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Prima Leistung auf Zypern: Kapitän Sebastian Jung.

Eintracht Frankfurt

Abgezockt auf der Götterinsel

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Die Eintracht stellt auf Zypern die Weichen für den Gruppensieg.

Auf dem Rückflug von der Insel der Götter begann für die erfolgreichen Kicker der Eintracht bereits die Vorbereitung auf den Bundesligaalltag – mit wenig Schlaf. Die Frankfurter Profis hatten noch in der Nacht nach einem überzeugenden 3:0 (1:0) bei Apoel Nikosia im zweiten Gruppenspiel in der Europa League direkt den Heimflug aus Zypern angetreten, ein bisschen Dösen auf dem viereinhalbstündigen Flug, und nach der Landung auf Rhein-Main gegen 6.20 Uhr versammelte Trainer Armin Veh seine Recken schon wieder zum lockeren Auslaufen. Erst danach sanken die müden Spieler ins Bett. 

Die Sportliche Führung und vor allem Veh selbst hielten es für besser, sofort nach dem Spiel nach Hause zu reisen, selbst mitten in der Nacht, ohnehin könnten die Spieler nach den Partien schwer in Schlaf finden. Man erhoffte sich davon eine bessere Regeneration in den eigenen vier Wänden. Im Nachhinein wissen sie es besser: Sinnvoller wäre es gewesen, die Mannschaft hätte die Nacht noch im Hotel vor Ort verbracht und wäre erst anderntags nach Frankfurt geflogen. In der aktuellen Europa-League-Saison verfährt die Eintracht so. 

Gegen Apoel Nikosia machten die Hessen, seinerzeit nach sieben Spieltagen und acht Zählern auf Tabellenplatz 13, bei angenehmen 26 Grad nicht viel falsch. Es war vor allem das Spiel des Sebastian Jung, der an zwei Treffern maßgeblich beteiligt war. Vor dem 1:0 (27.) fälschte Nektarios Alexandrou seine scharfe Hereingabe ins eigene Tor ab, das 3:0 (66.) erzielte der Rechtsverteidiger mit einem satten Schuss persönlich, nachdem die Eintracht einen Freistoß schnell ausgeführt hatte. Srdjan Lakic hatte, einen Tag nach seinem 30. Geburtstag, mit dem 2:0 (59.) und nach Doppelpass mit Vaclav Kadlec alles klar gemacht. Es war ein sehr seriöser, sehr unaufgeregter Auftritt der Eintracht, die kurzfristig noch auf Stefan Aigner verzichten musste, dessen Fußverletzung beim Aufwärmen wieder aufgebrochen war. 

Selbst Trainer Veh war überrascht von der Abgezocktheit, der Cleverness, ja auch einer erstaunlichen Coolness seiner Mannschaft. International sei sein Team eigentlich noch grün hinter den Ohren. „Aber wie sie aufgetreten sind, so, als würden wir jahrelang Europacup spielen. Da steckt schon eine gewisse Reife drin.“ Auch wenn die Hessen „nach vorne kein Feuerwerk abgebrannt“ hätten und das ganz große „Spektakel“ ausgeblieben sei, so empfand Veh doch die 90 Minuten im GSP-Stadion zu Nikosia insgesamt als „einen souveränen Auftritt“. Mittelfeldrenner Sebastian Rode, dessen Berater in den Tagen zuvor eine Vertragsverlängerung seines Schützlings in Frankfurt ausgeschlossen hatte, fand: „Anfangs war das ein kleiner Hexenkessel. Nach dem Wechsel haben wir dominant gespielt.“ 

Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen hatte bereits vor der Partie große Zuversicht ausgestrahlt: „Ein Bundesliga-Sechster muss in der Lage sein, gegen einen führenden zypriotischen Klub bestehen zu können.“ Wenn die Eintracht einen „normalen Tag“ habe, werde nichts anbrennen, sagte Bruchhagen. „Das muss unser Anspruch sein.“ Er sollte Recht behalten. Und nach den 90 Minuten lehnte er sich noch ein Stückchen weiter aus dem Fenster: „Es spricht alles dafür, dass wir international überwintern.“ Auch diese Vorhersage war nicht falsch. 

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