen blamierten und in ihren Gruppen Letzter wurden – gegen furchteinflößende Schwergewichte wie Östersunds FK, Zorya Lugansk oder Ludogorets Razgrad. Wo eigentlich der Sinn ist, in der vorherigen Bundesligasaison alles zu tun, um sich für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, nur um ihn dann herzuschenken, weil man Probleme im Ligaalltag befüchtet, ist nur schwer zu ergründen.

Die Eintracht will einen Kader auf die Beine stellen, der qualitativ stark genug ist, um die Gruppe zu überstehen und ins Sechzehntelfinale einzuziehen, und gleichzeitig die zusätzlichen Belastungen wuppen kann. Da braucht man ein ordentliches Niveau in der Spitze, aber auch in der Breite.

Noch vor dem Trainingsstart am Montag soll der eine oder andere Neuzugang anheuern, auf dem südamerikanischen Markt ist die Eintracht sehr präsent und aktiv, zudem wollen die Frankfurter ihre guten Beziehungen zu Real Madrid nutzen, um einen der königlichen Hinterbänkler an den Main zu lotsen.

Bei Omar Mascarell sind die prima Kontakte zu den Madrilenen aber wohl eher nicht hilfreich. Nach Stand der Dinge werden die Spanier den Mittelfeldspieler per Rückkaufsrecht für vier Millionen Euro zurückholen, um ihn postwendend (natürlich für sehr viel mehr Geld) weiterzuverkaufen. Der FC Schalke 04 soll mit dem Mann aus Teneriffa schon recht weit sein.

Die Eintracht hat die Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung so ziemlich aufgegeben, selbst wenn Real den Spieler nicht heim beordern würde. Denn das Problem, das die Frankfurter zurzeit haben und weshalb sie auch Spieler wie Lukas Hradecky oder Marius Wolf verloren haben, sind die Verdienstmöglichkeiten der Akteure an anderen Standorten. Hradecky streicht unterm Bayer-Kreuz 5,5 Millionen Euro ein, Wolf in Dortmund sogar noch mehr. Und auch Mascarell kann, weil eben so viel Geld im Markt ist und an den Mann gebracht werden will, auf ein Salär von rund sechs Millionen Euro hoffen. Das ist fast eine Vervierfachung. Da sind den Frankfurtern die Hände gebunden.

Das gilt auch für Ante Rebic, der zwar keine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hat, aber sicherlich gehen wird, wenn er ein entsprechendes Angebot erhält. Rebic kann, wenn seine jüngste Entwicklung anhält, gewiss acht, neun, zehn Millionen Euro für sich verbuchen – wie soll die Eintracht da mithalten? Selbst wenn sie das Gehalt des Kroaten anheben und ihn mit 3,5, vielleicht sogar vier Millionen Euro per annum zum absoluten Topverdiener machen würde, hätte sie das Nachsehen. Zumal, und auch das ist zu beachten, das Gehaltsniveau ja insgesamt eher langsam und nicht auf einen Schlag und für einzelne Spieler steigen soll.

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