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Achterbahnfahrt für die Eintracht-Frauen

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Von: Katja Sturm

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Um Kontrolle bemüht: Eintracht-Angreiferin Laura Freigang.
Um Kontrolle bemüht: Eintracht-Angreiferin Laura Freigang. © Eibner/Imago

Die Eintracht-Fußballerinnen verspielen bei der TSG Hoffenheim eine 3:1-Führung – und sind am Ende doch froh, wenigstens einen Punkt zu ergattern

Da war diese eine Szene in der letzten Minute der Nachspielzeit, direkt vor dem Abpfiff, die Laura Freigangs Blick auf die Partie der Frankfurter Bundesliga-Fußballerinnen in Hoffenheim noch einmal verändert hat. Nach einem Ausrutscher von Teamkollegin Sjoeke Nüsken, im wahrsten Sinne des Wortes, lief TSG-Spielerin Melissa Kössler ganz allein und unbedrängt auf das Tor von Eintracht-Keeperin Stina Johannes zu. Die Stürmerin hatte den Siegtreffer auf dem Fuß, als sie abzog, die heimischen Fans unter den 1280 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion setzten schon zum Jubel an, da strich der Ball am Pfosten vorbei.

Nachdem die Gefahr einer ersten Saisonniederlage für die Hessinnen so greifbar und erschreckend nahe gerückt war, wusste Nationalspielerin Freigang das 3:3 (3:1) und den damit verbundenen Punktgewinn für die Hessinnen zu schätzen. Kurz zuvor hätte sich die 24-Jährige, wie sie zugab, deutlich enttäuschter davon gezeigt, die Führung, für die neben ihr selbst (33. Minute) Sophia Kleinherne mit einem Drehschuss (12.) und Géraldine Reuteler (26.) gesorgt hatten, aus der Hand gegeben zu haben. Aber die Erleichterung schwächte die negativen Emotionen ab.

„Natürlich sind wir nicht zufrieden“, betonte Freigang. „Wir haben gezeigt, dass wir das Spiel gut gestalten können.“ Aber man habe das dauerhaft nicht durchgehalten, sich Fehler geleistet, statt Ruhe in das Spiel zu bringen. Die oft schon angesprochene Reife ließ die Eintracht so vermissen. „Das hat Hoffenheim zurückgebracht“, so Freigang. Damit habe man bei diesem stets gefährlichen Team, das wie die Eintracht selbst zu den Anwärtern auf einen der drei Champions-League-Plätze zählt, rechnen müssen. Nicole Billa (30. Minute) gelang der erste Anschlusstreffer, Katharina Naschenweng (67./83.) stellte mit einem Doppelpack den Ausgleich her. Die bissigen Hausherrinnen hatten nie aufgegeben und vor allem in der zweiten Hälfte zunehmend mehr Druck auf die Formation von SGE-Trainer Niko Arnautis ausgeübt. „Da waren wir nicht mehr präsent genug und zu weit weg von den 100 Prozent, die wir leisten können“, betonte Freigang selbstkritisch.

„Ich entschuldige mich für die Herzprobleme, die wir womöglich verursacht haben“, sagte ihr Coach nach der durchweg spannenden Begegnung. „Es war ein tolles Spiel, aber wir hätten uns ein anderes Ergebnis gewünscht.“ Wieder einmal hatte die Eintracht nach anfänglicher Effektivität mehrere Chancen und diesmal damit auch einen möglichen weiteren Triumph nach zuvor vier Siegen vergeben. „Hoffenheim hat dann offensiv gewechselt und Naschenweng einen guten linken Fuß gehabt“, so Arnautis. Seine eigenen Einwechslungen, darunter die von Nicole Anyomi für die nach Rückenproblemen wieder in der Startformation stehende Barbara Dunst sowie die des so oft stechenden Power-Jokers Shekiera Martinez für die von Wadenkrämpfen geplagte Lara Prasnikar, brachten nicht das erhoffte Ergebnis. Am Ende könne man froh über das Remis sein.

Die Eintracht bleibt damit nach sechs Partien in dieser Spielzeit ungeschlagen und auf dem zweiten Platz. „Wir glauben weiter an unsere Stärke und wollen unsere Serie ausbauen“, betonte Freigang. Die Möglichkeit dazu gibt es am 6. November (16 Uhr) zu Hause gegen Köln.

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