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Benjamin Köhler (links) trifft zum 1:1 gegen Nürnberg (23.01.2010).
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Benjamin Köhler (links) trifft zum 1:1 gegen Nürnberg (23.01.2010).

Benjamin Köhler

Alles eine Frage des Kopfes

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der klein gewachsene Benjamin Köhler erzielt in Nürnberg schon sein viertes Kopfballtor und heimst ein Sonderlob von Bruchhagen ein: "Gezeigt, welch wertvoller Spieler er ist". Von Ingo Durstewitz

Natürlich hat Benjamin Köhler gelacht, laut und herzhaft, was für eine Frage auch. Er, Benjamin Köhler, so etwas wie der Horst Hrubesch der Eintracht? "So sieht es aus", prustete der Linksfuß. Man sollte wissen: Köhler ist ganz genau 1,72 Meter groß, er ist nun nicht das, was man gemeinhin ein Kopfballungeheuer nennt, er ist der genaue Gegenentwurf.

Und doch hat der 29-Jährige seine Stärken mit der Stirn, da ist er auch durchaus mal torgefährlich. Torgefahr geht ihm nämlich eigentlich ab. Von seinen elf Bundesligatreffern hat er vier mit Köpfchen gemacht, das ist für einen relativ klein gewachsenen Fußballer durchaus beachtlich. In Nürnberg war er mal wieder zur Stelle, machte das 1:1. Natürlich per Kopf. "Besonders hoch springen musste ich ja nicht, das war nicht so schwer", sagte er. Aber er hat den richtigen Riecher gehabt, als sich Patrick Ochs da rechts durchgespielt hatte, "gehe ich kurz oder lang", habe er überlegt, er hat sich dann an den langen Pfosten orientiert, dahin kam der Ball, und Köhler nickte ihn hinein. "Ich stand goldrichtig." Bemerkenswerterweise gingen all seinen Kopfballtoren Vorlagen von Patrick Ochs voraus. "Das klappt ganz gut", grinst Ochs.

Köhler war nicht nur wegen seines Tores der beste Frankfurter Spieler, er war ballsicher, beweglich und agil, er versteht es stets, sich aus kniffligen Situationen gekonnt zu befreien. "Er hat richtig gut gespielt", lobte Skibbe. Und auch Klubchef Heribert Bruchhagen war fast schon begeistert: "Er hat zum wiederholten Mal gezeigt, welch wertvoller Spieler er ist. Ich freue mich für ihn."

Köhler, der in der Vorrunde so gut wie keine Rolle spielte, ist auf dem Vormarsch, er stand in den beiden Rückrundenspielen 180 Minuten auf dem Platz, nach anfänglichen Schwierigkeiten gegen Bremen, als er "ein bisschen wackelte" (Skibbe), steigerte er sich schon im Laufe der Begegnung. Der Aufwärtstrend hielt im Frankenland an.

Neues Vertrauen von Skibbe

Köhler, der sich selbst "immer sehr kritisch sieht", bescheinigt sich noch Steigerungspotenzial, aber natürlich ist er zufrieden mit der jetzigen Situation. Im Herbst 2009, als gar nichts lief, überlegte er gar, den Verein zu verlassen, die Eintracht ist für den gebürtigen Berliner allerdings zu einer Herzensangelegenheit geworden, seit 2004 spielt er für die Hessen. Da wirft man nicht so leicht die Brocken hin.

Der Linksfuß ist einer, der sich viele Gedanken macht, "im Fußball spielt sich fast alles im Kopf ab", sagt er, "es hängt viel mit Selbstvertrauen zusammen". Umso befreiter war er, als Skibbe ihm bereits im Trainingslager signalisierte, dass er bald auf ihn bauen werde. "Ich habe ihm gesagt: Zeig´ mir, dass du ins Team gehörst", erzählt Skibbe. Und Köhler hat nur einen Gedanken: "Ich will das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen." Das gelingt ganz gut. Nun aber droht ihm Ungemach. Ümit Korkmaz scharrt nach seinem Zehenbruch mit den Hufen. "Ümit drängt mit Macht ins Team. Ich werde versuchen, ihn daran zu hindern", sagte Köhler und lachte. Schlechte Karten hat er nicht.

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