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Limburg zu Fuß erkunden

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Hoch oben auf dem Felsen thront der Limburger Dom. Er darf bei einem Stadtspaziergang nicht ausgelassen werden.
Hoch oben auf dem Felsen thront der Limburger Dom. Er darf bei einem Stadtspaziergang nicht ausgelassen werden. © Boris Roessler/dpa

Die Journalistin Anette in Concas hat einen Reiseführer über die hessische Domstadt geschrieben und lädt Leserinnen und Leser ein, ihre Heimatstadt Schritt für Schritt zu entdecken.

Eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll – an der Lahn, auf dem erloschenen Vulkan inmitten der Stadt oder in einer der mittelalterlichen Gassen, die irgendwie alle zum Dom führen. Die Kreisstadt Limburg jedoch nur auf ihre Kathedrale zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Sie hat noch so viel mehr zu bieten. Und das, obwohl Limburg eine Stadt von überschaubarer Größe ist. Kurzläufig – hier kann alles zu Fuß erreicht und entdeckt werden.

„Limburg zu Fuß“ heißt der kleine Reiseführer aus dem Societäts-Verlag, den Anette in Concas ihrer Heimatstadt gewidmet hat. Auf 13 Touren lädt sie Besucherinnen und Besucher ein, die Stadt kennenzulernen, und Einheimische, ihren Ort mit neuen Augen zu sehen. Denn Limburg ist eine Reise wert – auch für Limburgerinnen und Limburger Ihr Buch soll Lust machen, selbst auf Spurensuche zu gehen, sagt Anette in Concas, und ein perfekter Begleiter für die Erkundungen ist ihr Reiseführer allemal.

„Bergauf, treppauf – alle Wege führen zum Dom“ heißt die erste Entdeckungsreise. Sie beginnt in der Brückengasse, ist einen Kilometer lang und dauert rund 50 Minuten – je nachdem wie schnell man läuft und wie häufig man staunend stehen bleibt. Zum Beispiel vor dem Haus der sieben Laster, nur ein paar Meter nach dem Startpunkt. Es stammt – wie so viele in der Limburger Altstadt – aus dem 16. Jahrhundert.

Bemerkenswert ist es wegen der geschnitzten Masken, die den Spaziergänger von oben anblicken und ihn daran erinnern, dass die biblischen Laster nicht aus der Welt sind; so sollten die Pilger, die über die alte Brücke kamen, an die eigenen Sünden erinnert und auf den rechten Weg geführt werden – hoch zur Kathedrale auf dem Felsen.

Natürlich könnte man gleich die erste Treppe nehmen, um rasch zum Dom hinaufzusteigen. Doch darum geht es nicht. Es geht ums Entdecken, um die Besonderheiten am Wegesrand. Deshalb lenkt die Autorin den Blick des Fußgängers nach rechts und links, zum Beispielt auf das älteste Fachwerkhaus der Stadt, auch ganz pragmatisch Römer 2-4-6 genannt; auf die Mikwe (oder zumindest das Bronzemodell des ehemaligen jüdischen Tauchbads). Auf den Samson-Brunnen im Hof des Diözesanmuseums. Auf das Gitter am Domherrenfriedhof – und auf das Treppenhaus an der Sakristei des Doms, das aussieht, als hätte Rapunzel hier viele Jahre verbracht.

Autorin Anette in Concas mit ihrem Hund Mickey.
Autorin Anette in Concas mit ihrem Hund Mickey. © privat

Der Dom selbst, seine kunst- und kirchenhistorische Bedeutung erhalten in diesem Führer wenig Raum. Die Zeilen über ihn begrenzen sich auf einen Hinweis auf die lebendigen und spannenden Führungen der Domschwestern Marion und Waltraud – und wo Termine dafür vereinbart werden können. Vermerkt ist auch, dass man, mit ein wenig Glück, dem Küster Bruder Elmar begegnen und einen Blick hinter den Altarraum werfen darf. Man kann also – mit dem Buch in der Hand – die Stadt erkunden – vom Katzenturm über die Pestinsel bis zu den Resten der mittelalterlichen Ringmauer – und auf Begegnungen hoffen.

Die hessische Domstadt ist kulturträchtig, das ist bekannt. Weniger bekannt hingegen sind die zahlreichen Brunnen der Stadt. Und ihr grünes Gesicht. Dafür steht allen voran der Schafsberg. Der sei nach eigenem Bekenntnis auch für die Autorin eine Entdeckung gewesen; und das, obwohl sie in Limburg zur Schule gegangen ist, anschließend eine Fotografenlehre und Ausbildung zur Stadtführerin gemacht hat und seit über 30 Jahren als Redakteurin für die regionale Presse arbeitet.

Dennoch war es der heimatkundigen in Concas neu, dass auf dem Schafsberg Zwergenhäuschen stehen und jedermann zum Ernten in einen kleinen Obstgarten eingeladen ist. Um den Ausblick am Grenzweg, von wo aus man an klaren Tagen bis nach Rheinland-Pfalz schauen kann, wusste sie hingegen schon lange. Rund drei Kilometer lang ist die Tour, für die in Concas etwa 120 Minuten veranschlagt.

Am Haus der sieben Laster erinnern Masken Spaziergänger an ihre Sünden.
Am Haus der sieben Laster erinnern Masken Spaziergänger an ihre Sünden. © Anette in Concas

Sie sei jede Tour mindestens zwei-, dreimal gegangen – allein, mit Mann, mit ihrem 86 Jahre alten Vater oder dem Hund. „Die Spaziergänge sollen für jeden zu bewältigen sein“, erklärt sie. Sogar für diejenigen, die es gar nicht so mit dem gemächlichen Gehen in der Natur haben. Die Spaziermuffel möchte die Autorin mit einer ganz besonderen Tour zum Flanieren bewegen. Sie führt „zu neuen Abenteuern“ in Staffel, zur größten Multisportanlage Hessens mit Kartbahn und Escape Room und zu zwei Freizeitparks im Stadtteil Linter.

Tipps für einen gelungenen Einkaufsbummel gibt Anette in Concas in ihrem Buch natürlich auch. Stilvoll einkaufen ließe es sich etwa in der Werkstadt, dem Shoppingzentrum im Industriedenkmal, im ehemaligen Ausbesserungswerk der Bahn, wo man nicht nur schicke Boutiquen und Lädchen findet, sondern auch Limburgs Sternerestaurant.

Wer Limburg zu Fuß erkundet, bekommt viel zu sehen. Wer dabei das Buch zur Hand nimmt, weiß dank der Insidertipps auch, wohin er schauen muss. Doch nicht nur die Domstadt lässt sich am besten in Schritttempo bereisen: Auch in anderen hessischen Städten und Regionen empfiehlt es sich, auf das Auto, das Rad oder den Tourbus zu verzichten. Dazu ist im Societäts-Verlag eine ganze Reihe von „Zu-Fuß-Touren“-Ratgeberbücher erschienen.

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