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Eintracht und die Fan-Debatte: „2G heißt: ohne Kinder“

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Von: Thomas Kilchenstein

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Auf solche Bilder hofft die Eintracht wieder: volle Ränge im Stadion.
Auf solche Bilder hofft die Eintracht wieder: volle Ränge im Stadion. © dpa

Warum Eintracht Frankfurt ein 3G-Plus-Modell praktiziert und trotzdem mit Wehmut nach München schielt.

Frankfurt - Mit Wehmut, vielleicht sogar ein bisschen neidisch, blicken in diesen Tagen Eintracht-Verantwortliche nach München oder nach Stuttgart. Beide Bundesligisten wollen ihre Stadien ab den nächsten Heimspielen (am 23. und 24. Oktober) mehr oder weniger voll auslasten, mit 60.000 und mehr Fans. Dabei hoffen beide auf eine Änderung der Corona-Schutzverordnung, die ab dem 14. Oktober in Kraft treten wird und von der sie sich mehr Freiheiten erhoffen. Eintracht Frankfurt hingegen darf gegen Hertha BSC am 16. Oktober ihre Arena „nur“ mit 40.000 Fans füllen, und das nur unter bestimmten Auflagen.

Zu dieser Partie greift erstmals das sogenannte 3G-Plus-Modell, wonach fünf Prozent von 40.000 Besuchern nicht geimpft oder genesen sein müssen. Stattdessen benötigen diese 2000 Menschen einen negativem PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, die restlichen 38.000 Fans müssen geimpft oder genesen sein.

Eintracht Frankfurt gegen Hertha: Maskenpflicht und der PCR-Test „problemtaisch“

Darüber hinaus darf auch der Stehplatzbereich befüllt werden, von den 2000 zugelassenen Getesteten dürfen sich bis zu 400 getestete Fans dort aufhalten, allerdings besteht eine Maskenpflicht. Diese Auflagen hat das Frankfurter Gesundheitsamt dem Klub auferlegt. „Für uns sind zwei Faktoren problematisch, die Maskenpflicht und der PCR-Test“, sagt Justiziar und Spieltagsleiter Philipp Reschke. Vor allem die Tests sind den Frankfurtern ein Dorn im Auge, weil die aktuelle Regelung Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren und ungeimpfte Heranwachsende trotz möglicher Schultestheftchen faktisch vom Besuch des Spiels ausschließt.

Ein PCR-Test kostet rund 75 Euro, eine schöne Stange Geld zusätzlich. Gerade für das Hertha-Spiel in den hessischen Herbstferien rechnet Eintracht Frankfurt mit einem relativ hohen Anteil an jugendlichen Besucher:innen.

Was der hessische Bundesligist (und vielen andere) schwer nachvollziehen kann, ist die Unterschiedlichkeit der Verordnungen im föderalen System. In Bayern etwa gibt es weder Maskenpflicht noch ein Abstandsgebot, auch nicht im Stehplatzbereich. In Stuttgart gilt die 2G-Regel.

Die auch im Frankfurter Stadion anzuwenden „ist nicht unser Wunsch“, sagt Reschke, es sollen möglichst viele die Chance erhalten, die Arena zu besuchen. Und 2G hieße: „ohne Kinder“. Darüber hinaus will der Klub „alle Dauerkarteninhaber ins Stadion kriegen.“ Momentan haben 31 000 solch ein Jahresticket.

Eintracht Frankfurt: Ultras werden nicht ins Stadion gehen

Bleibt die Frage, ob Eintracht Frankfurt für das Berlin-Spiel überhaupt 40.000 Fans in den Stadtwald bekommt. Denn die Ultras haben deutlich gemacht, von der aktuellen Regel nichts zu halten und nicht ins Stadion zu kommen. Maskenpflicht auf den Stehplätzen sei „inakzeptabel und ,illusorisch“. In einem Statement begründen sie, warum sie „nicht in unser Wohnzimmer“ zurückkehren. Es handele sich dabei nicht „um einen Boykott“, viel mehr sei man kein „Stimmungsdienstleister“. Man habe klare Vorstellungen, welche Bedingungen vorherrschen müssten, um wieder ins Stadion zu gehen.

Womöglich früher als gedacht: Eintracht Frankfurt hofft stark, dass die ab dem 14. Oktober geltende neue Corona-Verordnung mehr Freiheiten ermöglicht als derzeit. So wie in Bayern. (Thomas Kilchenstein)

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