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Abschlusszeugnis von Eintracht Frankfurt: Note 1

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Von: Thomas Kilchenstein, Ingo Durstewitz, Daniel Schmitt

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Der Moment des Eintracht-Jahres: die Pokalübergabe in Sevilla.
Der Moment des Eintracht-Jahres: die Pokalübergabe in Sevilla. © dpa

Der Europa-League-Triumph überstrahlt alles, auch Schwächen in der Liga. Die Fußballprofis von Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik - vom Musterschüler bis zum Sitzenbleiber.

Musterschüler

Kevin Trapp (32 Bundesligaspiele/0 Tore – 13 Europa-League-Spiele/0 Tore): Witzchen machen die Runde, wonach es ziemlich unverschämt sei, dass der Beau, selbst nach Partynächten samt zwei bis 38 Bier, noch so verdammt gut aussehe. Stimmt halt auch, das mit dem Hübschsein, Frau Goulart schickt Herzchen rüber. Unverschämt waren aber vor allem seine Leistungen, zumindest für die Gegner. Besser kann ein Torwart kaum halten, mit vielen Monsterparaden – gegen Barca mit der Hand, bei West Ham mit dem Fuß, gegen Glasgow mit dem Oberschenkel. Dann noch Elferheld. In der Rückserie ohnehin bester deutscher Torwart, besser als Bayerns Neuer. Den wünschen sich Frankfurter längst auf die DFB-Bank, und Hintis auch, nur eben keine Hansis. Der Trapper wird’s verschmerzen können.

Filip Kostic (31/4 - 12/3): Simply the Best. Hat er jetzt auch schwarz auf weiß, die Uefa kürte ihn zum besten Spieler der Europa-League-Saison. Hat er sich verdient, gar keine Frage, hat den FC Barcelona im Alleingang erlegt. Keiner hält das Powerpaket auf links, seine Ausdauer, Dynamik, Wucht sind unvergleichlich. Der Flankengott, zehn Vorlagen in der Bundesliga, sieben auf internationalem Terrain. Natürlich war es auch seine Hereingabe, die die Eintracht durch Borré im Finale in die Verlängerung rettete. Zermürbt die Gegner, weil er nie aufhört, weil er auch nach 120 Minuten noch zu einem Vollsprint ansetzt, weil er einfach besser ist als die anderen. Keine Eintagsfliege, bestätigt seine famose Leistung in jedem Jahr. Ob der schüchterne Filip bleibt? Vor einem Jahr wollte er sich wegstreiken. Klingt wie aus einer anderen Zeit, die Fans lieben ihn. Trainer Glasner glaubt an einen Verbleib, aber wer weiß es schon? Tottenham ködert ihn, will 30 Millionen zahlen. Das ist zumindest eine Summe, die seinen Auftritten gerecht wird. Nicht die läppischen, fast frechen zehn Millionen, die Lazio Rom vor einem Jahr bot.

Evan Ndicka (32/4 - 11/0): Hat einen gewaltigen Satz in seiner Entwicklung gemacht, der Hüne aus Paris. Elegant, schnell, zweikampfstark. Seine Ruhe und seine Abgeklärtheit sind außergewöhnlich, der Bursche ist ja erst zarte 22. Unglaublich. Bringt alles mit, um ein Topverteidiger auf höchstem Niveau zu werden. Was wird aus ihm? Auch er gilt als Verkaufskandidat, sein Marktwert liegt bei 28 Millionen. Die Ablöse müsste in etwa in diesem Bereich liegen. Denn: Europacupsieger haben ihren Preis.

Sebastian Rode (17/1 - 10/0): Stehaufmännchen, nicht klein zu kriegen. Und ganz groß, als es darauf ankam. Weltklasse sein intelligentes Spiel in Barcelona, zum Strategen gereift, ein Anker im Mittelfeld, der sein Herzblut auf dem Platz lässt. Dass ausgerechnet er sich im Finale spektakulär verletzte, ist typisch. Es trifft halt immer den Rackerer aus Alsbach-Hähnlein, aber aufgeben, auch das gilt für seine ganze Karriere, gibt es nicht. Turban um und weiter. Spielte sehr dosiert, sehr selten 90 Minuten durch, nur im Halbfinale und im Endspiel. Eben als es darauf ankam.

Ansgar Knauff (17/1 – 7/2): Der Shootingstar, kann seinen Aufstieg selbst kaum fassen, von der Dortmunder Ersatzkraft, dem Drittligaspieler, zum besten Jungprofi in der Europa League. Musste sich anfangs akklimatisieren, auch erst den Trainer überzeugen, ihm die Verantwortung für die rechte Bahn zu übertragen. Spätestens seit dem Kopfballtor in Berlin im März eine feste Größe. Überhaupt: Offenbar ein unentdecktes Kopfballungeheuer, nickte auch in London zur frühen Führung ein. Dazu noch sein Hammer ins Glück gegen Barca, welch persönliche Höhepunkte. Gut, dass er ein geerdeter Typ ist, lustig, freundlich, gerne vorgeschickt für Interviews, der so schnell nicht abheben dürfte. Sein Leihvertrag läuft noch ein Jahr, ein Gewinn für die Eintracht.

Tuta (26/4 - 11/0): Legte eine atemraubende Entwicklung hin. Nicht nur, dass er - nach einer gewissen Anlaufzeit - zu einem Stabilisator hinten rechts in der Abwehr wurde, als Hinteregger ausfiel, übernahm er auch noch dessen Rolle als zentraler Verteidiger - statt Makoto „Hasabe“ (OB Peter Feldmann). Und spielte dort, auf ungewohntem Terrain, wie ein Alter, abgezockt, unaufgeregt, seriös. Und Tore schießt der Brasilianer noch dazu, vier an der Zahl. Gut, dass er seinen Vertrag schon verlängert hat, ihm gehört die Zukunft.

Rafael Borré (31/8 - 13/4): Der Mann für die entscheidenden Momente. Als es wichtig wurde, als es um Alles oder Nichts ging, da wuchs der kleine Kolumbianer über sich hinaus: Kracher-Tor im Viertelfinale in Barcelona, Vorlage im Halbfinale in West Ham, Tor im Rückspiel gegen die Engländer, Treffer im Finale gegen Glasgow. Und dann der Schuss in die Glückseligkeit, hämmerte die Eintracht mit dem entscheidenden Elfer in den siebten Himmel. Eiskalt, ohne Nerven, ab in den Winkel. Unsterblich. Von enormem Wert, das merkte man immer dann, wenn er nicht spielte. Hat es nicht immer leicht da vorne, der Vielflieger, gegen die mächtigen Abwehrkanten, aber gibt immer alles. Vielleicht wird es etwas leichter für ihn, wenn er nächste Saison mit Muani stürmen kann.

Djibril Sow (31/2 – 12/1): Das Metronom im Frankfurter Spiel, ist der Mann, der das Tempo beschleunigt oder den Fuß auf den Ball stellt und Ruhe reinbringt. Musste er lernen, hat er gelernt. Kein Lautsprecher, aber dennoch mit klaren Ansagen, mit hohen Zielen. Sprach schon vor Saisonbeginn davon, mit der Eintracht im zweiten Anlauf in die Champions League einziehen zu wollen. Hat geklappt, wenn auch anders als gedacht. Ist im zweiten Halbjahr mutiger geworden, streute immer mal wieder Steilpässe ein. Einer der wenigen Eintrachtler mit Königsklassen-Erfahrung, damals für Bern, ist jetzt aber ein anderer Djibi Sow. Älter, gereifter, besser.

Zweite Reihe

Daichi Kamada (32/4 - 13/5): In Europa fühlt sich der Japaner wohler, da blüht er auf, wieder mit vielen wichtigen Toren. In der Liga wechselhaft, bisweilen schludrig, dann wieder brillant. Sieht Räume, die andere nicht sehen, spielt Pässe, die andere nicht spielen. Ist deutlich robuster, zweikampfstärker geworden, klaut für einen Techniker erstaunlich viele Bälle. Ein Vielspieler zudem, in 46 von 48 möglichen Partien auf dem Platz, auch das zeigt seinen Wert.

Martin Hinteregger ((21/1 - 9/0): Der Saisonhöhepunkt fand ohne den Hinti statt. Das war arg bitter für den kernigen Kärntner, der selten ausfällt, doch die Fasern in der Muskulatur waren gerissen. So musste Hinti mitfiebern, mitcoachen - und dann feiern wie kein anderer. Zog allein, nur mit der Siegermedaille, durch Frankfurter Kneipen. Macht nicht jeder. Hatte eingangs der Rückrunde einige Hänger, leistete sich arge Bolzen, biss sich zurück. Unvergessen, wie er gegen Betis in der 120. Minute den Ausgleich erzwungen hat. War vielleicht die Initialzündung.

Jesper Lindström (29/5 - 9/0): Von der Liga zum „Rookie des Jahres“ ausgezeichnet, das ist nicht schlecht für einen 22-Jährigen, der aus dem beschaulichen Dänemark auszog, um den Europapokal zu gewinnen. Wurde rechtzeitig zum großen Finale fit. Coach Glasner stellte ihn prompt nach zwei Trainingseinheiten in die Startelf. Zeigt auch, welchen Wert er sich erarbeitet hat, der nette Däne. Pfeilschneller Spieler, unbekümmert, versucht was, dribbelt gerne. Das ist gut. Weniger gut ist seine Abschlussschwäche, vergibt auch beste Chancen leichtfertig. Aber das kann er lernen, das wird er lernen. Am Wochenende auf Stippvisite beim alten Klub in Kopenhagen, wurde von den Bröndby-Fans frenetisch abgefeiert. Ging ihm runter wie Öl.

Makoto Hasebe (18/0 - 7/0): Wurde nur noch sporadisch gebraucht, der Großmeister aus Japan. Das ist schade eigentlich, weil er trotz seines Methusalems-Alter von 38 noch immer Topleistungen bringt. Wenn er gebraucht wurde, noch immer eine Bank da hinten. Kam im Endspiel für Tuta rein und spielte schlichtweg überragend, von Nervosität keine Spur. Er kann es eben, der alte Hase. Kluger Fußballer, Stratege, klasse Antizipation, mit ihm wird die Mannschaft spielerisch besser. Selbst der verletzte Hinti sagte, er habe sich im Finale sicherer gefühlt, als Hase drin war. Nur Coach Glasner setzt lieber auf andere, kann man machen, muss man nicht. Hase wird es ihm schwer machen, hat ja noch ein Jahr drangehängt. Dann ist er 39. Ende nicht in Sicht.

Kristijan Jakic (26/1 -12/0): Lange Zeit fester Bestandteil der Startelf. Kämpft immer bis zum Schluss, grätscht mit dem ganzen Körper, spielt aber oft mit zu wenig Köpfchen. Kein Stratege, deswegen am Saisonende hinter Kapitän Rode zurück. Dann oft die erste Einwechsel-Alternative. Nahm diese Rolle klaglos an. Einer der wenigen, der für qualitative Tiefe im Kader sorgt. Ist zudem ein enger Vertrauter von Filip Kostic, eine nicht zu unterschätzende Rolle für den Gemeinschaftserfolg.

Almamy Touré (10/0 – 8/1): Die ersten Monate des Jahres komplett außen vor, nicht mal zweite Wahl, dann auf der Tribüne sitzend und wohl über seine Zukunft nachdenkend. Und am Schluss? Plötzlich wichtig. Gegen Barcelona reingeworfen und mit einer Topleistung. Dafür belohnt mit dem wiedergewonnenen Vertrauen des Trainers und weiteren Einsätzen – im Halbfinale gegen West Ham und im Endspiel gegen die Rangers. Im Hitzekessel zu Sevilla dann 120 Minuten auf dem Platz, tadellose Leistung. Reicht daher gerade noch für die zweite Reihe. Soll jetzt doch bei der Eintracht bleiben, hat seinen Wert bewiesen, auch, dass er sich auf großer Bühne konzentrieren kann.

Hinterbänkler

Christopher Lenz (15/0 - 2/0): Hat nicht viele Spuren hinterlassen in seinem ersten Jahr. Ständig verletzt, immer wieder was Neues. Kam, wenn er denn mal gesund war, meist von der Bank, wie im Finale. Zeigte aber im Elfmeterschießen Courage, trat überraschend zum ersten Elfer an, eiskalt verwandelt, brachte damit die Rangers-Fans zum Schweigen.

In diesen Armen ist der Pott sicher: Kevin Trapp hat alles im Griff.
In diesen Armen ist der Pott sicher: Kevin Trapp hat alles im Griff. © AFP

Ajdin Hrustic (23/2 - 5/0): Mit zwei grellen Glanzlichtern, schoss die Mannschaft nach Einwechslung in Stuttgart mit zwei blitzsauberen Treffern (darunter ein Traumtor) zum 3:2-Sieg – und verwandelte im nervenaufreibenden Elfmeterschießen im Finale eiskalt. So ist er, der 25-Jährige, schon eine coole Socke, guter Freund von Filip Kostic. Mit einem exzellenten linken Fuß, leider etwas zu langsam und phlegmatisch. In den Spielen oft mit zu viel Alibi. Könnte den Klub verlassen, nicht zufrieden mit seiner Rolle, artikulierte das auch ein paar Mal. Will unbedingt mehr spielen. Wird schwer in Frankfurt.

Timothy Chandler (17/0 – 5/0): Kuschelt gerne mit Pokalen, am liebsten mit europäischen – fotografisch festgehalten in der Finalnacht von Sevilla. War da für die Sicherheit des Potts verantwortlich. Sucht sonst die Nähe zu Paciencia, führen eine Bromance, eine Männerfreundschaft. Werden deshalb oft von der Medienabteilung für allerlei Schabernack angefragt, liefern stets ab. Für Trainer Glasner nicht nur der Gute-Laune-Timmy, sondern auch ein Führungsspieler. Sein Wort hat Gewicht. Auf dem Platz nur noch Aushilfe, zu mehr langt es nicht – und das wird hier nun mal bewertet. Für den Klebstoff im Team aber wichtig, das ist seine Rolle, er nimmt sie gerne an und füllt sie prächtig aus.

Goncalo Paciencia (18/3 - 6/2): Siehe Timothy Chandler. Enorm wichtig für das Team, immer bester Laune, hält die Truppe zusammen, Kabinen-DJ, feierte die Siege ausgelassen, obwohl er selten spielte. Sportvorstand Krösche adelte ihn als „überragenden Typ“, er bringe der Mannschaft „einen Mehrwert“. Kommt allenfalls als Joker zum Einsatz, viel Eifer, oft unstet. Sehr schönes Tor beim Halali gegen Gladbach. Ob er bleiben darf? Offen. Es entscheidet sich wohl zwischen ihm oder Sebastian Polter (Vfl Bochum).

Jens Petter Hauge (26/2 -12/1): Ein fußballspielender Zappelphilipp, reißt sich gute Aktion sofort selbst ein. Ohne Tor im zweiten Saisonhalbjahr. Bekam dennoch immer wieder Chancen, durfte unter anderem den verletzten Lindström gegen West Ham ersetzen, eingewechselt auch im Euro-Finale. Muss jetzt dem AC Milan abgekauft werden, ist ein Pflichtdeal, ein teurer dazu. Wird gewiss auch eine Bürde für den Norweger sein, der im zweiten Jahr bei der Eintracht liefern sollte, will er nicht als Flop abgestempelt werden. Wird eine Aufgabe für Glasner sein, ihn hinzubekommen, Hauge tauglich für die Bundesliga zu machen. Nicht leicht, aber möglich. Spitze in einer Statistik: der Tunnelkönig der Liga.

Sitzenbleiber

Danny da Costa (11/0 - 2/0): Wurde im letzten Heimspiel mit Sprechchören bedacht, auch am Römer frenetisch abgefeiert. Bedeutet ihm viel, hat ihn gerührt. Gänsehautmomente. Die Leute haben nicht vergessen, was er geleistet hat für die Eintracht, gerade in der bockstarken Saison 18/19, als er in allen 50 Pflichtspielen in der Startelf stand. Danach ging es steil bergab für den klugen Kopf, Ehemann von Sarah, der Tochter von Eintracht-Legende Uwe Bein. Kam nie mehr ins Rollen, weder beim ungeliebten Adi Hütter noch bei Nachfolger Glasner. Man denkt, da steht ein anderer Spieler auf dem Platz, das Selbstvertrauen ist weg, alles sieht zaudernd aus. Nimmt einen neuen Anlauf in Mainz, dorthin war er schon ausgeliehen und machte seine Sache gut. Eine sportliche Auferstehung wäre ihm zu gönnen.

Aymen Barkok (5/0 - 1/0): Die Trainer verzweifeln alle an dem Straßenkicker, hat alles, kann alles, guter Schuss, schnell, ausdauernd, prima Technik, dribbelstark, sogar Kopfball kann er – aber zeigt es nur im Training, nicht in den Spielen. Spielte keine Rolle mehr, quasi aussortiert. Bestes Beispiel dafür, dass Qualität die Mentalität eben nicht schlägt. Wechselt ablösefrei nach Mainz. Ob es da klappt? Zweifel sind angezeigt.

Ragnar Ache (13/0 – 3/0): Ist für Partys gemacht, tanzt gerne, lacht gerne, scherzt gerne – Paciencia 2.0, nur in blond. Auf dem Rasen dagegen bemitleidenswert, vor allem in Leverkusen, als er das erste Mal in der Startelf stand und durchfiel. Taugte danach nicht mal mehr als Ersatz für die Ersatzspieler. Sein persönlicher Höhepunkt: Der Trikottausch mit Barcelonas Weltstar Aubameyang. Dafür rannte er nach dem Abpfiff quer über den Platz. Böse Zungen behauptet: Er rannte derart engagiert wie selten zuvor und danach. Ach ja, ist auch ein Hochspringer. Nur eben kein Stürmer mit Bundesliganiveau.

Sam Lammers (15/1 - 7/1): Tut einem fast schon Leid, und das ist das Schlimmste. Versuchte viel, haute sich rein im Training, da soll er regelmäßig getroffen haben, heißt es. Im Spiel dann nicht. Da war er ein Hemmschuh, er lief falsch, stand nie da, wo ein Stürmer stehen muss, verlor den Ball, immer und immer wieder. Netter Kerl, es reichte nur nie in der Bundesliga. Kehrt nach Bergamo zurück. Größtes Missverständnis.

Simply the best: Filip Kostic, auch die Uefa hat es gemerkt.
Simply the best: Filip Kostic, auch die Uefa hat es gemerkt. © IMAGO/Eibner

Erik Durm (7/0 - 2/0): Spielte absolut keine Rolle in der Rückserie, und vorher nur eine klitzekleine. Sein letzter Einsatz: 7. November in Fürth, eine Halbzeit. Fiel dann nur noch durch eine neue Haarfarbe (blond) auf. Verhielt sich aber korrekt. Ist jetzt Weltmeister und Europa-League-Sieger ohne mitgespielt zu haben. Hat noch ein Jahr Vertrag, sollte sich was Neues gönnen.

Stefan Ilsanker (12/0 – 2/0): Völlig geplättet, ja überfordert vom Autokorso durch Frankfurt, kannte er so nicht, diese Emotionen, als einstiger Brause-Kicker. Kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, womöglich noch am Folgetag bei einer Hochzeit, die er besuchen wollte, ständig am Lieder-Grölen. Oder am Bierchen trinken. Oder beides. Jedenfalls: War ein krönender Abschluss für ihn, verlässt die Eintracht, der gut dotierte Vertrag läuft aus, für den er wenig auf dem Rasen leisten durfte. Erst gegen Gladbach und Mainz wieder eingesetzt, für Europa nicht nominiert. Aber: In der Kabine stets vorbildlich, ein guter Typ, ein Mannschaftsspieler.

Es fehlten entschuldigt

Jens Grahl (1/0 - 0/0): Die Nummer drei durfte einmal ran, weil die anderen Keeper unpässlich waren, 0:2 bei Union Berlin. Hat dennoch sehr ordentlich gehalten. Guter Typ, wichtig für die Gruppe, Integrationshelfer, dafür ist er geholt worden. An Bord beim abschließenden Ibiza-Trip einiger Spieler – ist halt nicht nur dabei, sondern mittendrin.

Diant Ramaj (1/0 - 0/0): Musste einmal ran, als Trapp coronabedingt ausfiel, machte seine Sache beim FC Augsburg ordentlich. Unglücklich beim Gegentor, fiel auf einen Bauerntrick rein, rettete den Punkt spektakulär kurz vor Schluss. Dann riss der Meniskus, die Saison war gelaufen. Verlängerte seinen Vertrag langfristig bis 2027, soll in aller Ruhe aufgebaut werden.

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