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Der Unterschiedsspieler: Filip Kostic. Foto: imago images
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Der Unterschiedsspieler: Filip Kostic.

SGE

Eintracht Frankfurt: Filip Kostic will Wechsel erzwingen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Filip Kostic und kein Ende: Lazio Rom ist heiß auf den Linksaußen und der Spieler heiß auf die Italiener. Er will weg.

Update, 27. August 2021, 17.10 Uhr: Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt könnte seinen besten Spieler verlieren. Filip Kostic ist auf dem Sprung nach Italien, der 28 Jahre alte Linksaußen will sich dem Europa-League-Teilnehmer Lazio Rom anschließen. Da schreckt der serbische Nationalspieler auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück. Erst bat er mit Nachdruck um seine Freigabe, am Freitag erschien er dann einfach nicht zum Training, schwänzte die abschließende Einheit vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei Arminia Bielefeld (15.30). Daher steht er auch nicht im Spieltagskader.

Die Eintracht ist von der Entwicklung überrascht und förmlich überrollt worden. Der Eintracht liegt bisher nicht mal ein Angebot vor, nur über Mittelsmänner ist Kontakt aufgenommen worden. Der Marktwert des Serben liegt bei 35 Millionen, Lazio will nur ein Bruchteil davon bezahlen, gar nur eine Summe in Höhe von zehn Millionen Euro – das ist fast schon lächerlich gering. Und keine Basis, auf der die Eintracht in Verhandlungen eintreten würde. Ausgang offen.

Eintracht Frankfurt: Viele Gerede um Kostic

Erstmeldung, 26. August 2021: Frankfurt - Vor seinem dritten Bundesligaspiel als Cheftrainer von Eintracht Frankfurt ist Oliver Glasner ganz tief hinab ins Archiv gestiegen und hat ein paar für ihn hilfreiche Statistiken herausgekramt. Der Fußballlehrer suchte Antworten auf die Frage, wie viele Treffer die Toptorjäger der Eintracht in ihrem ersten halben Jahr in Frankfurt erzielt haben. Glasner, ab Samstag 47 Jahre alt, stieß dabei, wie er findet, auf etwas ganz Überraschendes, eine überschaubare Anzahl nämlich. Tore von Ante Rebic in den ersten 17 Partien? „Null.“ Luka Jovic? „Zwei.“ André Silva? „Drei.“ Sebastien Haller? „Sechs.“ Ein wissendes Lächeln umspielt Glasners Lippen, frei nach dem Motto: Jetzt staunt Ihr aber, was?

Der Österreicher hat sich die Zahlen nicht aus Jux und Dollerei besorgt, vielmehr ging es ihm darum, seinen Angreifern und Kreativen ein bisschen die Last zu nehmen und die Erwartungshaltung runterzudimmen. „Von all den Offensivgranaten, die die Eintracht für viele, viele Millionen verkauft hat, hatte der beste von ihnen sechs Tore nach 17 Spielen“, zählt er noch mal auf. Daher solle niemand seinen Spielern „vorwerfen“, in dieser Disziplin noch nicht übermäßig in Erscheinung getreten zu sein „und keine sechs Tore in zwei Spielen“ gemacht zu haben. „Ich bin da ruhig und relaxed.“ Sechs Buden hätten es ja nicht gleich sein müssen, aber mehr als ein eigenes (Jens Petter Hauge) und ein Selbsttor wäre für den Anfang ja nicht schlecht gewesen.

Eintracht Frankfurt: Kein Vergleich zwischen Borre und Silva

Seinem Stürmer Rafael Borré hat der Trainer sogar eigens die vergleichsweise geringe Trefferquote seines Vorgängers gesteckt, was der Kolumbianer erstaunt zur Kenntnis nahm. „Es heißt ja immer, Rafael soll der neue André Silva sein. Aber er muss sich diesen Rucksack nicht umhängen. Es erwartet keiner, dass er in seiner ersten Saison 28 Tore schießt. Dafür hätten wir Lukaku holen müssen. Aber der hätte das Budget gesprengt.“

Nach nur einem Punkt aus zwei Spielen und dem Pokal-Knockout beim Drittligisten Waldhof Mannheim zieht der Coach dennoch ein positives Resumee. Auch mit einigen Tagen Abstand bleibt er dabei: Die Leistung in der Begegnung gegen den FC Augsburg (0:0) sei eine gute gewesen, auf der sich aufbauen lasse. „Unsere nüchterne Analyse hat ergeben: Das war ein sehr großer Schritt nach vorne.“

Die Mannschaft habe sich zwei Drittel Ballbesitz erspielt, „tolle Sachen“ gezeigt und „etliche gefährliche Situationen“ kreiert. „Wir müssen uns vom Ergebnis lösen, dann nehmen wir sehr viel Positives mit.“ Er sei „felsenfest davon überzeugt“, dass die Mannschaft sich weiter verbessern, entwickeln und sich für ihr Engagement belohnen werde, am besten schon im Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld, einem unbequemen, aufmüpfigen Gegner.

Der Fußballlehrer hat sehr wohl registriert, dass in Frankfurt nicht wenige verdutzt waren, dass er relativ schnell relativ viel umgeworfen hat von dem, was in den letzten Jahren Standard war bei der Eintracht. Der Österreicher sieht indessen keine großen Veränderungen, „die Unterschiede sind marginal“.

Eintracht Frankfurt: Glasner geht von Kostic-Verbleib aus

Ein wenig amüsiert schien er gar über die öffentliche Betrachtungsweise seines Spielers Filip Kostic. „Ich habe gehört, er soll sein Spiel verändern“, sagte er und schob nach: „Keinesfalls soll er das.“ Glasner stellte seinem Besten quasi einen Freifahrtschein aus, „er kann über Außen kommen, durch die Mitte, er kann schießen oder flanken“, es gehe ihm nur darum, den Linksaußen in Abschlusssituationen zu bringen. „Denn er hat einen linken Fuß, wie ich ihn selten zuvor gesehen habe. Aber den einzusetzen, ist von der Eckfahne aus eher schwierig.“

Kostic sehe das ganz ähnlich, „er will das auch, er würde sich freuen, wenn er nicht fünf Tore schießen und 17 Assists geben, sondern zehn Tore selbst machen und 15 vorbereiten würde.“ Ob er das weiter in Frankfurt tun wird, bleibt wohl bis zum Schluss der Transferperiode am 31. August unsicher. Auch am Donnerstag hieß es wieder, der 28-Jährige sei einem Wechsel zu Lazio Rom zugeneigt. Die Italiener sollen eine Ablöse in Höhe von 20 Millionen Euro bieten, der serbische Nationalspieler soll einen Vertrag bis 2025 erhalten. Trainer Glasner weiß von nichts: „Ich gehe davon aus, dass Filip bei uns bleibt.“

Kein Geheimnis ist, dass die Eintracht noch einen Sechser holen wird, sehr wahrscheinlich Kristijan Jakic von Dinamo Zagreb. Auch ein großer Stürmer steht auf der Liste, das wäre enorm wichtig, zum einem weil Rafael Borré nur 1,74 Meter misst, zum anderen weil ohnehin nur Evan Ndicka Gardemaß von mehr als 1,90 Meter mitbringt.

Eintracht Frankfurt: Paciencia darf gehen

Da kann auch Goncalo Paciencia mit seinen 1,84 Meter nicht mithalten. An der Größe lag es freilich nicht, dass er es noch gar nicht in den Kader schaffte. „Er hat eineinhalb Jahre kaum Fußball gespielt“, begründet Glasner. „Das holt man nicht so schnell auf. Er muss erst wieder ein Gefühl dafür bekommen, wie man im Spiel die Chancen vorfindet und in Abschlusssituationen kommt.“ Seine Formkurve, so der Trainer, zeige aber nach oben. Dessen ungeachtet würde die Eintracht Paciencia gehen lassen, wenn ein Angebot kommt. Danach sieht es jedoch nicht aus.

Steven Zuber vor Wechsel zu AEK Athen

Immerhin verdichten sich die Meldungen, wonach sich Steven Zuber dem griechischen Erstligisten AEK Athen anschließt. Er soll ausgeliehen werden und mit AEK soll einen Kaufoption vereinbart sein, heißt es in übereinstimmenden Medienberichten. Der 30 Jahre alte Zuber, der eine gute EM mit der Schweiz gespielt hat, gehört zu den Großverdienern bei den Hessen. 

Felix Irorere ist da einen Schritt weiter. Der Nachwuchsverteidiger schließt sich nach acht Jahren in Frankfurt dem Zweitligisten Karlsruher SC an. Bei den Eintracht-Profis war der 19-Jährige völlig chancenlos.

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