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In „GrimmsMärchenReich“ in Hanau werden Kinder selbst zur Märchenfigur.
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In „GrimmsMärchenReich“ in Hanau werden Kinder selbst zur Märchenfigur.

Ferien zu Hause

In „GrimmsMärchenReich“ in Hanau schlüpft das Publikum in die Rolle von Märchenfiguren

Es war einmal ein Museum, das nannte sich „GrimmsMärchenReich“ und wollte seine Gäste in Märchenfiguren verwandeln und zugleich vom Werdegang berühmter Brüder erzählen. Doch brachte das Haus am Hanauer Schloss auch beides unter einen Hut?

Wenn mutige Prinzen, gruselige Riesen oder zauberhafte Elfen ihre angestammten Plätze im Märchenbuch verlassen, kann ganz Wunderbares entstehen. So auch im „GrimmsMärchenReich“ in Hanau, wo Besucherinnen und Besucher in die Rolle von Märchenfiguren schlüpfen. Geboten wird ein partizipativer Museumsbesuch auf 340 Quadratmetern.

Seit 2019 wird hier den Hanauer Märchenbrüdern Jacob und Wilhelm samt ihren Geschichten gehuldigt. Im ersten Brüder-Grimm-Mitmach-Museum Deutschlands führt ein ausgeklügeltes Museumskonzept durch die Räume.

Start ist im sogenannten Grimmraum. Umgeben von biedermeierhafter Wohnzimmeratmosphäre kann man hier der Kindheit und der Hanauer Zeit der Grimm-Brüder nachspüren. Bis zu ihrem fünften Lebensjahr lebten sie in Hanau. Das Nationaldenkmal der beiden, das sich auf dem Marktplatz befindet, kann dort in Miniaturformat betrachtet werden.

Das Museum bietet viele Mitmachstationen.

Eine komplette Wand ist tapeziert mit ausgewählter Briefkorrespondenz der Brüder. Ein Monitor bietet mit Bildern Einblick in die Familienwelt der Berühmtheiten, und auch das Schönschreibheft der Märchenerzähler kann begutachtet werden. In digitaler Form stehen zudem rund 800 Grafiken des Malerbruders Emil zur Ansicht bereit.

Auch die Erwachsenenwelt der Grimms wird thematisiert. „Die Mitmachwelt ist keineswegs nur für Kinder konzipiert. Vielmehr wird man hier auf den aktuellen Stand der Grimm-Forschung gebracht“, sagt Museumspädagogin Katharina Völk. Dennoch: Das Angebot ist vor allem auf Kinder vom Kindergarten- bis zum Grundschulalter ausgerichtet.

DAS MUSEUM

So finden Sie „GrimmsMärchenReich“: Das Museum ist im rechten Seitenflügel von Schloss Philippsruhe an der Philippsruher Allee 45 in Hanau untergebracht.

Geöffnet ist das Museum derzeit samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Es gibt zwei Zeitfenster für Besucherinnen und Besucher: von 11 bis 14 und von 15 bis 17 Uhr.

Zeitgleich können aktuell 15 Personen das Museum besuchen. Nach der Benutzung der Märchenstationen sind diese zu desinfizieren. Dafür bekommt jede Person ein eigenes Hygiene-Kit.

Geeignet ist das „GrimmsMärchenReich“ für Kinder ab 4 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen.
Der Eintritt kostet vier Euro (ermäßigt drei Euro). Die Familienkarte ist für acht Euro erhältlich. Die Buchung von Führungen ist möglich. red

Weiter führt der Weg in den langen „Flur der Märchensteine“. Hier entschlüpfen die Märchenfiguren ihren Büchern, hier hängt das Ölgemälde Marie Hassenpflugs, der Märchenerzählerin, die den Grimms als wichtige Quelle diente. Über einen Monitor neben ihrem Bild kann man der Hanauer Märchenerzählerin Fragen stellen: „Je nachdem, welche Antwort man erhält, entwickelt sich die Geschichte, die man im Museum erlebt, in eine andere Richtung“, erklärt Völk.

An insgesamt sieben Mitmachstationen kann man sein ganz eigenes Märchen kreieren, selbst bestimmen, wer böse und wer gut ist. Auf dem Weg dahin geht es an einem langen Zeitstrahl vorbei, der das Leben der Brüder darstellt. Weiter geht es ins Spiegelkabinett, dort findet sich der Raum der Verwandlung. Kostüme stehen zum Verkleiden bereit.

Dabei sind der Fantasie der kleinen Besucherinnen und Besucher keine Grenzen gesetzt. Wer oben herum Prinz und unten Frosch oder unten herum Wolf und oben Rotkäppchen sein möchte, greift einfach zum entsprechenden Kleidungsstück – die gibt es im Übrigen auch für Erwachsene. Vorbei an der Wand mit bunten Miniatur-Ausgaben von Goldschmiedehaus, Steinheimer Turm oder dem Schloss geht es ins Herzstück.

In den Räumen der Märchenlandschaften fassen die Kleinen dem Wolf in den Bauch und fühlen, was sich darin befindet. Sie unternehmen eine Krabbeltour in die Höhle des Teufels mit den drei goldenen Haaren, treten mit der Hexe in Dialog oder begeben sich auf märchenhafte Weltreise mit Aufklapp-Bildern. Ebenfalls können die Museumsgäste einen virtuellen Tanz hinlegen, die Kletterwand zum Turm Dornröschens erklimmen, die goldene Kugel aus dem Brunnen balancieren oder mit heißem Draht der bösen Hexe den Schlüssel abjagen.

Spieglein, Spieglein an der Wand.

All das geschieht nach dem „Hands-on“-Prinzip, einem Konzept der Museumspädagogik, das besagt, dass man Dinge selbst ausprobieren sollte. Bei der Entwicklung des Museums hat ein Kinderkomitee, dem Kindergarten- wie Grundschulkinder angehörten, tatkräftig mitgeholfen.

Im „Lesereich“ werden zwei Märchen in Gebärdensprache erzählt, und zahlreiche internationale Märchenbücher, zur Verfügung gestellt vom Institut für Jugendbuchforschung der Frankfurter Goethe-Universität, laden zum Schmökern ein. Ein eigenes Märchen kann man dann an der Märchenhecke hinterlassen – geschrieben oder gemalt. „Die Hecke ist so etwas wie unser Märchengästebuch“, sagt Völk. Zum Abschluss gibt es Gelegenheit, an Aladins Wunderlampe zu reiben. Mit dem Wunsch im Kopf werden die Museumsgäste dann wieder in die Wirklichkeit entlassen.

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