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Alles eine Frage der Qualität

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Von: Thomas Kilchenstein, Ingo Durstewitz

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Branimir Hrgota weiß, wo das Tor steht ? er trifft nur nicht hinein.
Branimir Hrgota weiß, wo das Tor steht ? er trifft nur nicht hinein. © epa

Die Eintracht-Offensive ist einfach zu harmlos.

Natürlich wäre es nicht ganz fair, die Malaise der Eintracht einzig und allein an Branimir Hrgota festzumachen. Der Stürmer hat das eine oder andere gute Spiel für die Eintracht gemacht, das liegt zwar schon länger zurück, sollte aber nicht verschwiegen werden. Er stand 20-mal in der Startelf, hat vier Tore erzielt, drei davon in der Hinserie. Da lief es gut für die Mannschaft, da lief es halbwegs gut für Branimir Hrgota.

Mittlerweile taugt der 24-Jährige als Sinnbild für den Frankfurter Verfall im Jahr 2017. Hrgota ist nur noch ein Schatten seiner selbst, ohne Glauben an die eigene Stärke. Er hat eine lausige Körpersprache, sein Zweikampfverhalten ist bundesligauntauglich, er fällt bei jedem Zweikampf hin und lamentiert. Er ist torungefährlich. Auch am Samstag versiebte der Schwede wieder eine gute Chance, im Gegenzug fiel das 0:2 – eine fast schon symbolträchtige Szene.

Trainer Niko Kovac gibt vor, weiter an den Mittelstürmer zu glauben. „Ich bin ja nicht der Einzige, auch Herr Favre dachte so.“ Doch unter Lucien Favre schaffte Hrgota in Mönchengladbach nicht seinen Durchbruch, unter Nachfolger Andre Schubert wurde er ins Abseits gestellt. Die Borussia ließ den Angreifer ablösefrei ziehen, vielleicht weil Manager Max Eberl nicht davon überzeugt war, dass es Hrgota in der Bundesliga schaffen wird. Es ist letzten Endes eine Frage der Qualität. Kovac gibt nicht auf: „An Haris Seferovic haben auch viele gezweifelt, und dann hat er gegen Nürnberg das entscheidende Tor gemacht. Vielleicht schreibt der Fußball wieder so eine schöne Geschichte.“ Sehr wahrscheinlich ist das nicht.

Generell ist die Eintracht in der Offensive zu ungefährlich, in den vergangenen 13 Partien blieb sie neunmal torlos, weder Seferovic noch Hrgota haben das Format, um die Misere zu beenden. Und es mal mit Ante Rebic versuchen? „Ante fühlt sich außen am wohlsten, wenn er mit dem Gesicht zum Tor stürmen kann.“ Alex Meier ist verletzt, jener Meier, der bewusst kleingehalten wurde. Das, was Hrgota jetzt im Sturm bot, hätte Alex Meier in Anzug, Schlips und Straßenschuhen besser gemacht.

Am Samstag blieb auch Marco Fabian, der einzige mit Torgefahr, völlig blass. „Er hat Nachholbedarf, das ist aber normal“, sagte Kovac über den lange verletzten Mexikaner. Alternativen gebe es kaum. Shani Tarashaj hat gegen Wolfsburg nicht funktioniert wie erhofft. Danny Blum hat der Trainer oft ignoriert: „Danny hat gute Ansätze, aber es fehlt immer ein bisschen was. Da muss mehr kommen, wie von einigen anderen auch.“           

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