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Feiner Techniker: Ajdin Hrustic im Training der Eintracht.
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Feiner Techniker: Ajdin Hrustic (rechts) im Training der Eintracht.

Interview

Eintracht: Hrustic fährt „mit viel Selbstvertrauen“ zum BVB

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Eintracht-Mittelfeldspieler Ajdin Hrustic über den Bundesligastart beim BVB, seine überraschend starke Vorbereitung, die Auswirkungen seiner Corona-Infektion und den Grund, warum er sich nicht hat gegen das Virus impfen lassen.

Herr Hrustic, die wichtigste Frage zu Beginn: Wie geht es Ihnen nach der überstandenen Corona-Infektion?

Es ist schön, wieder dabei zu sein. Es war natürlich kein gutes Gefühl, die vergangenen zwei Wochen daheim verbringen zu müssen, aber mir geht es gut, danke. Das ist das Wichtigste.

Hatten Sie Symptome?

Gott sei Dank bin ich relativ gut durchgekommen. Ich hatte eine verstopfe Nase, eine leichte Erkältung.

Sie sind nicht geimpft, warum nicht?

Ich hatte natürlich darüber nachgedacht, mich impfen zu lassen. Die meisten von uns Spielern haben ja das Vereinsangebot nach dem letzten Saisonspiel gegen Freiburg angenommen. Aber ich durfte direkt nach der Bundesligasaison für Länderspiele zur australischen Nationalmannschaft reisen, deswegen habe ich mich zu diesem Zeitpunkt dagegen entschieden. Ich wusste nicht, ob es womöglich eine Impfreaktion geben würde und ich deswegen dann nicht fliegen könnte. Manche sagen, ich hätte mich doch anschließend im Urlaub impfen lassen können, aber für mich war klar: Wenn ich das mache, dann in meiner Heimat, in Frankfurt. Es war also nicht so, dass ich mich grundsätzlich gegen eine Impfung entschieden habe, sondern es waren zeitliche Gründe.

Fühlen Sie sich nach zwei Wochen Pause fit genug für einen Einsatz am Samstag beim Bundesligaauftakt in Dortmund?

Ich fühle mich gut, ja, am Ende liegt die Entscheidung, wer im Kader dabei ist und spielt, aber natürlich beim Trainer. Ich bin auf jeden Fall froh, wieder beim Team dabei zu sein. Und ich habe daheim ja auch, so gut es ging, gearbeitet, habe mich fit gehalten. Als ich mich besser gefühlt habe, bin ich auf dem Ergometer Fahrrad gefahren wie bei der Tour de France (lacht).

Ajdin Hrustic, die Überraschung der Vorbereitung“ – diese Schlagzeile war zuletzt häufig zu lesen, auch in der FR. Sehen Sie das genauso?

Ich gebe immer 100 %, so habe ich das natürlich auch in dieser Vorbereitung gemacht – aber eben auch in denen davor. Da war kein Unterschied. Jetzt hatte ich aber halt ein bisschen mehr Spielzeit, mehr Chancen mich zu zeigen.

Das klingt nach Understatement. Trügt der Eindruck etwa, dass Sie mit deutlich mehr Selbstvertrauen als noch in der Vorsaison unterwegs sind?

Naja, ich habe auch letzte Saison an mich geglaubt. Ich denke immer positiv und trainiere immer so gut wie möglich, um das Beste aus meiner Situation herauszuholen. Harte Arbeit zahlt sich aus.

Zur Person

Ajdin Hrustic , 25, startet in seine zweite Saison bei Eintracht Frankfurt. Der australische Nationalspieler, vergangene Runde bei den Hessen meist nur Ersatz, war in der Vorbereitung die positive Überraschung. Er überzeugte mit guter Technik, Übersicht, auch Torgefahr aus dem defensiven Mittelfeld heraus. Dann aber, vor knapp drei Wochen, steckte sich der ungeimpfte Profi mit Corona an.

Sie haben in der Schlussphase der Vorsaison gegen Mainz einen Treffer fast im Sitzen erzielt, kurz drauf für die australische Nationalmannschaft einen per herrlichem Freistoß. Sind Sie ein Experte für Traumtore?

Stimmt schon, ich habe ein paar ganz nette Tore erzielt (lacht). Der Treffer gegen Mainz war schon besonders, und direkte Freistöße trainiere ich seit langer, langer Zeit. Jetzt im Testspiel gegen Straßburg waren es aber zum Beispiel auch zwei eher einfache Tore für mich, die vorher gut als gesamtes Team herausgespielt wurden, und das zählt.

Werden wir also künftig Diskussionen zwischen den beiden Frankfurter Freistoßexperten Ajdin Hrustic und Filip Kostic erleben, wer schießen darf?

Nein, nein, auf keinen Fall. Da gibt es keine Diskussionen. Filip und ich sind gute Freunde, auf und neben dem Platz. Da sprechen wir uns im Spiel ganz normal miteinander ab. Und wer dann ein gutes Gefühl hat, der schießt.

Trainer Oliver Glasner redet viel mit den Spielern, das wird stets betont. Was erwartet er von Ihnen auf der Sechser-Position im Mittelfeld?

Ja, er spricht viele Details an, aber für jedes Spiel gibt es eben auch verschiedene Aufgaben. In meiner Position ist man viel am Ball, dann geht es darum, wie wir kombinieren wollen, wann ich vorwärts spiele, und wie wir als gesamtes Team agieren.

Sie stehen vor Ihrer zweiten Saison bei der Eintracht, im ersten Jahr haben Sie wenig gespielt, erst am Ende vermehrt Einsätze bekommen. Wie beurteilen Sie das rückblickend? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass die Fans früher wieder ins Stadion zurückkommen können. Mein Berater hatte mir vor meinem Wechsel ein Video aus dem Stadion von den Fans geschickt, das will ich jetzt bald richtig erleben. Ansonsten war mein erstes Jahr bei der Eintracht ein gutes. Manche sagen zwar, es sei ein schwieriges Jahr für mich gewesen, weil ich wenig gespielt habe, aber das stimmt so nicht. Wir hatten als Team eine erfolgreiche Saison, und das zählt. Ich sehe immer das Positive und das bedeutet in meinem Fall, dass ich als Mensch und als Spieler gereift bin.

Es wäre aber doch schon schön, jetzt mehr zu spielen, oder?

Klar, alle wollen das. Wenn ich könnte, würde ich immer spielen. Aber das hängt ja auch von der jeweiligen Taktik ab, von Verletzungen, von der Anzahl an Spielen, ich bin kein Roboter.

Am Samstag geht’s los bei Titelanwärter Dortmund. Was ist drin?

Wir haben vergangene Saison dort gewonnen und können daher mit einem positiven Gefühl nach Dortmund fahren, mit viel Selbstvertrauen.

(Interview: Daniel Schmitt)

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