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Ajdin Hrustic will sich bei Eintracht Frankfurt durchsetzen.
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Ajdin Hrustic will sich bei Eintracht Frankfurt durchsetzen.

SGE

Eintracht Frankfurt: Ajdin Hrustic sorgt für Kopfschmerzen bei SGE-Trainer Glasner

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der Mittelfeldspieler Ajdin Hrustic will den Konkurrenzkampf annehmen und einen Platz bei Eintracht Frankfurt ergattern - an einen Wechsel denkt er nicht.

Frankfurt am Main - Es hat wirklich nicht viel gefehlt, dass Ajdin Hrustic zum Helden des frühen Abends geworden wäre, vielleicht zehn, 15 Zentimeter. So knapp strich sein gewaltiger Schuss über das Tor von Borussia Dortmund. Und hätte am vergangenen Samstag der Schuss den Weg in den Winkel gefunden, Eintracht Frankfurt hätte dank dieses Traumtores die Partie gegen den BVB doch noch gewonnen. Dummerweise fiel im Gegenzug der 3:2-Siegtreffer der Westdeutschen, und der Strahl von Hrustic geriet zur Randnotiz.

Dabei ist die Schusstechnik des Australiers mit den bosnischen Wurzeln seine ganz große Stärke. Das ist seine Spezialität, er hat einen mächtigen Wumms in seinem linken Fuß, macht davon auch häufig Gebrauch. Unvergessen natürlich sein Traumtor zum 1:1 im vorletzten Spiel gegen Mainz 05 in der vergangenen Saison, als er die Kugel im Liegen artistisch mit links unters Tordach zirkelte. Oder, erneut gegen den Nachbarn im letzten Hinrundenspiele, als sein ganz fein getimter Schlenzer an der Latte endete. Gefühl und Power, so viel steht fest, hat der 25-Jährige im Fuß.

Ajdin Hrustic: Traumtor gegen Mainz 05

Als Ajdin Hrustic vor mehr als eineinhalb Jahren vom FC Groningen zu Eintracht Frankfurt kam, war er auch ein klein bisschen auf der Flucht vor Arjen Robben. Die Niederländer hatten den Ex-Bayern-Star verpflichtet, der nach einem Jahr Pause noch einmal für seinen Heimatklub kicken wollte. Hrustic spürte da instinktiv, dass es für ihn vielleicht eng werden könnte auf dem Flügel. In Groningen war der Australier regelmäßig über außen gekommen, auch mal über links, meist aber über rechts - genau wie Robben. Der Eintracht war aber schnell klar: Techniker Hrustic wird eine zentrale Rolle bekommen, hinter den Spitzen, womöglich auf der Zehn, aber nicht am Flügel, dazu, so hieß es seinerzeit, sei er dann doch nicht schnell genug zu Fuß.

Es hat dann doch eine lange Weile gedauert, ehe Ajdin Hrustic im Frankfurter Spiel richtig angekommen war. Der 25 Jahre alte Wandervogel, der schon in Australien, Österreich, England, Holland und Deutschland, beim FC Schalke 04 in der Jugend, gespielt hat, musste eine Menge lernen, vor allem: den Ball schneller abzuspielen. Dazu galt Hrustic ein bisschen als Schönwetterspieler, als einer, der den Ball lieber streichelt als tritt. Im ersten Jahr in Frankfurt spielte er ein gutes halbes Jahr praktisch keine Rolle, erst ab dem 16 Spieltag kam er auf Kurzeinsätze, da machte er, in der Offensive, seine Sache ordentlich.

Allerdings verhagelte ihm eine Corona-Erkrankung den Start in die neue Saison. Hrustic, der sich im Sommer zunächst nicht impfen ließ, weil er auf Länderspielreise mit dem australischen Team war, musste für 14 Tage in Quarantäne. Eine Zeit, die nicht leicht war für ihn, und die ihn fürs Erste zurückgeworfen hatte.

Eintracht Frankfurt: Trainer Oliver Glasner sieht Hrustic defensiv

Erstaunlicherweise sieht der neue Trainer Oliver Glasner den in Melbourne Geborenen noch ein Stückchen weiter hinten am sinnvollsten eingesetzt. Hrustic spielt in seinen Überlegungen oft auf der Sechs eine Rolle. Wenn er denn eingewechselt wurde in dieser Saison, dann oft für eine Position im defensiven Mittelfeld - das ist insofern erstaunlich, weil Hrustic so ziemlich genau das Gegenteil eines Wadenbeißers ist, nämlich ein filigraner, spielerischer Typ. Insofern hatte Oliver Glasner vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund Ajdin Hrustic keineswegs aus dem Hut gezaubert. Der Coach hat ihn als Defensiven verortet, und nachdem Kristjan Jakic nach einer Corona-Erkrankung noch nicht ganz fit war und Djibril Sow wegen unklarer Corona-Wert vorsichtshalber nicht in den Kader berufen wurde, war die Nominierung von Hrustic keine ganz große Überraschung. Der 25-Jährige machte seine Sache auch ganz gut, besser jedenfalls als im Oktober, November des vergangenen Jahres, als ihn zu viele leichte Ballverluste einen Platz im Kader kosteten. Zum Stammspieler freilich hat er es weiterhin noch nicht gebracht, zehn Einsätze in der Liga, zwei in der Europa League stehen in seiner Statistik.

Ajdin Hrustic: Nur Gerüchte über Wechsel

Das ist womöglich auch der Grund, warum in diesen Tagen des offenen Transferfensters allerhand Gerüchte kursieren, Ajdin Hrustic würde den Klub verlassen, würde möglicherweise zum nächsten Gegner, FC Augsburg, wechseln. Er selbst, sagte der Australier jetzt in einem virtuellen Pressegespräche, habe ebenfalls von diesen Gerüchten gehört, die seien freilich „von außen gesteuert und gingen in ein Ohr rein und ins andere raus“. Bislang habe ihm von Vereinsseite keiner mitgeteilt, dass er den Klub verlassen solle, „und nur das zählt“: Dazu passt, dass Sportvorstand Markus Krösche in diesen Pandemie-Zeiten und möglichen kurzfristigen Corona-Ausfällen nicht so viel davon hält, den Kader unbedingt verkleinern zu wollen.

Zudem: „Die Tatsache, dass ich beim Rückrundenstart gegen Dortmund über 90 Minuten gespielt habe, zeigt mir, dass ich gebraucht werde“, sagte Hrustic. „Das war ein gutes Gefühl, dieses Vertrauen möchte ich mit guten Leistungen zurückzahlen. Ich spiele sehr gerne für Eintracht Frankfurt.“ Ohnehin, findet der Mittelfeldspieler, vermittele Trainer Oliver Glasner jedem Spieler im Kader „das Gefühl, eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft zu spielen“. Das gebe einem Selbstvertrauen, „ich finde seinen Umgang gut, ich komme sehr gut mit ihm aus.“

Ajdin Hrustic droht erneut die Ersatzbank

Und doch will Hrustic dem Fußballlehrer künftig ordentliche Kopfschmerzen bereiten: Indem er ihm die Entscheidung, wer im umkämpften Mittelfeld spielen darf, so schwer wie möglich macht. Der Konkurrenzkampf ist hart: „Wenn so viele gute Leute um dich herum spielen, wird das Level insgesamt auch höher“, findet er, der im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern von down under nach England übersiedelte. Und er will möglich viele Einsatzminuten bekommen. Denn Hrustic möchte mit der australischen Nationalmannschaft mit zur WM nach Katar, und dazu benötigt er Spielpraxis, habe ihm der Nationaltrainer bedeutet. „Dafür ist es wichtig, so viele Spiele in den Beinen zu haben wie möglich.“

Dass er noch einiges draufpacken muss, um regelmäßig und länger zum Einsatz zu kommen, weiß Hrustic. So ganz zufrieden mit seiner Leistung ist er nicht, „ich bin sehr selbstkritisch.“ Manches spricht aber dafür, dass er in Augsburg wieder mit einem Platz auf der Ersatzbank vorlieb nehmen muss. Sebastian Rode hat gegen Dortmund bärenstark gespielt, auch Sow ist wieder im Training. Und an Jakic muss er ebenfalls noch vorbei. (Thomas Kilchenstein)

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