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Auch als Außenminister wichtig: Gelson Fernandes.

Gelson Fernandes

Alle vermissen Ante Rebic

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Eintracht-Profi Gelson Fernandes über seinen Kollegen, Geisterspiele und verrückte Fans.

Gut gelaunt wie immer trat Gelson Fernandes am Dienstag vor die Presse. Vor dem Auftakt in der Europa League bei Olympique Marseille sprach der 32 Jahre alte Eintracht-Mittelfeldspieler über...

... die Vorfreude auf den Wettbewerb: Wir haben eine geile Gruppe erwischt. Es ist gut für unsere Mannschaft, das zusammen zu erleben. Wir freuen uns darauf. Und wir haben mit einem Erfolgserlebnis auch die Chance, Selbstvertrauen zu tanken. Das ist wichtig. Wir haben bis jetzt zwar gut gespielt, aber wir haben zu wenige Punkte.

... den Gegner Olympique Marseille: Ich kenne die Mannschaft gut, habe mit einigen Spielern zusammengespielt. Sie haben große Qualität. Sie haben erfahrene Spieler geholt, einen guten Trainer. Sie haben Schnelligkeit – und Talent. Sie waren im Finale der Europa-League, ich denke, dass sie deshalb den Anspruch haben, in dieser Saison den Wettbewerb zu gewinnen. Sie sind meiner Ansicht nach einer der Favoriten auf den Titel. Wir haben eine schwierige Aufgabe vor der Brust.

... die merkwürdige Atmosphäre bei einem Geisterspiel: Ich habe das schon einmal erlebt, das war in St. Etienne. Es ist schon sehr speziell. Man kann alles hören, auch wenn der Trainer etwas sagt, nicht mal laut, das ist ungewöhnlich. Aber im Endeffekt ist es immer noch Fußball, und es ist Europacup, es geht um drei Punkte. Ich finde es wirklich schade, weil ich die Stimmung kenne, die normalerweise in Marseille herrscht. Sie ist beeindruckend. Ich habe mit Rennes sehr gerne dort gespielt. Es ist schade für unsere Fans, sie haben sich auf die Reise gefreut. Ich weiß ja, wie sie drauf sind. Als ich damals in Freiburg war, habe ich die Bilder aus Bordeaux gesehen und dachte: ,Was ist das denn? Das ist ja unglaublich, verrückt.‘ Es macht mich traurig, dass sie nicht dabei sein können.

... die Stärke der Eintracht-Mannschaft: Wir können nach vorne sicher besser spielen. In Dortmund wollten wir erst einmal gut organisiert stehen, aber sicher nicht so defensiv spielen. Aber mir fällt es generell schwer, unser Spiel bisher zu bewerten. Okay, wir haben in Freiburg gewonnen, aber waren dann gegen Bremen lange Zeit in Unterzahl. Wie viel Aussagekraft hat das dann? Dortmund ist ein schwieriger Gegner, da ist es nicht leicht, offensiv Fußball zu spielen und drei Tore zu erzielen. Deshalb fällt es mir schwer, unsere Leistung einzuordnen. Ich kann nicht sagen, wo wir genau stehen. Da werden wir noch ein paar Spiele abwarten müssen. Aber von der Mentalität her, vom Läuferischen und Kämpferischen – da sind wir gut.

... die Belastungen in den Englischen Wochen: Ich habe diesen Rhythmus durch die Europapokalspiele schon bei Manchester City, Sporting Lissabon, in Freiburg und bei Udine erlebt. Jetzt zählen die Details: die Ernährung, die Erholung, der Schlaf. Man muss alles machen, um fit zu bleiben. Und man muss versuchen, sich jedes Mal aufs Neue zu konzentrieren.

... den Vorteil, nach dem Europapokalspiel nicht sofort zurückzufliegen, sondern vor Ort zu übernachten: Ich denke, wenn man dort übernachtet, kann man sich besser erholen. Ich habe gelesen, Leipzig ist nach einem Spiel um fünf Uhr morgens zurückgekommen, und dann kannst du ja auch nicht gleich schlafen. Das ist nicht so gut.

... Ante Rebic, der weiterhin ausfallen wird: Natürlich fehlt er. Wenn Ante Rebic einer Bundesligamannschaft nicht fehlt, dann weißt du, dass du ganz oben bist (lacht). Wir müssen Ante Zeit geben, damit er in voller Stärke zurückkommen kann. Wir brauchen ihn nicht für einen Monat, sondern für die gesamte Saison.

Aufgezeichnet: Ingo Durstewitz

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