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Caravan: Die Freiheit im Ferienheim auf Rädern

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Von: Carsten Müller

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Fahrräder auf einem Fahrzeugdach und am Wohnwagen befestigt, sind im Stau auf der Autobahn A7 bei Mellendorf in Richtung Norden zu sehen.
Fahrräder auf einem Fahrzeugdach und am Wohnwagen befestigt, sind im Stau auf der Autobahn A7 bei Mellendorf in Richtung Norden zu sehen. © Peter Steffen/dpa

Vom Urlaub in Camper oder Caravan versprechen sich viele flexibles Reisen vor allem im Sommer. Doch womit fährt es sich am besten? Und was gibt es für Unterschiede?

Mit dem Caravan nach Südfrankreich, auf eine Mittelmeerinsel oder an einen norditalienischen See: Viele verbinden mit Campingtrips ihre schönsten Urlaube. Vor einigen Jahren schien es zwar, als seien Ferien mit Wohnmobil oder Wohnwagen ein Auslaufmodell. Doch jüngst ist das Caravaning-Fieber wieder enorm gestiegen. Durch die Corona-Pandemie hat der Camping-Urlaub auf Rädern einen besonderen Schub bekommen.

Einer repräsentativen Befragung des Instituts für Demoskopie zufolge ist die Gemeinschaft der deutschen Caravaning-Fans in den vergangenen beiden Jahren um mehr als zwei Millionen Neueinsteiger auf 13,8 Millionen gewachsen. Der Caravaning Industrie Verband meldet ein Rekordjahr nach dem anderen. Die Zahl der Neuzulassungen entwickelte sich von 2018 (71 186) bis 2021 (106 138) steil nach oben.

Das Gute am Reisen mit Wohnwagen: Egal ob nah oder fern, Caravaning-Fans sind unabhängig von Flugzeug und Bahn. Auch Ziele in Deutschland bieten sich für einen Abstecher mit dem fahrbaren Zuhause auf Zeit an. Gerade für Erstfahrer:innen gilt aber, dass vor Reisebeginn einiges zu beachten und organisieren ist. Bundesweit sind derzeit viele Menschen auf der Suche nach Neu- und Vermietfahrzeugen. Der ADAC warnte schon im Frühjahr: „Die Verfügbarkeit von Caravaning-Fahrzeugen ist in diesem Jahr aufgrund der sehr hohen Nachfrage kritisch.“ Wer also spontan ein „mobiles Zuhause“ mieten möchte, sollte nicht nur beim ADAC mit höheren Preisen rechnen.

Ist der Kauf eines neuen Wohnmobils oder Caravans also die bessere Alternative? Auch hier muss man mitunter tief in die Taschen greifen. Und vor allem lange Lieferzeiten von bis zu eineinhalb Jahren in Kauf nehmen. Der Gebrauchtmarkt hat sich deshalb für viele zu einer attraktiven Option entwickelt. Wichtig: Vor einer Anschaffung sollten die angebotenen Fahrzeuge mit Sachverstand genauestens unter die Lupe genommen werden.

Auch für Radfahrer ist der Hoherodskopf wegen der schönen Aussicht ein lohnendes Ausflugsziel.
Auch für Radfahrer:innen ist der Hoherodskopf wegen der schönen Aussicht ein lohnendes Ausflugsziel. © Stefan Weil

Auch der Urlaub selber will dann sorgfältig geplant sein. An den begehrten Zielorten sind die Campingplätze meist schon Monate vor Saisonbeginn ausgebucht. Spontan Reisende sollten vor allem flexibel sein und Zeit für die Stellplatzsuche einplanen. Wichtig ist außerdem, sich, bevor es losgeht, mit dem eigenen Fahrzeug und den Verkehrsvorschriften im Urlaubsland vertraut zu machen. Laut dem Caravaning-Magazin gelten etwa in Dänemark, Italien oder Spanien niedrigere Tempolimits für Wohnwagen-Fahrer. In Kroatien müssen Fahranfänger Spezialregeln beachten – und in Tschechien herrscht eine strikte 0-Promille-Grenze.

Die Gretchenfrage lautet aber: Bin ich eher der Wohnmobil- oder der Wohnwagen-Typ? Die Antwort darauf hängt von persönlichen Vorlieben ab. Wer gern flexibel ist und viel auf Achse, dem sei ein Wohnmobil empfohlen. Hervorzuheben sind hier umgebaute Kastenwagen und Vans, die immer beliebter werden. Sie kombinieren Alltagsnutzen mit Reisetauglichkeit.

Im Camper ist es oft enger als im Wohnwagen

Wer gern längere Zeit an einem Ort verweilen möchte und mehr Platz benötigt, wird wohl eher im Wohnwagen glücklich. Was nicht heißt, dass man nicht auch im Camper entspannen oder im Caravan flexibel unterwegs sein kann. Annehmlichkeiten bieten beide Fahrzeugtypen: Moderne Ausstattungen mit cleveren Lösungen wie Hubbetten ermöglichen Variabilität auf kleinstem Raum. Eine Vielzahl von Aufbauvarianten kommt Paaren wie auch der Großfamilie entgegen.

Wohnmobile werden in verschiedenen Karosserieversionen angeboten, als vollintegrierte, teilintegrierte oder Alkoven-Variante mit Schlafplatz über dem Fahrerhaus. Mit ihnen kommt man schneller zum Ziel, weil das Reisetempo höher ist. Zudem gibt es weitaus mehr Wohnmobil-Stellplätze – besonders an touristischen Hotspots.

Mit einem Van- oder Bus-Umbau, der meist auch im Alltag genutzt wird, kommt man sogar in Parkhäusern zurecht. Nachteil ist die im Camper im Vergleich zum Caravan herrschende Enge. Außerdem müssen für Ausflüge zusätzliche Fahrzeuge wie E-Bikes mitgebracht werden – sofern man nicht ständig alles ein- und ausräumen möchte. Wer dagegen mit dem Wohnwagengespann unterwegs ist, hängt den Pkw ab, lässt den Anhänger zurück und freut sich über die Möglichkeit, vor Ort auf Erkundungsfahrt gehen zu können.

Ein besonderes Erlebnis bietet die Taufsteinhütte mit der Übernachtung im Weinfass.
Ein besonderes Erlebnis bietet die Taufsteinhütte mit der Übernachtung im Weinfass. © Stefan Weil

Die andere Seite der Medaille: In der Regel muss langsamer gefahren werden, und der Aufwand bei Auf- und Abbau des Caravans ist höher. Meist wird das Fahrzeug ja noch mit einem Vorzelt erweitert, was auch verstaut werden muss. Auch die Auswahl an Stellplätzen ist kleiner. Die Anforderungen an das Zugfahrzeug haben sich hingegen relativiert. Es muss also kein großvolumiger Diesel-SUV mehr sein: Selbst für Kombis mit geringer Anhängelast oder auch Hybridfahrzeuge gibt es adäquate Wohnwagen bis etwa eine Tonne Gesamtgewicht. Wer mit dem Gespann verreisen möchte, sollte sich aber unbedingt zu Saisonbeginn ein Fahrsicherheitstraining gönnen. Davon profitieren selbst „alte Caravan-Hasen“ – und eine Menge Spaß macht es obendrein.

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