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Eintracht-Torhüter Oka Nikolov - das Urgestein will noch mal nach  New York.
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Eintracht-Torhüter Oka Nikolov - das Urgestein will noch mal nach New York.

Eintracht-Torhüter

Alle wollen Oka Nikolov

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Erst Dallas, dann New York: Das eigenwillige US-Transfersystem sorgt für ein Verwirrspiel um den wechselwilligen Eintracht-Torhüter. Von Ingo Durstewitz

Am Mittwoch hatte Heribert Bruchhagen dann endgültig die Nase voll. Der Eintracht-Vorstandsboss wollte nicht mehr im Dunkeln tappen, sondern Licht in diese doch sehr diffuse Angelegenheit um Oka Nikolov bringen. Der Torwart, das ist bekannt, will den Frankfurter Bundesligisten nach 19 Dienstjahren verlassen und sich im März Red Bull New York anschließen.

Doch kurioserweise hat sich bei Bruchhagen niemand aus Übersee gemeldet, weshalb er nun höchstselbst zum Telefonhörer griff und Dietmar Beiersdorfer anrief. Der ehemalige HSV-Manager lenkt die sportlichen Geschicke der von Milliardär Dietrich Mateschitz bezuschussten Klubs. Beiersdorfer, dies vorneweg, half Bruchhagen auf die Sprünge.

Die Geschichte ist komplizierter als gedacht. Das hängt mit dem US-amerikanischen Draft-System zusammen. Ursprünglich wollte der FC Dallas aus der Major League Soccer (MLS) den 35-Jährigen verpflichten. Nikolov stand auch auf Dallas´ Liste, die jeder Klub an den Fußballverband abgibt. Auf dem Schriftstück stehen die Namen der zehn Profis, mit denen der Verein gerne über ein Engagement verhandeln möchte. Die MLS nimmt dann den ersten Kontakt mit dem abgebenden Verein auf, also nicht der interessierte Klub selbst. Erst danach verhandeln die Vereine untereinander und mit den Beratern der Spieler.

Keine Freigabe im Januar

Im Fall von Dallas hat der Verband auch tatsächlich die Eintracht kontaktiert. Das war um die Weihnachtszeit des alten Jahres, Nikolov wurde schon damals bei Bruchhagen vorstellig und bat um seine Freigabe. Zweimal. Erstmals im Dezember und ein zweites Mal im Januar dieses Jahres im Trainingslager im türkischen Belek. "Ich habe ihn damals nicht freigegeben", sagte Bruchhagen. Damit war für ihn das Thema vom Tisch. Erst einmal. Dann kam allerdings New York ins Spiel - und Nikolov bat vor zwei Wochen abermals um Vertragsauflösung.

Das Problem: Weder die MLS noch Red Bull dürfen die Eintracht kontaktieren, weil Nikolov eben nicht bei New York, sondern bei Dallas auf der ominösen Liste steht. Red Bull ist zurzeit emsig darum bemüht, in Verhandlungen mit Dallas das Draft-Recht für Nikolov zu tauschen. So lange diese Hängepartie nicht beendet ist, wird sich niemand in offizieller Mission bei Bruchhagen melden. Das große Interesse von New York an Nikolov ist allerdings verbrieft.

Da stellt sich die Frage, wie sich die Eintracht verhält, wenn nun tatsächlich eine neue Anfrage auf den Tisch flattern wird. "Da reden wir über ungelegte Eier", sagt Bruchhagen. Er wird freilich schon unter Druck gesetzt, denn Trainer Michael Skibbe machte klar, dass Nikolov unter allen Umständen gehalten werden soll. "Es wäre fatal, wenn er ginge." Nikolov, der noch nie so begehrt war wie im Spätherbst seiner Karriere, hat die neue Eintracht-Offerte zu verbesserten Konditionen ausgeschlagen, er ist auch mit dem angebotenen Gehalt nicht einverstanden.

Bruchhagen wiederum ist nicht bekannt dafür, nachzuverhandeln. Und das Verständnis der Öffentlichkeit wäre nicht besonders groß, wenn man dem verdienten Spieler die Freigabe verweigern und seinen Wunsch missachten würde. Es droht der nächste Konflikt.

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