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Eintracht-Trainer Niko Kovac will endlich wieder einen Sieg.
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Eintracht-Trainer Niko Kovac will endlich wieder einen Sieg.

Heimspiel

Alles auf Anfang

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt will sich mit einem Neustart im Spiel gegen den Hamburger SV zurückmelden.

Ein Blick auf die aktuelle Formtabelle ist zumindest für die, die es mit Eintracht Frankfurt halten, nun nicht gerade ein Mutmacher, sondern eher deprimierend: null Punkte aus den zurückliegenden fünf Partien. Keiner ist schlechter in der Bundesliga, weder Darmstadt (sechs Punkte) noch Ingolstadt (vier), der 1. FC Köln liegt mit zwei Zählern knapp vor der Eintracht. Der samstägliche Kontrahent, der Hamburger SV, grüßt von Platz drei, zehn Punkte aus den vergangenen fünf Begegnungen.

Auch in der Jahrestabelle liegen die Frankfurter ganz hinten, mit sechs Punkten. Das sind keine so wirklich berauschenden Bilanzen. Und doch wächst in Frankfurt so ein bisschen die Zuversicht, die größte Talsohle durchschritten zu haben. Mit einigem Recht.

„Den Bock umstoßen“

Es ist kein überbordender Optimismus, der im Frankfurter Lager herrscht, das wäre ja auch etwas grotesk, aber die Verantwortlichen und die Spieler hoffen, ein paar Schritte aus der Krise hinaus zu machen. Als mentaler Aufbauhelfer dient die vorherige Bundesligabegegnung bei Bayern München, die mit 0:3 zwar auch deutlich verloren ging, aber in der vielversprechende Ansätze zu erkennen waren. Die Hessen wirkten nicht gerade verunsichert, sondern recht stabil, und sie kamen zu Torchancen, gleich vier richtig gute Möglichkeiten hatten sie und hätten schon mit 2:0 vorne liegen müssen, ehe die Bayern auch nur einmal aufs Tor geschossen haben. "Die Art und Weise, wie wir in München aufgetreten sind, war noch nie so positiv", sagte Assistenztrainer Armin Reutershahn im HR. "Und das, obwohl wir ja vorher auch nicht erfolgreich waren. Wenn du vorher vier Spiele verloren hast, gehst du mental vielleicht etwas in den Keller. Aber das Gegenteil war bei uns der Fall. Ich glaube, dass die Bayern in einem Heimspiel noch nie so viele Chance gegen sich gehabt haben." Reutershahn äußerte also "die große Hoffnung, jetzt endlich den Bock umzustoßen".

Ein Bonmot, das bei vielen Fans in Frankfurt unweigerlich ein Grinsen nach sich zieht oder aber zu einem ausgewachsenen Angstzustand führt. Damals, 2011, während der "Rückrunde der Schande" (Präsident Peter Fischer), war es nämlich der frühere Trainer Michael Skibbe, der quasi jede Woche wahlweise "die Kuh vom Eis holen" oder eben "den Bock umstoßen" wollte. Indes: Es gelang nie, die Eintracht stieg nach einer historisch miesen Rückrunde sang- und klanglos ab. Da war Skibbe schon kein Trainer mehr.

So weit wird es in diesem Jahr nicht kommen, dafür ist der Vorsprung zu groß, und dazu ist die Mannschaft, dazu sind die gesamten Umstände und die Strukturen zu gefestigt. Nein, die Hessen haben sogar weiterhin die Chance, das internationale Geschäft zu erreichen. Das ist ein Szenario, das zurzeit mit diesem Negativtrend im Rücken einigermaßen skurril anmutet, und es ist auch nicht so, dass eine Platzierung auf einem der ersten sechs Plätze realistischer ist als ein Saisonende auf Platz neun, zehn oder elf, aber die Möglichkeit besteht weiterhin.

Dass die Frankfurter noch auf Rang sechs liegen, obwohl sie keinen einzigen der letzten 15 Punkte einfahren konnten, verdeutlicht zum einen, wie groß ihr Vorsprung war, welch sattes Polster sie sich in der herausragenden Hinserie angefuttert hatten. In einer Hinserie übrigens, in der die Eintracht von Mitte Oktober bis Mitte Dezember in acht Spielen (vier Siege, vier Remis) ungeschlagen blieb.

Und es zeigt, dass auch die Konkurrenz merklich schwächelt, Hertha BSC und der 1.FC Köln liegen auf Platz elf und 15 der Jahrestabelle 2017, auch Leverkusen kommt nicht entscheidend vom Fleck, nur Mönchengladbach und auch Freiburg konnten spürbar heranrobben, doch selbst die zuvor so furios auftrumpfende Borussia musste am vergangenen Wochenende eine Niederlage einstecken, 1:2 in Hamburg.

Heimstärke neu entfachen

Für die Eintracht wird es nun Zeit, die Trendwende einzuleiten, nicht nur tabellarisch, auch für das Gefühl ist ein Sieg am Samstag gegen den Hamburger SV beinahe schon alternativlos. Dass es kein leichtes Unterfangen wird, ist klar, die Hanseaten sind gut drauf, haben Rückenwind, sie haben ihre beiden letzten Begegnungen gegen die Hertha und Gladbach für sich entschieden, beide daheim.

In der Fremde sind die Hamburger trotz eines 3:0-Erfolges in Leipzig vor einigen Wochen aber kein Gegner, der für zitternde Knie bei der Heimmannschaft sorgen muss, in der Auswärtstabelle liegen sie, wie im realen Tableau , mit acht Punkten auf dem Relegationsrang 16.

Die Hessen indes müssen nun zusehen, ihre Stärke vor eigenem Publikum neu zu entfachen, bis zur Niederlage gegen Ingolstadt waren sie im Stadtwald ungeschlagen geblieben, dann setzte es gleich noch eine Pleite gegen Freiburg. Und genau diese beiden Schlappen sind es, die den Frankfurtern so wehtun. Man kann in Leipzig verlieren, in Leverkusen, Berlin und München, klar, man kann auch zu Hause gegen Ingolstadt und Freiburg den Kürzeren ziehen – aber man sollte es nicht. Es sind genau diese sechs Punkte, die der Eintracht jetzt fehlen, um aus einer immer noch ganz guten eine komfortable Situation hätten werden lassen.

Ein Erfolg wäre vor der Pause wichtig

Die Frankfurter werden die letzten Partien aus den Köpfen streichen, einen Neustart hinlegen müssen. Es sind noch zehn Spiele, ehe die Bundesliga am 20. Mai ihre Pforten schließt, es ist ein guter Zeitpunkt, um das Gewesene hinter sich zu lassen und sich auf den Endspurt zu fokussieren. Die nächsten drei, vier Spiele sind von großer Bedeutung, da geht es gegen Hamburg, erneut zu Hause gegen Gladbach, nach Köln und in Frankfurt gegen Bremen. Drei Begegnungen vor heimischem Publikum – da kann man Weichen stellen.

Ein Erfolg gegen den HSV wäre eminent wichtig, weil dann zwei Wochen bis zum nächsten Spiel vor der Eintracht liegen: Zeit, um die Spieler, die nun länger ausgefallen sind, auf das alte Niveau zu hieven. Jesus Vallejo und Marco Fabian sind dann drei Wochen weiter. Und die Eintracht wird hoffen müssen, von weiteren Verletzungen und Sperren verschont zu bleiben. Dann könnte es für Rang fünf, sechs oder sieben reichen. Und wenn nicht? Halb so wild: Auch eine Platzierung im Mittelfeld wäre nach der verkorksten letzten Saison ein Erfolg.

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