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Verteidiger wider Willen: Benjamin Köhler im Spiel gegen den HSV
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Verteidiger wider Willen: Benjamin Köhler im Spiel gegen den HSV

Abwehr

Achillesferse, hinten links

Der Posten des linken Außenverteidigers bereitet der Eintracht zunehmend Probleme. Der Verein hat die Lücke, die Christoph Spycher gerissen hat, noch nicht adäquat geschlossen.

Es war eine sehr undankbare Partie für Benjamin Köhler. Der Allesspieler musste mal wieder hinten links ran, eine Position, die der feine Techniker nicht sonderlich liebt. Er fühlt sich in der Offensive wohler, stellt sich aber in den Dienst der Mannschaft, wenn die Not groß ist. Es haute nicht so furchtbar gut hin gegen den HSV, Jonathan Pitroipa war ein unangenehmer Gegenspieler, Köhler, 30, hatte seine liebe Mühe und Not, ihn wenigstens halbwegs in den Griff zu bekommen, denn er verlor zwei Drittel seiner Zweikämpfe. Auch nach vorne lief nicht viel zusammen. Und am Ende sah Benny Köhler vor dem 1:3 durch Paolo Gurerrero ganz schlecht aus.

Aber Köhler musste wieder linker Verteidiger spielen, weil Eintracht Frankfurt offensichtlich die Lücke, die der Weggang von Christoph Spycher auf dieser Position gerissen hat, noch nicht adäquat geschlossen hat. Oder andersherum: Das Vertrauen in die abwehrenden Fähigkeiten des für 1,3 Millionen Euro von Panionios Athen nach Frankfurt geholten Georgios Tzavellas scheint noch nicht sonderlich groß zu sein. Köhler habe den Vorzug vor dem 21-jährigen Neuzugang erhalten, weil er „wendiger“ sei als Tzavellas, begründete Trainer Michael Skibbe die Umstellung in der Viererabwehrkette. Das kann nur bedeuten: Tzavellas, der in der Vorwoche in Hannover ausgewechselt wurde, ist momentan noch nicht so weit. Zumindest dem Tempo scheint er nicht gewachsen, wenn ihm im ersten Spiel auf höherem Niveau schon eine Notlösung (Köhler) vorgezogen wird.

Anspruchsvolle Position

Das freilich wirft Fragen auf: Eintracht Frankfurt hatte vor dieser Saison eine Position neu zu besetzen, für die es eine komplette Vakanz gab, die des linken Außenverteidigers. Das war die Pflicht, andere Verpflichtungen oder Vertragsverlängerungen (etwa Altintop, Heller, Rode, Clark) gehörten zur Kategorie Kür: kann man machen, muss man aber nicht. Schnell war die Eintracht auf Tzavellas gestoßen, der fast noch ins WM-Aufgebot für Griechenland gerutscht wäre. Er schlägt gute Flanken und Freistöße, ist mutig in der Offensive. Doch schon in der Vorbereitung wurden seine Defizite in der Schnelligkeit offenbar.

Nun zählt die Rolle des linken Verteidigers zu den schwierigsten. Der Spieler muss defensiv wie offensiv stark sein, zudem schnell, er sollte technisch gut ausgebildet sein, weil er das Spiel eröffnet, meist hat er auch die meisten Ballkontakte. Nach Möglichkeit sollte er ein Linksfuß sein. Viele Klubs suchen einen linken Außenverteidiger ? und finden doch keinen. Der FC Schalke holte jetzt den 34-jährigen Hans Sarpei, Werder Bremen fahndet seit Jahren nach einem geeigneten Mann und glaubt nun in Mikael Silvestre, 33, einen zu finden. Zuvor versuchten sich seit 2004 Leute wie Boenisch, Pasanen, Abdennour, Tosic, van Damme, Nery, Stalteri oder Schulz. Mit mäßigem Erfolg. Auch in Frankfurt haben sie es versäumt, einen Nachfolger für Spycher aufzubauen. Der nicht bundesligataugliche Nikola Petkovic ist schon nach Westsibirien abgeschoben worden.

Angesichts derlei Probleme könnte es allemal eine Überlegung wert sein, den rechten Außenverteidiger Sebastian Jung als Alternative in Erwägung zu ziehen. Auf seiner Position, auf der rechten Seite, hat die Eintracht mehr Möglichkeiten (Franz, Ochs). Jung müsste dazu seinen linken Fuß mehr trainieren. Oder Tzavellas kriegt die Kurve: Um die Baustelle hinten links endlich zu schließen. ( kil/dur )

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