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Alles ist zu

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Von: Frank Hellmann

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Gelbe Karte im Breisgau: Karim Matmour reagiert unbeherrscht.
Gelbe Karte im Breisgau: Karim Matmour reagiert unbeherrscht. © S. Krieger

Der ehemalige Mönchengladbacher Karim Matmour erklärt, warum der nächste Eintracht-Gegner so gefährlich ist.

Der ehemalige Mönchengladbacher Karim Matmour erklärt, warum der nächste Eintracht-Gegner so gefährlich ist.

Karim Matmour wittert eine Fangfrage. Also möchte er nicht antworten. Zumindest nicht einen Tag vor dem Heimspiel seines aktuellen Arbeitgebers Eintracht Frankfurt gegen seinen ehemaligen Klub Borussia Mönchengladbach. Wo es sich besser leben lässt? Im Rhein-Main-Gebiet und im Rheinland? „Sage ich nicht“, antwortet er und grinst. Dabei hat er selbst einmal erzählt, dass er eigentlich in drei Ländern heimisch ist. Frankreich, weil er dort aufwuchs. Algerien, weil dort seine Familie lebt. Deutschland, weil er dort seit fast zehn Jahren wohne. Der Bundesliga-Spielplan bringt es mit sich, dass der 27-Jährige binnen acht Tagen gegen seine beiden ehemaligen Klubs antritt: erst Freiburg, nun Mönchengladbach. „Ich habe mit 80 Prozent von der alten Mannschaft zusammengespielt, der Trainer ist auch noch da. Ich freue mich, diese Truppe zu sehen“, sagt der algerische Nationalspieler. Sein bester Freund bei den Fohlen sei der Brasilianer Dante gewesen, „mit ihm hatte ich am meisten Kontakt“.

Gladbach lässt keine Räume offen

Und natürlich kann der in Straßburg geborene Fußballer eine Menge darüber berichten, warum die Mönchengladbacher so ein unangenehmer Gegner sind. „Lucien Favre sorgt dafür, dass die Mannschaft sehr kompakt ist, sie lassen kaum Räume offen: Alles ist zu. Der Trainer stellt die Mannschaft perfekt auf den Gegner ein, das ist ihre Stärke. Man trainiert viel Taktik und weiß immer, was der Gegner macht.“ Ergo erwartet er für die Partie am Freitag im Frankfurter Stadtwald erneut ein zähes Anrennen. „Ich weiß, dass sie wieder hinten drin stehen und versuchen zu kontern.“ So wie beim ersten Aufeinandertreffen im Borussia-Park, wo sich der Aufsteiger die Zähne ausbiss an dieser gut sortierten und bestens formierten Mannschaft. Eintracht-Coach Armin Veh sagte nach dem Training, das wisse er auch. Die Zeiten, dass er sich deshalb Informationen bei ehemaligen Spielern einhole, seien längst vorbei. Dann sagte er mit einem süffisanten Lächeln: „Wir sind ein Profiklub, ich weiß mehr, als Karim jemals wusste.“

Keine Reue zu erkennen

Veh grinste zudem bei der Frage, ob der Offensivallrounder Matmour („Ich würde gerne spielen, und dieses Spiel möchte ich nicht verlieren“) wie in Freiburg mit einem Einsatz rechnen könne. „Ich habe in den letzten 15 Jahren keinen Spieler aufgestellt, nur weil es gegen seinen Ex-Klub ging.“

Vermutlich wird sich der 1,81-Meter-Mann mit der Jokerrolle begnügen müssen. Zum einen kehrt Takashi Inui zurück in die Startelf, zum anderen signalisierte Angreifer Srdjan Lakic nun grünes Licht für ein Mitwirken. „Ich kann spielen“, so der Kroate nach einer beschwerdefreien, einstündigen Einheit, in der es vor allem um den Torabschluss ging. Bei Matmour kommt erschwerend seine Unbeherrschtheit aus der Vorwoche hinzu, die die frühe Auswechslung im Breisgau notwendig machte. Dazu gibt es einige Fragen: Hat er die wütenden Worte von Heribert Bruchhagen vernommen? Hat er endlich daraus gelernt? Oder ist er provoziert worden? Einzige Antwort: „Kein Kommentar. Ich denke nur an Mönchengladbach.“ Immerhin.

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